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Umfrageergebnis anzeigen: Welches Foto soll gewinnen: Gerüche?
Rabenweib 0 0%
Andromeda 1 9,09%
baru 5 45,45%
SAGEN.at 0 0%
harry 1 9,09%
cerambyx 1 9,09%
photophilus 0 0%
irene1979 1 9,09%
Elfie 2 18,18%
Teilnehmer: 11. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Antwort
 
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  #1  
Alt 08.05.2011, 11:34
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
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Standard SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Das Thema für den SAGEN.at-Themen-Fotowettbewerb Mai 2011 ist:

Gerüche

Gerüche begleiten ständig unser Leben und der Mensch kann tausende Gerüche erkennen und sich einprägen. Bestimmte Orte sind immer von Gerüchen begleitet, bestimmte Gerüche verfolgen uns seit der Kindheit das ganze Leben lang.

Gerüche können in der vorliegenden Ausstellung aus technischen Gründen nicht direkt ausgedrückt werden, ein Foto könnte es jedoch schaffen, die Geruchsassoziation beim Betrachter auszulösen.

Als volkskundliches Forum liegt ein besonderer Schwerpunkt auf einer ausführlichen Bildbeschreibung und Erklärung.

Bilder und Beschreibung nun hierher!

Die Spielregeln zum Fotowettbewerb finden sich hier und im Monat Mai 2011 erhält der Gewinner des Fotowettbewerbes eines unserer eben neu erschienenen Sagenbücher und eine Glasflasche voll mit Edelsteinen aus einem historischen Tiroler Bergwerk! *)

Wolfgang (SAGEN.at)

*) unter Ausschluss des Rechtsweges!
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  #2  
Alt 08.05.2011, 13:24
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Noch bevor ein Menschlein sehen kann, bevor es sich ausdrücken oder etwas begreifen kann, riecht es. Es riecht die Mutter. Ein Geruch kann uns an einen anderen Ort versetzen, kann uns an etwas erinnern, an eine Zeit, an ein Erlebnis.
Und Blumen sind wohl die bekanntesten Duftspender. Aus Blütenessenzen werden Parfums gemacht, Blumen schenken Freude, sie werden an Festtagen verwendet, sie schmücken Kirchen und werden als Blütenkette um den Hals getragen, oder als Gänseblümchen-Kranz den Kindern ins Haar gesetzt.
Jede Blume hat ihren eigenen Duft und die Königin aller Blumen ist wohl die Rose. Kaum eine Blume wurde so oft veredelt und in Gärten gepflanzt, man kann Rosenblüten trocknen und in Liebesbriefen mitschicken, aus den Blüten kann man Rosenessig, Rosenwasser, Rosenparfum und vieles mehr machen.
Die rote Rose gilt wohl als bekanntestes Symbol der Liebe, sie ist aber auch ein Schutz-Symbol, da sie weiß, sich mit ihren Dornen zu wehren.
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  #3  
Alt 09.05.2011, 12:19
Benutzerbild von Andromeda
Andromeda Andromeda ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Feuer.
Geruch von verbranntem Holz und Kohle.
Erinnerungen werden wach:
Kalter Winter
Warme Wohnküche
Im Kachelofen knistert es
Oma häkelt, Katze schnurrt ...
... und dann die Grillsaison, der Duft von gegrilltem Fleisch mischt sich mit dem von verbranntem Holz und Kohle...
... und das Lagerfeuer ... es knistert und alle sitzen zusammen, gucken in die Flamme, riechen das verbrannte Holz

Hat jemand eine Gitarre dabei?
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  #4  
Alt 12.05.2011, 20:04
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baru baru ist offline
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Beiträge: 3.188
Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Zitat:
Gerüche begleiten ständig unser Leben
Ja! So ist es! Und wie!


Wenn ich Noriker-Pferden begegne und ihren Geruch wahrnehme, denke ich an meine Urgroßmutter (s.Avatar) - und Honigzuckerl. Eine eigenartige Verbindung, nicht wahr?

Die Geschichte dazu:

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, an dem es auch Pferde gab. Mit 5 Jahren war ich schon „Heignfåhrer“ , d.h., ich habe die Pferde geführt, wenn sie im Sommer beim Heuen den Wagen ziehen mussten; während des Stehens hielt oder legte ich ihnen ein Büschel Heu zum Fressen hin und/oder verscheuchte mit beblätterten Zweigen die ewig-lästigen Bremsen. Mit der Zeit entwickelte ich mich, zu meiner Freude, zu einer richtigen „Ross-Dirn“ (Dirn = Magd)

Und dass die Beziehung zu den Rössern sehr intensiv wurde, trug auch Folgendes bei:
Ich war 10 Jahre alt, als im Frühsommer meine Urgroßmutter starb – für mich ein sehr, sehr großer Verlust! Wie es früher Brauch war, wurde sie im Haus im „Schönkammerl“ offen aufgebahrt. Drei Tage lang kamen Verwandte, Nachbarn und Bekannte zum „Beten“.
Auswärtige Verwandte brachten manchmal kleine Mitbringsel. Und so bekam ich einen Stanitzel voll mit Honigzuckerl - ein wahrer Schatz, eine Rarität! Einmal gekostet, gab es kein Halten mehr und es kam, wie es kommen musste: Das Unheil, bzw. die Übelkeit nahm ihren Lauf… mir wurde unheimlich schlecht! Ich hatte das Gefühl, das ganze Haus riecht nach Honigzuckerl, es war nur noch ekelhaft - ich kann bis heute kein Honigzuckerl sehen!

Der einzige honigzuckerlgeruchsfreie Ort war der Pferdestall! Er war nur durch einen schmalen Gang und zwei Stufen vom Haus getrennt. Für meine Antwort auf die immer wieder gestellte Frage: „Wås tuast denn ållweil an Rossståll draußn?“ erntete ich nur Kopfschütteln.
Die Urgroßmutter hätte mich verstanden….

Auf diesem Hof gibt es schon lange keine Pferde mehr und seit das alte Haus einem neuen weichen musste, verschwand natürlich auch der Rossstall.
Wenn ich heute Pferde rieche, sehe ich die Urgroßmutter auf der Bahre liegen und mich bei den Rössern im Stall … Wo ist nur die Zeit hingekommen ?
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #5  
Alt 12.05.2011, 21:33
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

eine wunderschöne, intensive Geschichte
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  #6  
Alt 12.05.2011, 23:13
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

danke fürs erzählen, baru!
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  #7  
Alt 13.05.2011, 09:54
harry harry ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Auch von mir ein herzliches Dankeschön für diese Geschichte.
__________________
Harry
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  #8  
Alt 13.05.2011, 12:49
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stanze stanze ist gerade online
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Toll erzählt, da riecht man beim Lesen sogar das Heu, nicht nur die Pferde.
Danke auch.
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  #9  
Alt 28.05.2011, 21:53
irene1979
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Wenn der Frühling Einzug hält, dann nehmen wir viele frische Gerüche auf. Viele Gerüche lassen uns träumen. Sie lassen uns die kalten grauen Wintertage vergessen. Die Tiere beginnen zu erwachen - und nehmen die Gerüche der frisch aufgeblühten Pflanzen wahr. Auch sie lieben die Wärme, den Frühling - die Gerüche.
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  #10  
Alt 30.05.2011, 09:56
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Beiträge: 23.991
Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Das Foto ist außer Konkurrenz, die Kamera – einfach hingehalten – hat lieber die Wiese scharf gemacht. Hätte ich das Mai-Thema geahnt…

Der herbe Duft der Mostbirnblüten haben meine Kindheit begleitet, ich rieche sie bis heute gern. Jeder Frühling eine Zeitreise, kostbar und nicht so beliebig zu wiederholen wie das ganzjährig mit Ziegenkäse geht: ich mach die Augen zu und sitz bei Oma im Stall – sie melkt gerade.
Im Garten der Großeltern standen drei dieser Bäume. Auf einem, er war am leichtesten zu besteigen, hatte ich mein Asyl: wenn ich trotzte, wenn ich traurig war und auch meinen ersten Cousin besah ich mir bei seiner Ankunft mit der Mutter aus der Klinik erst mal von oben.
Das kleine Haus, in einer Reihe mit 7 anderen, war einen knappen Kilometer vom Ort entfernt.
Fuhrwerke und Regen legten immer wieder die großen Steine in der Sandstraße frei und der kleine Handleiterwagen holperte dahin. Etwa die Hälfte des Weges war von Birnbäumen gesäumt. Große alte, deren Äste über der Straßenmitte ineinander reichten. Im Frühling ein Dach aus Duft und Blüten.
Ich lag auf dem Leiterwagen auf Jutesäcken mit Futter aus dem Lagerhaus und schaute in diesen weißen Himmel. Sand und Steine knirschten unterm Eisenring der Räder, das Wägelchen ruckte über die Unebenheiten und schaukelte mich durch dieses Paradies.
Einmal im Jahr quikte es im Sack: ein Ferkel kam ins Haus. Dann waren die Blüten nicht das Wichtigste: der Sack wurde immer wieder gestupst. Ein grelles Quiiiii…, ein strenger Blick des Großvater: „loss des Farl in Ruah, sunst gehst z´fuaß“
Die Bäume sind längst verschwunden, die alten Häuser auch – und die Menschen.
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dokumentation, edelsteine, ethnologie, foto, fotografie, geruch, gerüche, gewinn, kultur, kultur-fotografie, kunstgeschichte, sagen.at-fotowettbewerb, sieg, technikgeschichte, volkskunde, wettbewerb

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