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  #1  
Alt 21.06.2005, 14:46
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Standard Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Hallo,
mein Name ist Andreas Müller, Kornkreisforscher und Autor aus Saarbrücken.

Schon seit Jahren forsche ich auch über die historischen Aspekete jener Phänomene, die wir heute "Kornkreise" nennen. Dabei bin ich schon auf zahlreiche Märchen und Legenden rund um den Globus gestoßen, in welchen derartige Phänomene beschrieben werden.

Wer jedoch die Vielzahl der weltweiten Märchen und Sagen kennt - und www.sagen.at ist hierfür ja ein anschauliches Beispiel - der weiß auch, wie schwierig es ist, alle Quellen zu kennen und zu durchforsten.

Wenn Ihr ein Märchen oder eine Legende kennet, in welchen Dinge beschrieben werden, die nach alten Beschreibungen von Kornkreisen klingen, würde ich mich freuen, wenn Ihr mich darüber informieren würden.

Vielen Dank für Eure Mithilfe!
Andreas Müller
piktogramm@hotmail.com

Wer mehr über die Erforschung der Kornkreise erfahren möchte, kann sich ja mal auf meiner Homepage umsehen:
http://www.kornkreise-forschung.de

Geändert von Andreas Müller (06.10.2005 um 02:48 Uhr)
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  #2  
Alt 21.06.2005, 14:57
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Standard AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

ein Posting im Forum reicht!

Es ist sinnlos, Deinen Beitrag in alle Foren rumzukopieren!
Bei der nächsten Kopie sperre ich Deinen Account!

Wolfgang (SAGEN.at)

Geändert von SAGEN.at (21.06.2005 um 14:59 Uhr)
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  #3  
Alt 21.06.2005, 17:25
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Standard AW für Wolfgang

Hallo Wolfgang,
sorry, dass da was mißverstanden wurde.
Ich habe meine Anfrage nur in 4 eingefügt und nicht in "alle rumkopiert". Diese 4 habe ich gezielt ausgewählt, da meine Anfrage thematisch in alle dieser 4 Foren passte und ich so gehofft habe, dass jene User, die beispielsweise nicht im Forum für "Paranormales" reinschauen, es dann an einem anderen - ebenfalls passenden - Ort ebenfalls finden. Hatte damit keine bösen Absichhten.

Also nix für ungut und beste Grüße
Andreas

Geändert von Andreas Müller (21.06.2005 um 17:33 Uhr)
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  #4  
Alt 21.06.2005, 17:34
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Standard AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Na gut. Trotzdem reicht ein Beitrag.

Werde mal schauen, habe erst am Wochenende in Reiseliteratur aus 1870 einen Bericht gelesen, wo der Autor so eine Art Kornkreise hier in Tirol beschreibt. Mal sehen, ob ich den Bericht noch finde?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #5  
Alt 21.06.2005, 19:57
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Standard AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Hallo Wolfgang,
schön dass das Mißverständnis aus der Welt ist. In Zukunft also nur noch ein Post je Thema

Die Sache mit Tirol hört sich spannend an...danke schon mal im Voraus.

Schreib mir deoch mal eine e-mail dann kann ich dir meine bisherigen Fundstücke zukommen lassen...wenn es interessiert.

Also bis bald
Andreas
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  #6  
Alt 21.06.2005, 20:21
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Standard AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Nochmals etwas pingelig:

- Auf SAGEN.at lesen in der Regel keine "User", sondern eher Leute, die sich ernsthaft mit Texten, Geschichte, Europäische Ethnologie (Volkskunde), Kunstgeschichte und vielem mehr auseinandersetzen. Ich freue mich über jeden Leser und jedes Echo. Ich sehe sowohl in den Texten als auch bei den Lesern Menschen dahinter und ganz sicher keine "User"...

-Wenn Du das Forum von SAGEN.at - so wie ich hier an dieser Stelle - benutzt, dann schreibe auch im Forum und nicht per Email!

Die redaktionellen Seiten der Datenbank SAGEN.at werden ausschliesslich nach wissenschaftlichen Kriterien redaktionell bearbeitet, da kommt garantiert keine Vermutung rein, keine Sorge ;-)

Wie schon oben geschrieben, ich habe zufällig einen Text aus 1870 gelesen, wo der Autor so ein Phänomen beschreibt, das möglicherweise "Kornkreisen" entspricht? Keine Ahnung? Vielleicht auch Gewitterfolgen?

Jedenfalls werde ich, wenn ich den Text wiederfinde, hier im Forum veröffentlichen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #7  
Alt 06.10.2005, 02:52
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Standard Kornkreise im Werk der Gebrüder Grimm

Hallo,

ich habe auf meiner Homepage einen kurzen Artikel zum Thema "
"Kornkreise im Werk der Gebrüder Grimm" eingestellt. es handelt sich dabei um einen Auszug aus meinem neuen Buch

"Phänomen Kornkreise - Forschung zwischen Volksüberlieferung, Grenz- und Naturwissenschaft" (AT Verlag)

welches zur Frankfurter Buchmesse (also schon bald) erscheint.

Wie bereits angekündigt, werde ich mich dann auch mal bald an die Zusammenstellung der "Kornkreis-Märchen und Legenden" machen, und diese dann www.sagen.at zukommen lassen.

Weitere Informationen zum Artikel und zum neuen Buch findet Ihr unter:

http://www.kornkreise-forschung.de

Alles Gute und bis bald
Andreas
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  #8  
Alt 12.10.2005, 22:19
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Standard AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Hallo Andreas,

Danke für Deinen Tipp auf Deine Zusammenstellung zu Kornkreishinweisen bei den Brüdern Grimm - ist sehr interessant!

Darf ich Dir bei dieser Gelegenheit eine Frage stellen?

Aufgrund von Deinem Hinweis, haben wir bei unseren Wanderungen zu Sagen und weiteren Gebieten der Volkskunde (primär in den Alpen) auch auf mögliche Kornkreise oder ähnliche Formen Ausschau gehalten.

Wir konnten allerdings kaum derart schöne Formen entdecken, die Du beschreibst? Gibt es in Österreich kein Auftreten von Kornkreisen?

Bei einer unserer Wanderungen in Tirol haben wir diese Erscheinungen in einem Kornfeld bei Thaur, Tirol gesehen:



© Berit Mrugalska, SAGEN.at, 17. Juli 2005





© Berit Mrugalska, SAGEN.at, 17. Juli 2005


Wie gesagt, das sieht nicht so schön aus, wie in Deinen Büchern.
Diese eher zufälligen Muster werden von den Leuten bzw Landwirten, die wir gefragt haben, durch Sturm- und Wetterschäden erklärt.

Kannst Du uns bitte solche Erscheinungen erklären?

vielen Dank

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #9  
Alt 13.10.2005, 11:06
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Lächeln AW: Kornkreise in Märchen und Sagen - Mithilfe gesucht!!!

Hallo Wolfgang (und andere),

es freut mich wirklich sehr, wie ernst Ihr meine Anfrage und Abreit nehmt. Danke!

Zu Deinem Bild Bild und Deiner Frage.

1. In der Tat ist Österreich nicht unbedingt bekannt für seine vielen Kornkreise. Es gab sie aber immer mal wieder und diese wurden auch dokumentiert. Aber es sind jährlich meist weniger als 5 Exemplare.
Natürlich stellt sich da die Frage ob es einfach nur so selten welche gibt (und warum) oder ob sie nicht entdeckt, bzw. nicht gemeldet werden? Die jährliche Dunkelziffer von unentdeckten Kornkreisen ist meiner Erfahrung nach recht hoch. Das wird immer wieder deutlich, wenn erst nach der Ernte, oder gar nach Jahren, "alte" Kreise nachgemeldet werden. Hierfür gibt es widerum viele Gründe: Entweder die Leute finden zwar Kornkreise, halten es aber nicht für erwähnenswert, fürchten sich oder wissen einfach nicht warum bzw. wohin sie ihre Entdeckung melden sollen.

Wie auch immer, bisher sind nur 14 Fälle in Österreich dokumentiert worden. Darunter waren aber auch wirkich einige recht interessante und schöne.

2. Bei meinen Untersuchungen zu Kornkreisen im Sommer 1997, die mir leider nur (aber immerhin) mittels Luftbildern gemeldet wurden, und die damals bei Nikolsdorf, Tressdorf und Obertrauburg in Kärnten gefunden wurden, erfuhr ich eine interessante Geschichte:

Eine damals 75 jährige Bäuerin erzählte, dass sie sich an "ganz ähnliche Dinge" im Sommer 1934 erinnere. Andere Anwohner sagten, dass die lokale Folklore im Wolayer reich an Geschichten von Feen, Elfen und sonstigen Naturgeisern ist, welche sich "den Menschen dadurch mitteilten, dass sie zu Ihnen durch das Getreide" sprachen... Was immer auch damit gemeint sein könnte (vielleicht war es ja auch nur das Rauschen des Windes im Feld?), es hört sich zumindest kornkreis-interessant an.

Damals habe ich versucht, da mehr zu erfahren, kam aber leider nicht sehr weit. vielleicht gibt es ja hier auf sagen.at jemanden, der genaueres zu den Wolayer-Sagen kennt?

3. Eure Fotos zeigen in der Tat wahrscheinlich viel eher so genannte "Wind- und Wildschäden".

Wildschäden werden durch größere Wildtiere wie Füchse, Dachse, Rehe, Hirsche usw. erzeugt, wenn diese etwa die Felder durchqueren, darin ihre Bauten haben oder diese einfach nur Befressen. Letzteres wird sogar schon von kleinerem Getier wie Hasen, Kanichen und sogar Vögeln (Vogelfrass) erzeugt, wenn diese sich eine Stelle im Feld aussuchen, und von dort aus losfressen. Um an die hohen Ähren zu gelangen, knicken/fressen sie die Halme nach und nach ab.
(siehe obige Beiträge zu den "Bilwisgängen")

Direkt kornkreisähnliche Flächen enstehen jedoch meist bei der Balz der Rehe.Der Waidmann bschriebt dieses "Treiben" wie folgt:
"Bei Annäherung des Bockes flüchtet in der Regel das weibliche Stück, so daß es zu einer Hetzjagd kommt, dem bekannten Treiben. Dieses Treiben kann unter Umständen über mehrere Kilometer gehen, und es wird oft von dem recht lauten Keuchen des Bockes begleitet. Bei einem Halt bewindet meist der Bock ausgiebig den Schürzenbereich der Ricke, worauf oft das Treiben, jetzt in immer enger werdenden Kreisen, fortgesetzt wird. Die Spuren dieses kreisförmigen Treibens in der Bodenvegetation sind die bekannten Hexenringe (Hexenkreise)"

Hierbei ist ein Unterschied zum Begriff der "Feenkreise" zu sehen, die heutzutage die von Pilzen verursachten Ringe bezeichnen.
Und natürlich entstehen dabei auch keine grossen und geometrisch genauen Formen! Aus der Bodenperspektive kann das dann aber schon einmal auch ein bisserl nach Kornkreisen ausehen.

Ähnlich ist das bei den Wind/Wetterschäden.
Oft entstehen diese so genannten "Lager" bei Regen und auch erst, wenn die Pflanzen schon Ähren tragen. Diese saugen sich voll und werden für den Halm zu schwer. Kommt dann auch noch eine kräftige Brise hinzu können sich dann ganze Bahnen und Flächen niederlegen. Teilweise sehen die dann auch recht geordnet aus - unterscheiden sich aber auch weiterhin gerade ob ihrer Form von klassischen Kornkreisen. Natürlich können auch kleine Wirbelwinde oder stärkere Böen solche "Lager" (auch ohne Regen) verursachen.

(Es gibt jedoch auch beispiele, in welchen sich Kornkreise und "Lager" zu vermischen scheinen, aber das würde jetzt hier zu weit führen...)

Oft wird all' dies mit Kornkreis verwechselt und uns dann als "neue Formation" gemeldet. Aber wir sind über jede Meldung froh, die nicht verloren geht. Es ist jedoch immer hilfreich, wenn die Melder schon bei ihrer Meldung ein Foto(s) mitliefern. So können wir uns oft Mühen, Aufwand und Kosten sparen.

Ich bin gerade etwas in Arbeit (...wir ziehen um), werde aber danach mal eine kleine Bilderliste der Kornkreise in Österreich hie rim Forum plazieren.

Alles Gute und bis bald
Andreas
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  #10  
Alt 26.10.2005, 13:49
Andreas Müller Andreas Müller ist offline
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Beiträge: 15
Standard Weiteres zum Bilsenschnitter

Hallo,
ich habe weitere Informationen zu den Legenden um den so genannten "Bilsenschnitter" im Buch "Meine Hexenküche" von Regina Röhner entdeckt.

Diese sind auch auf Ihrer Hoempage als Leseprobe zu finden:
http://www.regina-roehner.de/leseprobe/rezept.html

Erläuternd zum Rezept schreibt sie da:

"Der Pilwis oder Bilmschnitter ist nach der Überlieferung ein missgünstiger Geist, der den Bauern ihre gut bestandenen Getreidefelder nicht gönnt und danach trachtet, sie um den Ertrag ihrer mühevollen Arbeit zu bringen.
Seine Wanderungen unternimmt er besonders in der Walpurgis- und Johannisnacht. Dann bindet er sich sichelartige Messer an die Fußknöchel und Scheren an die Zehen, trampelt damit höhnisch lachend durch die Sommer- oder Wintersaaten und schneidet die Halme fußhoch über der Erde ab. Dadurch entstehen Bahnen in den grünen Flächen, die keine Körner bringen (Kornkreise).

Die mythische Gestalt des Bilmschnitters war bereits im 12. Jahrhundert unter dem Namen Pilwis oder Pilwith als schädigender Dämon der Felder bekannt. Urspünglich ein Naturdämon, wurde er durch die "Interpretatio Christiana" in einen Zauberer umgedeutet. Sein weibliches Gegenstück, die Pilweisse oder Pielweyse, galt als Milchhexe. Sie stahl angeblich fremden Kühen die Milch, indem sie mittels eines weißen Tuches den Frühtau vom Feld eines Bauern aufsammelte und ihn dann ihren eigenen Kühen zu saufen gab. Auch durch Vergraben von Kräuterpulver auf dem Viehweg konnte sie "Milchzauber" bewirken. (Dazu auch R. Röhner: Hexen müssen brennen, S. 34)"

Auch wenn, wie ich in einem obigen Beitrag dargelegt habe, der Bilsenschnitter, vom Hasen erezuegt wird, sind die Information von Regina Röhler interessant.

Wäre jetzt nur noch lustig gewesen, wenn es ein Hasenbraten-rezept gewesen wäre...

Alles Gute
Andreas
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