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  #11  
Alt 23.06.2016, 23:57
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Die Waldaufkapelle zu Hall in Tirol:

Florian Waldauf von Waldenstein zu Rettenberg (1440/50-1510) war kaiserlicher Rat und Diplomat unter Kaiser Maximilian. Am Dreikönigstag 1489 geriet er zusammen mit dem Kaiser in Seenot in der holländischen Zuiderzee (= heute das viel kleinere Ijsselmeer) und gelobte eine Heiltumsstiftung für den Fall der Rettung. Im Lauf der Jahre sammelte er eine Unmenge Reliquien auf seinen Reisen als Diplomat in vielen Ländern Europas. Die Sammlung wurde bis 1501 in Schloß Rettenberg (bei Kolsass, Tirol) aufbewahrt und dann nach Hall in eine eigens dafür gebaute Kapelle in St. Nikolaus gebracht.

Um seine Sammlung weiten Kreisen bekannt zu machen, ließ Waldauf 1509 ein "Heiltumsbuch" drucken, mit dessen Illustration er den Augsburger Maler und Zeichner Hans Burgkmair beauftragte.

(Reliquiensammlungen dieses oder noch größeren Umfangs gab es in dieser Zeit öfter. Friedrichs III. von Sachsen ("Friedrich der Weise") hat sein Heiltumsbuch von Lucas Cranach illustrieren lassen (117 Holzschnitte, 1509) illustrieren lassen; 1520 soll er 18.970 Reliquien besessen haben. Größter Heiltumsschatz dieser Zeit soll der von Albrecht von Brandenburg (1490-1545) gewesen sein (rd. 20.000 Stück); eine Handschrift mit Abbildungen der kostbarsten Reliquienbehälter ist in der Aschaffenburger Hofbibliothek erhalten geblieben. Diese Sammlungen sind der Reformation zum Opfer gefallen.)

Heute sind Heiligenreliquien in Schreinen oder Reliquiaren auf Altären untergebracht, wenn sie nicht überhaupt in kirchliche Schatzkammern oder Hinterzimmer gewandert sind. Eine museumsähnliche Ausstellung dieses Umfangs, wie sie der Stifter in der Haller Kirche eingerichtet hat, habe ich noch nirgends gesehen.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
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Hall6.jpg  
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  #12  
Alt 24.06.2016, 06:57
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Der Mann hat wohl die Katakomben räumen lassen!

Das ist wirklich ein beachtlich interessanter Platz.
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  #13  
Alt 24.06.2016, 09:41
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Der Mann hat wohl die Katakomben räumen lassen!

Das ist wirklich ein beachtlich interessanter Platz.
Das kam erst später. Alle die "heiligen Leiber" in unseren Klosterkirchen stammen aus solchen Ausräumaktionen.
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  #14  
Alt 24.06.2016, 13:36
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Zughunde-Museum in Dorfstadt bei Schönbach im Waldviertel.

Neben Wächter für Haus, Hof und Herde und als Jagdgehilfe wurden Hunde auch als Zugtiere eingesetzt.

Während der Kriege und noch im 1. Weltkrieg wurden unter anderem Waffen von Hunden im unwegsamen Gelände befördert.
Die Hunde waren die idealen Zugtiere für arme Leute und kleine Händler. Sie wurden vor Schiebekarren, unter Ein- oder Zweiachser gehängt. Dort konnten sie mitziehen, ob der Karren nun gezogen oder geschoben wurde – gleichzeitig war der Hund auch zum Bewachen des Karren nützlich.

Bauern brachten mit den Hunden ihre Lebensmittel zum Markt, Bäcker lieferten mit Hundewagen Brot.

Milch wurde mit Hundekarren zu den Abnehmern, Käse von den Almen zu Tal gebracht.

Kleinhändler zogen mit ihren Hundewagen durch die Lande und hielten auf Märkten ihre Waren feil.

Hundegespanne mit Post, Fässern, Fleischerwaren und Fischen finden sich in der Malerei oder auf frühen Fotos.

Bei der vornehmen Gesellschaft wurden kleinere oder luxuriöse Kutschen zur Ausfahrt der Kinder den Hunden zum Ziehen anvertraut. Quelle

Das Museum befindet sich in einem alten Waldviertler Bauernhof, der aus einer Zeit stammt, in der noch Hunde als Zugtiere und Arbeitshilfen eingesetzt waren.

An der Fassade sind zwei Bilder angebracht, die den Einsatz der Hunde zeigen, eines mit dem Titel: Dorfjugend nach einem Gemälde von B. Genzmer.
Gut getarnt schnattern zwei Laufenten das an Sonn- und Feiertagen geöffnete Museum entlang.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
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  #15  
Alt 24.06.2016, 15:16
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Während der Kriege und noch im 1. Weltkrieg wurden unter anderem Waffen von Hunden im unwegsamen Gelände befördert.
Zu Kriegshunden siehe hier.
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  #16  
Alt 24.06.2016, 20:29
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Standard AW: Die 500 schönsten Plätze zur Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Österreich

Weil es gerade zu diesem Thema passt: ein Hundefuhrwerk in Innsbruck.

Wolfgang (SAGEN.at)
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