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  #11  
Alt 01.09.2009, 10:25
gropli gropli ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

Zitat:
Zitat von Rabenweib Beitrag anzeigen
Ja, das Problem der Wissenschaft ist, daß es Dinge gibt, die man eben NICHT mit modernen Geräten messen kann, sondern die man einfach nur spürt, wenn man sich hinstellt und mal fühlt.
Was ist daran so schlimm?

Wenn ich da durchkrieche und die Schmerzen sind weg, ist es mir in dem Moment scheißegal, ob man die Energie messen konnte oder nicht.

Ich kenne glücklicherweise Wissenschaftler die nicht so engstirnig sind, nur messbares zu registrieren. Mit ihnen kann ich mich wunderbar austauschen und Dinge erforschen, die weit über das hinausgehen, was ein blödes Kastl mir mitteilen kann. *lach*

Warum ist die Wissenschaft auf einem Auge blind?
Weil Wissenschaft eben nur WISSEN schafft. (Kopfdenken, beweisbares, messbares)

Alles andere wird ignoriert.

Nur weil man etwas nicht messen kann, heißt das doch noch lange nicht, daß es nicht da ist?

Liebe Grüße, Sonja
Grüezi Sonja

Darf ich dir den Unterschied zwischen Wissenschaft und Glaube in Erinnerung rufen. Glauben darfst du alles, Wissen muss aber belegbar sein. Die Wissenschaft ist nicht auf einem Auge blind. Aber sie verbreitet bloss Erkenntnisse, die belegbar und überprüfbar sind. Beim Glauben verhält es sich ganz anders. Glauben muss nicht messbar sein, da sind keine „Beweise“ erforderlich. Was du glaubst ist deine ganz individuelle Sache. Aber es ist unredlich, die Grenze zwischen Wissen und Glauben zu verwischen!

Nochmal zum Ausdruck „Energie“. Wenn du etwas spürst, so ist das in Ordnung. Du darfst diesem Gefühl auch einen Namen geben, aber nicht „Energie“ „Strahlung“ usw. Das sind physikalischer Begriffe und haben eine genau definierte Bedeutung in der Naturwissenschaft. Sag doch einfach „Leberkäs“, „Dodel“ oder „Pfnürpf“ dazu, das sind zwar ebenso falsche Begriffe, aber wenigstens keine naturwissenschaftliche.

***********

Diese volkreligiösen Kultstätten waren der Kirche früher (und bis heute) ein Dorn im Auge. Sie versuchte diese „heidnischen Gebräuche“ zu unterbinden. Wenn das nicht gelang, deutete man die Kultstätten um. Man stellte zum Beispiel ein Kreuz oben drauf, oder weihte den Orte einem christlichen Heiligen. Oder baute eine Kapelle darauf und lenkte die Pilger so auf den rechten Weg…
Für diese Vorgänge gibt es zahlreiche Hinweise. Zum Beispiel wurde in den Konzilen immer wieder darüber beraten, wie dieser „Götzenglaube“ in den Griff zu bekommen sei.

Zur "Versöhnung" ein Bild von einem christianisierten Menhir. Der wird vermutlich seit mehr als 2'000 Jahren als Kultstätte verwendet; von den Kelten, den Christen, den Touristen... Ich habe ihn schon einige male besucht. Und ich spürte auch etwas; Begeisterung.


Gruss Gropli


.
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  #12  
Alt 01.09.2009, 11:48
Geomant Geomant ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

Hallo Gropli

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Diese Durchkriech- und Durchschlüpfrituale sind sehr interessant. Sie sind im Alpenraum weit verbreitet. Und es würde sich lohnen, sich wissenschaftlich damit auseinander zu setzen.
Ich habe mich lange Jahre mit jenen Durchkriechbräuchen/-kulten auseinandergesetzt. In meiner früheren Skepsis hatte ich einst noch einen Kompass dabei und wollte das "Gehörte" auch wissenschaftlich betätigt bekommen. Die Wilhelmskapelle ist dafür nun ein gutes Beispiel. Wer sich nun im Bereich des Fagersteins - also des Spaltfelsens - bewegt, wird interessante erdmagnetische Abweichungen feststellen können. Diese Energien sind also verifizierbar - messbar mit physikalischen Mitteln, wie von Gropli gewünscht.
Da ich nun solche Energien an vielen solcher Orte antraf, begann ich mich bald auf meine intuitiven Fähigkeiten zu verlassen, sah mir aber immer zugleich archäologische, geschichtliche - insbesondere mythologische Fakten an, ebenso wie geologisches oder geomantisches Wissen. "Integrative Heimatforschung" ist ein ganzheitlicher Ansatz zum Verständnis jener Orte.
"Landschaftsmythologie" ein anderer - vom Schweizer Dr. Kurt Derungs, der Germanist, Ethnologe und Sprach- und Kulturhistoriker ist.
Nicht zuletzt hörte ich mir Erfahrungen von anderen zu diesen Kulten an.
Die Mesnerin der St. Wolfgang-Kirche bei Altenmarkt wußte z.B. von drei Ehepaaren zu berichten, die dem dortigen Fruchtbarkeitskult folgten und ihren unerfüllten Kinderwunsch durch Praktizieren des alten Ritus/Kultes erfüllt bekamen.
Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Grüezi
Dies steht leider einer ernsthaften Diskussion derartige mittelalterliche, frühchristliche Ritualen im Wege.
Jene Rituale haben ihre Ursprünge eben nicht im Mittelalter sondern sind vorchristlichen Ursprungs. Beim bekanntesten Durchkriechbrauch am Falkenstein (Salzburger Land) sprechen bereits seit Jahren die Mönche des nahegelegenen Benediktiner-Klosters Gut Aich von einem jahrtausendealten Kult und Georg Rohrecker erklärt ausführlich welche Kirchenpolitik dahinter stand, den heiligen Wolfgang für all das "Kulttreiben" dafür "verantwortlich" zu machen. Es ging eben um Macht und Geld!

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Grüezi
Einige meiner Einwände:
Immerzu lese ich von Energien, die da fliessen und ganz deutlich zu spüren sind. Dies ist objektiv nicht haltbar. Energien und Kräfte sind physikalische Begriffe. Energien zeichnen sich immer dadurch aus, dass sie messbar sind; messbar mit physikalischen Mitteln.
Wie schon erwähnt ist eine Möglichkeit das jeweilige Erdmagnetfeld anzusehen - und dank eines Kompasses ist dies relativ einfach zu bewerkstelligen.
Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Für die oft zitierte Urmutter fehlen in unserem Kulturkreis die Belege. Weder die Christen, noch die Kelten, Allemannen, Römer kennen eine solche.
Keltenfachmann Dr Georg Rohrecker hat sich mit der keltischen Urmutter umfangreich auseinandergesetzt:
u.a. nachzulesen auf seiner Website
http://www.diekelten.at/bethen.htm
http://www.diekelten.at/percht-zweifler.htm
oder mit der Urmutter der Katholiken:
http://www.diekelten.at/anna.htm

Zudem möchte ich auf die Matriachatsforscherin Dr. Heide Göttner-Abendroth verweisen und auf entsprechende Literatur zur Bedeutung und Ursprung der Percht/Perchten im Alpenraum.
Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Kraftorte gibt es ausschliesslich im Kopf des Betrachters.
Kraftorte entstehen überall dort, wo man/frau es zuläßt. Bei Kultorten ist es anders - sie wurden tradiert oder christlich "getauft". Nicht jeder Kultplatz muss ein Kraftort sein, da dies vom individuellen Erfühlen abhängig ist.

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Es ist sehr schade, dass viele höchst interessante Orte mit einer frühchristlichen Geschichte durch dieses esoterische, pseudoreligiöse Halbwissen überlagert werden. Das erschwert die Erforschung der fast vollständig vergessenen mittelalterlichen Lokalgebräuche ungemein.
Um einen kulturellen Bezug zu diesen interessanten Orten zu bekommen, finde ich insbesondere den vorchristlichen Ursprung beachtenswert, denn christlich wurden jene Orte nur übernommen und eingefärbt. Ich verweise dazu auf die Ausführungen des Volkskundlers Dr. Hans Haid.

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
***Und das Tannli auf dem Bild ist krumm, weil die Buben sich einen Spass machen, dies zu Boden zu drücken und spicken zu lassen. Ihre (Ur-)Mutter beginnt dann zu pulsieren. Und schimpfen…
.
Seltsamer Humor. Jener Baumwuchs war eben kein Einzelfall und die Veränderungen des Jungwalds sprechen ihre eigene Sprache.
Dies sind eben Auffälligkeiten die bei Kraftorte/Kultplätzen sich mehren und belegen lassen.
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  #13  
Alt 01.09.2009, 11:50
Geomant Geomant ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Diese volkreligiösen Kultstätten waren der Kirche früher (und bis heute) ein Dorn im Auge. Sie versuchte diese „heidnischen Gebräuche“ zu unterbinden. Wenn das nicht gelang, deutete man die Kultstätten um. Man stellte zum Beispiel ein Kreuz oben drauf, oder weihte den Orte einem christlichen Heiligen. Oder baute eine Kapelle darauf und lenkte die Pilger so auf den rechten Weg…
Für diese Vorgänge gibt es zahlreiche Hinweise. Zum Beispiel wurde in den Konzilen immer wieder darüber beraten, wie dieser „Götzenglaube“ in den Griff zu bekommen sei.
.
dem kann ich mich nur anschließen!
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  #14  
Alt 01.09.2009, 12:02
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

Zitat:
Glauben darfst du alles, Wissen muss aber belegbar sein.
wer sagt dir, daß ich nur GLAUBE und nicht weiß?
das ist nicht mein GLAUBE! das ist mein WISSEN!
und ich KANN es belegen, mit vielen vielen personen, die durchgekrochen sind und ihre schmerzen los hatten!


Zitat:
Du darfst diesem Gefühl auch einen Namen geben, aber nicht „Energie“ „Strahlung“ usw.
Wer sagt, was ich darf und was ich nicht darf? Ich nenne es seit 13 Jahren Energie und alle die ich kenne und die sich mit mir darüber austauschen, wissen was gemeint ist.

Zitat:
Diese volkreligiösen Kultstätten waren der Kirche früher (und bis heute) ein Dorn im Auge. Sie versuchte diese „heidnischen Gebräuche“ zu unterbinden. Wenn das nicht gelang, deutete man die Kultstätten um. Man stellte zum Beispiel ein Kreuz oben drauf, oder weihte den Orte einem christlichen Heiligen. Oder baute eine Kapelle darauf und lenkte die Pilger so auf den rechten Weg…
... oder stellte das, was die leute immer schon dort gespürt haben als "blödsinn" hin, wollte ihnen verbieten drüber zu reden, zu schreiben, verbrannte die bücher, die schriften, verbrannte die leute, usw...

liebe grüße, sonja
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  #15  
Alt 01.09.2009, 12:02
kyselakprojekt kyselakprojekt ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

na hoppla, da hat sich ja Einiges gefunden zum Thema... hier der Buchtipp; es ist eine neutrale Darstellung

Heiliges und Wundersames: Unterwegs zu außergewöhnlichen Plätzen in Österreich: Unterwegs zu außergewöhnlichen Plätzen in Österreich
von Karl Lukan (Autor), Fritzi Lukan (Fotograf)
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  #16  
Alt 01.09.2009, 12:09
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

vielen dank für den buchtipp!
liebe grüße, sonja
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  #17  
Alt 01.09.2009, 12:36
gropli gropli ist offline
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Standard AW: Durchkriechsteine

Zitat:
Zitat von Geomant Beitrag anzeigen
... Jene Rituale haben ihre Ursprünge eben nicht im Mittelalter sondern sind vorchristlichen Ursprungs...
Wobei zu sagen ist, dass im Alpenraum die Christianisierung bis mindestens ins 12. Jahrhundert dauerte. Und das ist dann schon Hochmittelalter.
Solche vorchristliche Rituale lassen sich in unserer Gegend bis in die Neuzeit nachweisen. Ja, ganz vereinzelt, bis heute...


Ich habe grad keine Zeit, ich werde mich gerne später noch mal detaillierter äussern.

Gruss Gropli


.
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  #18  
Alt 01.02.2010, 16:19
Gerd Gerd ist offline
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Beiträge: 2.013
Standard AW: Durchkriechsteine

Georg Rohrecker setzt sich in seinem Buch " Die Kelten Österreichs " mit unserem keltischen Erbe und auch den Klobensteinen auseinander. Ich zitiere aus seinem Buch den Abschnitt über Klobenstein:
Eine zur "Schwarzen Madonna" uminterpretierte Borneth findet sich z.B. auch in Klobenstein bei Kössen an der Tiroler Ache, Knapp an der Grenze nach Bayern. Der Klobenstein selbst ist der gespaltene Kultstein, der keltische Schliefstein, neben dem sich die obligatorische Quelle befindet, die (wie üblich) von einer ehemaligen "Quelle der Inspiration" zu einem irreführenden "Augenbründl" umgedeutet wurde. Darüber befindet sich in der ältesten der drei(!) Wallfahrtskapellen, der heutigen "Loretokapelle", die keltische Borbeth in ihrer katholischen Verkleidung als Schwarze Muttergottes, als die sie weiter am keltischen Wallfahrtsort bleiben konnte.

GERD
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  #19  
Alt 01.02.2010, 23:05
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Registriert seit: 20.07.2005
Beiträge: 2.512
Standard AW: Durchkriechsteine

Zu diesem wirklich interessanten Ort in Tirol gäbe es natürlich noch einiges zu forschen, z.B. ab wann die Bezeichnung "Augenbründel" auftrat. Dalla Torre führt in seinem Naturführer von 1913 übrigens weder Bründel noch den Kult des Durchkriechsteins an, sondern nur Sage und Schädelkult.

Eine Sage dazu ist natürlich auch bei uns zu finden.


G. R. hat wirklich die Gabe die großen Kraft- und Sagenorte überblicksmäßig sehr gut darzustellen. Seine Deutungen kann ich leider nicht immer zustimmen oder sagen wir besser nachvollziehen... nach dem genannten Autor geht sogar der alte Haussegen C + M + B auf die drei Bethen zurück.

Berit
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