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  #1  
Alt 24.10.2009, 12:20
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Standard Die Zeit des künstlichen Schnee

Jetzt mit Ende Oktober ist es in den Alpen ein wenig kälter geworden. Das ist auch die Zeit, wo in den Schigebieten mit großem Aufwand und mit hohem Energieeinsatz künstlicher Schnee auf die grünen Wiesen gepumpt wird.

Ohne Schneekanonen wären aufgrund der Klimaerwärmung heute zahlreiche Pisten ohne Schnee. Das Wasser zur Kunstschneeerzeugung würde außerdem gerade in der niederschlagsärmsten Zeit aus den Flüssen gepumpt. Der Druck auf das Ökosystem würde dadurch noch verstärkt.

Quelle: Tirol.orf.at, 24. Oktober 2009

Wie ist Eure Meinung zur künstlichen Beschneiung für touristische Zwecke?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #2  
Alt 24.10.2009, 16:30
gropli gropli ist offline
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Standard AW: Die Zeit des künstlichen Schnee

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Ohne Schneekanonen wären aufgrund der Klimaerwärmung heute zahlreiche Pisten ohne Schnee.
Hoi Wolfgang

Ungeachtet der Frage nach Sinn oder Unsinn von künstlicher Beschneiung, du unterliegst da einem Irrtum. Kunstschnee braucht (neben Wasser) vor eine natürliche Zutat: Kälte.

Die Klimaerwärmung ist der Tod des Kunstschnees; nicht die Ursache...


Gruss Gropli


.
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  #3  
Alt 24.10.2009, 17:10
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Beiträge: 30.037
Standard AW: Die Zeit des künstlichen Schnee

Hallo Gropli,

Deine Aussage ist nicht richtig.

Grundsätzlich haben wir in den Wintermonaten eine kürzere Sonnenscheindauer, also wird es auch bei unvorstellbar kräftiger Klimaerwärmung in den Wintermonaten kälter als im Sommer.

Und es braucht zur Erzeugung von Kunstschnee keine Minusgrade!

Es reichen kühle Temperaturen, also plus 1° Celsius ist völlig ausreichend. Dafür braucht es eben sehr viel Energie, die Propeller machen gewaltigen Lärm und zudem wird ja kräftig Chemie und Bakterien dazugeschüttet (Snowmax u.a.)

Und je mehr Energie und Chemie man ins Wasser schüttet, dann kann man auch Schnee bis 30 Plusgrade erzeugen...

Es gibt auch von Sandoz zwischenzeitlich Dünge- und Samenmischungen, damit die durch die Chemie verbrannten Wiesen im Sommer aufgepäppelt werden können.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #4  
Alt 24.10.2009, 19:36
gropli gropli ist offline
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Standard AW: Die Zeit des künstlichen Schnee

Hoi Wolfgang

Natürlich weiss ich, dass auch bei über 0°C beschneit werden kann - theoretisch. In der Praxis geht das aber eigentlich nicht über etwa -3°C, da darüber der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag viel zu hoch ist. Chemie ist teuer. Zudem riskiert man bei solchen herbstlichen Temperaturen, das rare Wasser aus den Speicherseen nutzlos zu verschneien. Und im Dezember wirds noch einmal warm und alles schmilzt dahin... In der Realität wird heutzutage meist ohne Chemie beschneit. Und auch erst kurz vor Saisonbeginn, bei uns etwa Anfang Dezember. Und in kalten, windstillen Nächten.
Die künstliche Beschneiung wird heute auch eher mit den Lanzen gemacht. Dazu wird Wasser und Druckluft in einer Düse versprüht; also ohne Gebläse. Diese Lanzen sind leise und wesentlich billiger als die bekannten Schneekanonen. Allerdings sind sie nicht so mobil und leistungsfähig.

Wenn man davon ausgeht, dass alpiner Wintersport ein Unterhaltungs-Industrie ist, so wie Leichtathletik- und Fussballstadien, Campingplätze, Film-Openairs und Kinopaläste, Opernhäuser, Zoologische Gärten usw. So muss man die Umweltverträglichkeit auch mit solchen Anlagen vergleichen. Alle ziehen massenweise Verkehr an, verbrauchen die Landschaft (und/oder Siedlungsfläche). Und sie bieten im Gegenzug unzählige Arbeitsplätze. Alles altbekannte Argumente ...

In der Realität ist es doch oft so, wenn ein Skigebiet nicht künstlich beschneit, so geht es ein. Und dabei gehen schnell mal 100 Millionen Euro und ein paar hundert Arbeitsplätze und Steuerzahler verloren. Für eine Talschaft bedeutet das im Extremfall die Entsiedelung. Nach den Arbeitsplätzen gehen die Familien. Übrig bleiben die Alten und die Pendler. Später bloss noch die Wochenendhäusle-Besitzer. Solche entsiedelte alpine (und auch schon voralpine) Täler kennen wir ja bereits.

Im Endeffekt ist die Wintertourismus-Industrie vielleicht doch die bessere Alternative. Allerdings ist das auch eine riskante Branche. Denn es gibt immer weniger Wintersportler; oder Wintersportler-Nachwuchs. So balgen sich die Skigebiete um die schwindende Anzahl Gäste. Sie sind gezwungen in Bahnen, Gastronomie und Beschneiung zu investieren. Das ist aber heikel, denn diese Investitionen müssten mit mehr Gästen finanziert werden. Aber neue Gäste gibt es nicht, die können nur anderen Skigebieten abgeworben werden.

Ohne künstliche Beschneiung ist heutzutage ein Skigebiet bald Tot. Mit künstlicher Beschneiung vielleicht auch.


Gruss Gropli


PS: ich fahre nicht Ski
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  #5  
Alt 26.10.2009, 23:01
Benutzerbild von Lena
Lena Lena ist offline
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Beiträge: 106
Standard AW: Die Zeit des künstlichen Schnee

Na dann fahren wie eben nicht mehr Schi.
Ist eh eine aussterbende Sportart.

Gruss

Lena
__________________
Die Schule ist nur die Saat -
der Beruf ist die Ernte
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  #6  
Alt 23.11.2009, 18:09
Dachstein Dachstein ist offline
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Standard AW: Die Zeit des künstlichen Schnee

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Ungeachtet der Frage nach Sinn oder Unsinn von künstlicher Beschneiung, du unterliegst da einem Irrtum. Kunstschnee braucht (neben Wasser) vor eine natürliche Zutat: Kälte.
Da liegst du weit daneben. Kunstschnee hat mehr intus als nur Wasser - da gibt es viele Stoffe, die man beimengen kann, um auch bei Plusgraden schneien zu können. Allerdings darf in Österreich maschinell erzeugter Schnee nur Wasser enthalten! Daher ist es in Österreich falsch, von Kunstschnee zu sprechen - die richtige Ausdrucksweise nennt sich Maschinenschnee. Und da ist wirklich nichts anderes drinnen als Wasser, das in die Luft zersteubt wird und dann dort ausfriert.
In anderen Ländern gehe ich mal davon aus, dass da noch einiges reingepackt wird, damit es auch möglich ist, bei höheren Temperaturen zu schneien. Was machen die Österreicher dagegen? Sie kaufen sich die leistungsfähigsten Anlagen und können auch gut im Grenzbereich schneien. Technoalpin hat jedenfalls mit der T60 ein heißes Eisen im Angebot, was auch im Grenzbereich eine gute Schneequalität liefert.

Zitat:
In der Realität wird heutzutage meist ohne Chemie beschneit. Und auch erst kurz vor Saisonbeginn, bei uns etwa Anfang Dezember. Und in kalten, windstillen Nächten.
Kurz vor Saisonbeginn? Das stimmt nicht. In Sölden liegen bereits einige Schneedepots auf der Talabfahrt herum, auch in den anderen Gebieten sind die Schneimeister schon fleißig am Werk gewesen. Sogar am Patscherkofel ist die Anlage in den kalten Oktobertagen gelaufen, um eine Grundbeschneiung vorzunehmen. Und die Talabfahrten in Gurgl sind mittels Technoalpin Kanonen in Perfektion getrimmt worden...

Zitat:
Die künstliche Beschneiung wird heute auch eher mit den Lanzen gemacht. Dazu wird Wasser und Druckluft in einer Düse versprüht; also ohne Gebläse. Diese Lanzen sind leise und wesentlich billiger als die bekannten Schneekanonen. Allerdings sind sie nicht so mobil und leistungsfähig.
Das ist auch ein Trugschluss: es werden sowohl Lanzen als auch Kanonen verkauft. Sölden hat erst in den letzten Jahren eine Armader von Technoalpin T60 gekauft, am Hauser Kaibling stehen viele T60 herum. In Gosau auch..., Serfaus hat im Masner eine Demacanlage realisiert. Der Kunde überlegt was er braucht, dann entscheidet er, was für eine Anlage für ihn die geeignete ist. Für manche Pisten werden Lanzen bevorzugt, für manche Pisten werden Kanonen angeschafft.

MFG Dachstein
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Stichworte
beschneiung, klima, klimaerwärmung, kunstschnee, künstlich, liftbetreiber, schifahren, schnee, speichersee, tourismus, winter, wintertourismus, Ökologie, Ökosystem

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