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  #1  
Alt 22.10.2008, 20:01
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard Sepulkralkultur

Fand einen Artikel über : Verbotenen Grabschmuck.
Gemeint sind damit Perlkränze (mir völlig unbekannt). Deshalb
möchte ich hier auf die Ausstellung im Kasseler Museum hinweisen,
dies Thema ist sicherlich volkskundlich interessant.
Gezeigt werden Perlkränze, die um das Jahr 1850 in Frankreich in Mode
kamen und sich über ganz Europa bis nach Südamerika verbreiteten.
Kränze, Kreuze, Kissen und Medaillons wurden von Frauen und Kindern
angefertigt. Es wurden winzigste Glasperlen verarbeitet. Beginn des 20. Jhts.
war dieser "Kitsch" "verpönt", ja sogar in den Friedhofsordnungen teilw. verboten
(ebenso wie anderer künstlicher Grabschmuck). Trotzdem waren Perlkränze
bis in die 60er Jahre beliebt. Ausgestellt ist eine private Sammlung.
www.sepulkralmuseum.de (Presseartikel: Unsere Kirche, Nr 43, 08)
Viele Grüße aus Westfalen sendet Ulrike!
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  #2  
Alt 12.06.2015, 09:36
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Sepulkralkultur

Wien ist wieder einmal ganz anders:

„Trauerhits“ live auf dem Zentralfriedhof

Schon zum neunten Mal werden bei einem Open-Air-Konzert im schaurig-schönen Ambiente des Zentralfriedhofs Trauerhits live gespielt. Beim „Nachklang“ treten am Dienstag die Wiener Friedhofsänger und die Gruppe „Vienna City Brass“ auf.
Es ist eine Mischung aus Trauerlieder und Liedern mit Augenzwinkern: Die Vereinigung der Friedhofsänger, die Gruppe Vienna City Brass und Künstler der Staats- und Volksoper singen und spielen Lieder wie „The Show Must Go On“ oder „Time To Say Goodbye“.

Unter dem Titel „Nachklang“ werden Musikstücke verschiedener Epochen live dargeboten, heißt es in einer Aussendung der Bestattung Wien. Von Klassik und Oper bis Pop und Rock spannt sich das Spektrum des Konzert. Klassische Stücke und moderne Lieder wie „I am from Austria“ von Reinhard Fendrich bis hin zu Liedern wie „Always look on the bright side of life“ stehen auf dem Programm.

Auch Geschichten zum Thema „Sterben und Tod“
Peter Rapp und Dieter Chmelar führen durch das Programm. Sie werden Anekdoten und Geschichten zum Thema „Sterben und Tod“ zum Besten geben. Das Konzert beginnt am Dienstag um 18.30 Uhr vor der Lueger-Kirche auf dem Zentralfriedhof. Der Eintritt ist frei. Insgesamt stehen 2.000 Sitzplätze zur Verfügung. Die Organisatoren empfehlen die Anreise mit den Straßenbahnlinien 6 oder 71 und den Zugang über das Tor 2 des Zentralfriedhofs.

Friedhofsänger mit Geschichte
Die Vereinigung der Friedhofsänger besteht aus Sängern der Wiener Staats- und Volksoper und kann seit mehr als 80 Jahren für Trauerfeiern gebucht werden. Die Sänger haben bis zu 6.000 Liedern im Programm. Klassiker sind „Time to Say Goodbye“ von Andrea Bocelli und Sarah Brightman, ‘My Way’ von Frank Sinatra oder Harald Juhnke, ‘Candle in the Wind’ von Elton John oder ‘The Rose’ von Bette Midler.
Quelle: orf.at

Geändert von Elfie (13.06.2015 um 05:32 Uhr) Grund: Link gelöscht: nur kurz verfügbar.
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  #3  
Alt 12.06.2015, 12:30
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Sepulkralkultur

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
... Perlkränze (mir völlig unbekannt).
Danke für den Hinweis!

Ich habe drei (leider schlechte) Fotos von Perlkränzen.
(1) Den in einen ovalen Glasrahmen eingeschlossenen Kranz mit der Aufschrift "A nos parents" ("Unseren Eltern") habe ich in den 90er Jahren auf einem Grab auf dem Friedhof von Spa (Ostbelgien) fotografiert.
(2) Vor ein paar Jahren habe ich eine Ausstellung zum Thema "Totengedenken" mitgestaltet, und in einer der Vitrinen hängt auch ein Perlenkranz. Ich habe vergessen, wo er herstammt – mir gehört er nicht, die Museumsinhaberin bekam ihn geliehen. Ich nehme an, daß er im Wallfahrtsort Walldürn hergestellt wurde, der einzigen Produktionsstätte in Süddeutschland. Dort hat man solche Kränze meines Wissens bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts gefertigt.
(3) Dieser Kranz hängt in der Dauerausstellung des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld.

Das Kasseler Museum kenne ich. Wenn man noch kein Museum zum Thema gesehen und kein spezielles Interesse an Sepulkralkultur hat, mag sich der Besuch lohnen; mich hat es eigentlich enttäuscht (und die unter (2) genannte Museumsinhaberin auch). Sonderausstellungen mögen dagegen interessant sein, und die Perlenkranz-Ausstellung (2008) hätte ich gerne gesehen.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Spa.jpg   AusstellungKrumbach.jpg   Oberschönenfeld,Mus.jpg  
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  #4  
Alt 18.06.2015, 22:49
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Standard AW: Sepulkralkultur

Danke für's Herzeigen! Ich habe von Perlkränzen mal gelesen, aber so schön wie von Dir gezeigt, bisher nicht gesehen

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #5  
Alt 20.06.2015, 02:01
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Sepulkralkultur

1981 habe ich ein Interview mit einem Sarghersteller gemacht – für die Fachzeitschrift "Der deutsche Schreiner". Wie ich zu diesem Auftrag gekommen bin, weiß ich nicht mehr – mein Chef hatte etliche seltsame "Kontakte". Die Redaktion hat den Text um einige Passagen gekürzt, die ihr zu makaber erschienen; das wußte ich natürlich vorher, habe aber keine "Selbstzensur" geübt, weil es immer spannend ist, zu sehen, was akzeptiert wird und was nicht. Dafür habe ich jetzt für SAGEN.at einiges gestrichen, das wohl nur für Schreiner von Interesse war, und um einige ohnehin längst überholte Firmeninterna.


Weg vom Schnörkel

"Der Hauptgrund, warum sich unser Unternehmen so gut entwickelt hat, ist wohl der, daß wir fortschrittlich waren, und das hieß vor allem: Weg vom Schnörkel. Damit haben wir uns unseren guten Namen gemacht."

Der so seine erfolgreiche Geschäftspolitik erläutert, ist Heinz Jacobs, Inhaber einer Sargfabrik. Sein Büro ist schlicht; an der Wand hängt ein nagelneuer Zinnteller mit den Jahreszahlen 1930 und 1980, Geschenk der Belegschaft zum 50jährigen Firmenjubiläum. Man will nicht zur Schau stellen, daß diese Sargfabrik eine der branchengrößten der Bundesrepublik ist. Es gibt kein Vorzimmer mit passender Dame, die Besucher anmeldet und Kaffee kocht. "Was sollen wir mit einer Sekretärin?" meint Jacobs, "wir machen hier keinen überflüssigen Schreibkram."

Nichts Überflüssiges, dafür Investitionen an den richtigen Stellen – das ist ein weiteres Erfolgsrezept: "Wir haben immer gerne in moderne Maschinen investiert, und damit konnten wir dann preisgünstig produzieren. Sprunghafte Umsatzsteigerungen – wenn man das bei Särgen so sagen kann – haben wir nie zu verzeichnen gehabt, aber es ist Jahr für Jahr stetig bergauf gegangen."

Er ist mit der Firma großgeworden. Acht Jahre war er alt, als sein Vater mit zwei Partnern den Betrieb gründete. Selbst nicht Schreiner, sondern gelernter Kaufmann, ist er 1947, nach der Gefangenschaft, in die Firma eingestiegen. Hätte er andere Interessen gehabt, wäre ihm ein anderer Berufszweig lieber gewesen? "Ach, sehen Sie”, erläutert er, "dieses Problem des ,Aussteigens’, wie ich es von Kollegen höre – daß die jungen Leute nicht mehr in die Familienbetriebe wollen – das gab es damals eigentlich noch nicht. Für mich war das keine Frage. Der Betrieb war noch klein, und ich hatte mir vorgenommen, daß das nicht so bleiben sollte."

Die ehrgeizigen Pläne des jungen Jacobs irritierten die Seniorpartner zuerst. "Die alten Herren haben immer gesagt: Wo um Himmels Willen willst du das alles verkaufen?" Denn: "In unserer Branche ist der Verkauf nun mal natürlich begrenzt, weil keine Bedarfsweckung möglich ist. Letztlich muß man alles der Konkurrenz abnehmen, wenn man verkaufen will."

Heute verlassen täglich rund hundert Särge die Fabrik. Etwa 3.000 Kubikmeter Eichenholz und 1.800 Kubikmeter Fichtenholz wurden im vergangenen Jahr verarbeitet. 56 Mitarbeiter werden beschäftigt; es werden auch Lehrlinge ausgebildet, nicht zum Schreiner herkömmlicher Prägung, erläutert Jacobs, sondern zum Holzmechaniker: "Hier steht weniger die Handfertigkeit im Hobeln und Sagen im Vordergrund, sondern die Bedienung der Maschinen und auch deren Reparatur: Preßluftanschlüsse machen, Schaltungen machen, aber auch anderes, wie beispielsweise Methoden der Holztrocknung – eben das, was ein Schreiner im Industriebetrieb können muß. Ein Ausbildungsberuf, der erst wenige Jahre alt ist."

Der Katalog der Firma weist heute 50 verschiedene Sargmodelle aus. Allerdings sind das nicht 50 wirklich verschiedene Formen; die Unterschiede liegen teilweise bei gleicher Grundform in der Art der Oberflächenbearbeitung. Särge gibt es einfach gebeizt oder rustikal. Verzierungen werden von zwei Bildhauern angebracht, den am höchsten bezahlten Leuten des Betriebes. Die benutzen zwar maschinelle Vorrichtungen, arbeiten aber die Ornamente – Palmwedel und ähnliches – "frei aus der Hand" in die Holzoberfläche ein. Ganz ohne Schnörkel geht es eben doch nicht: "Das ist hier allgemein eine konventionelle Branche."

Das älteste Modell im Katalog ist der Sarg mit der eingeschnitzten Palme. "So ähnliche Särge hat man schon vor hundert Jahren gemacht." Andere Stücke sind Beispiele moderner Formgebung. Aber es ist nicht leicht, neue Formen zu finden: "Man möchte gern, aber den alten Schwung, den hat man ebenso so drin." Ein Designer hat der Firma Entwürfe gemacht, aber "die mußten wir erst auf die richtigen Maße bringen. Auf sowas achten solche Leute ja nicht."

Von den Kunden selbst, den Bestattungsunternehmen, kommen kaum Anregungen oder Wünsche – höchstens mal Klagen, daß ein Sarg unhandlich gewesen sei: "Da wird dann bei der Hauseinsargung geschimpft: ,Nirgends was, wo man richtig anpacken kann!’ Solche Kritik nehmen wir natürlich ernst und berücksichtigen sie bei der Produktion."

Viele Modelle zeigen nicht mehr die typische "Sargform"; sie unterscheiden sich kaum von Truhen, wie man sie sich auch ins Heim stellen könnte. Ist so etwas schon vorgekommen? "Scherzhafterweise ja – aber das waren Einzelfälle. Wir beliefern ja ausschließlich die Bestattungsunternehmen, also nicht die Trauerhäuser, aber wir bekommen doch so einiges mit."

Jacobs hat in seinen vielen Berufsjahren in dieser Branche vieles "mitbekommen" und erzählt bereitwillig davon: "Leute gibt es, die schimpfen über jeden Aufwand bei der Beerdigung. Das hat nichts damit zu tun, was einer sich leisten kann, ob er Geld hat oder nicht. Familien, in denen Geld keine Rolle spielt, kaufen oft ganz einfache Särge – und auf der anderen Seite gibt es solche, die der Mutter oder der Frau den schönsten Sarg kaufen wollen, denen nichts zu teuer ist, auch wenn sie alles andere als wohlhabend sind."

Aber heißt es nicht, daß der "schöne Sarg" vor allem der Nachbarn wegen gekauft wird? "Sicher, für viele ist der Sarg ein Statussymbol wie anderes auch. Sehen Sie, ich bekomme oft zu hören: ,Für mich tut es auch eine Apfelsinenkiste.’ Ich sage dann immer: ,Dann kannst du dich auch vom Sperrmüll abholen lassen.’ Ich persönlich meine: Wie gelebt, so gestorben. Die Angehörigen sollen den Sarg kaufen, der zu dem Verstorbenen paßt. Wer sein Leben lang Wert auf einen gewissen Lebensstil gelegt hat, zu dem paßt es nicht, wenn es dann heißt: Ein paar Bretter, das genügt."

Es gibt aber nicht nur Unterschiede in der persönlichen Auffassung, sondern auch regionale Unterschiede. „In Nordrhein-Westfalen werden die meisten Eichensärge verkauft. Hier ist das Niveau am höchsten. In Süddeutschland hält man es einfacher." Über die Gründe kann Jacobs nur spekulieren: "Das drückt sich in der ganzen Lebensweise aus – ich denke, auch in der Wohnungseinrichtung stellen die Leute hier höhere Ansprüche. Man lebt hier anders, und da gibt es in unserer Branche wohl die gleiche Tendenz." Eine Rolle spielt außerdem, daß im protestantischen Norden der Bundesrepublik mehr Feuerbestattungen üblich sind: in Hamburg etwa sind es 30 Prozent aller Bestattungen, in Köln und Aachen höchstens 7 Prozent. Und wo der Anteil der "Verbrenner" höher ist, da werden auch im Durchschnitt einfachere Särge verkauft – aus den gleichen Hölzern, aber in Form und Ausstattung einfacher.

Nicht alles ist behördlich erlaubt. Metallsärge, wie in Amerika gebräuchlich, sind bei uns nicht zugelassen, jedenfalls nicht für Reihengräber – dafür muß man sich schon eine Gruft leisten. Auch Kunststoffsärge lassen die Friedhofsbehörden nicht zu. Versuche mit Spanplatten waren ebenfalls nicht erfolgreich: Da die Späne mit Harnstoffleim gepreßt werden, der beim Verbrennen Rückstände gibt, wurden solche Särge nicht genehmigt.

Belgien und die Niederlande liegen nahe – wird also auch exportiert? "Wir könnten das natürlich, wenn wir uns den in den Nachbarländern üblichen Formen anpassen würden. Die in Belgien übliche Sargform zum Beispiel ist eine ganz andere als bei uns, das hängt mit den Bestattungssitten zusammen. Man hat dort die Gruften, vier Nischen übereinander, die Särge müssen also sehr niedrig sein. Die wiederum ließen sich in Deutschland nicht verkaufen. Hier möchte man im Sarg Bewegungsfreiheit ..."

Ein Teil der Särge verläßt die Fabrik bereits fertig ausgekleidet. Eine Polsterung aus saugfähigem Material ist Vorschrift. In der Regel wird hierfür eine Schicht Sägespäne genommen. Darüber kommt etwas, das einer seidenen Steppdecke ähnlich sieht. "Fühlen Sie mal – wie weich!" sagt Jacobs beim Fabrikrundgang und drückt mit der Hand in die Polsterung eines offenen Sarges. Ich probiere es auch: Stimmt, er hat recht. Auf besonderen Wunsch wird auch der Sargdeckel ausgeschlagen. Für die weitere Innenausstattung allerdings sind besondere Wäschefirmen zuständig. "Sie können Wäsche kaufen, die teurer ist als die, die Sie auf Ihrem Bett haben – in rosé, in bleu, mit echten Spitzen, in Brokat. Da gibt es wirklich alles. Auch bügelfrei, wenn Sie das wollen."

Mit vier Lieferwagen, Ladefläche für 20 bis 45 Stück, beliefert die Fabrik ihre Kunden. Das muß oft ganz kurzfristig geschehen, denn "der Bedarf entsteht ja ganz unregelmäßig". Gibt es Zeiten erhöhter Umsätze? "Nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Seitdem es die Grippeschutzimpfung gibt, verteilen sich die Todesfälle gleichmäßig aufs ganze Jahr; wir haben keine Häufung mehr im Winter zu verzeichnen. Nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahre kann man sagen: Im März ist es etwas mehr, im August etwas weniger." Und: "Die Verkehrstoten schlagen da kaum zu Buche."
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  #6  
Alt 11.07.2015, 13:47
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Sepulkralkultur

Ich habe unter meinen Fotos noch ein Bild von einem Perlkranz gefunden. Dieses Exemplar ist im Stadtmuseum Rottweil (Baden-Württemberg) ausgestellt.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Totenkranz,RottweilMus.jpg  
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  #7  
Alt 02.12.2015, 13:57
Babel Babel ist offline
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Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Ich habe unter meinen Fotos noch ein Bild von einem Perlkranz gefunden. Dieses Exemplar ist im Stadtmuseum Rottweil (Baden-Württemberg) ausgestellt.
Mit der Zunahme von Tierfriedhöfen erwacht offenbar auch das Bedürfnis nach passendem Zubehör – und natürlich wird es von den Herstellern befriedigt, siehe hier.
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  #8  
Alt 03.12.2015, 19:47
Babel Babel ist offline
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Es gab nicht nur Perlkränze, sondern auch Perlkreuze und -herzen. Das verbogene Herz aus Perlen auf längst verrosteten und stellenweise gebrochenem Draht habe ich 2008 auf dem Friedhof von Arles (Provence) fotografiert. Das Kreuz ist dagegen tadellos erhalten, aber als Museumsstück; es befindet sich im Museumsdorf Kürnbach (Gde. Schussenried, Kreis Biberach, Baden-Württemberg).
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Arles6d.jpg   Kürnbach.jpg  

Geändert von Babel (03.12.2015 um 22:50 Uhr)
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  #9  
Alt 04.12.2015, 10:37
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Sepulkralkultur

Zum Totensonntag/Ewigkeitssonntag findet in unserer Friedhofskapelle eine
Andacht statt, begleitet vom Posaunenchor. Neuerdings wird eingeladen,
vorher in einem Nebenraum einen Kaffee zu trinken. Vielleicht gar nicht schlecht - wenn auch gewöhnungsbedürftig- vor allem für Auswärtige, die
vielleicht eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrmitteln hinter sich haben. Man
kann sich aufwärmen, zur Toilette gehen (durchaus wichtig), sich
unterhalten und mancher wird in seiner Einsamkeit an solch einem Tag
etwas getröstet durch menschliche Gesellschaft. Ich wohne direkt neben
unserem Friedhof und beobachte z.B. ein Verschwinden der großen alten
Erbgruften, der "Trend" geht zu Urnenbestattungen auf Gemeinschaftsfeldern.
Die ganze Bestattungskultur ist in einem großen Umbruch, so haben wir das
erste private Kolumbarium im Untergeschoss eines Bestattungsunternehmens.
Viele Grüße von Ulrike
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  #10  
Alt 06.12.2015, 13:54
Babel Babel ist offline
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Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
... der "Trend" geht zu Urnenbestattungen auf Gemeinschaftsfeldern.
Hier nehmen überall die Urnenwände zu. Mich rührt immer, daß viele Hinterbliebene sich offenbar nicht so ganz mit deren Schmucklosigkeit und Uniformität abfinden können. Obwohl für individuellen Schmuck praktisch kein Raum ist, findet sich vieles, das sich doch unterbringen läßt.

Die Fotos stammen vom Friedhof in Ehingen (AlbDonau-Kreis, Baden-Württemberg). Um dem Bedürfnis entgegenzukommen, Blumen niederzulegen wie auf einem herkömmlichen Grab, hat man dort in einer Ecke der Urnenwände ein Schildchen mit der Aufschrift "Blumen" in den Boden gesteckt, das kaum mehr zu sehen ist in dem Berg von Blumengestecken (jetzt im Dezember! wie wird es erst im Sommer aussehen?). Für Besucher, die nicht auf das Grablicht verzichten mögen, hat man einen Baumstumpf so hergerichtet, daß man Lichter darauf stellen kann.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
EhingenFr.jpg   EhingenFr1.jpg   EhingenFr2.jpg   EhingenFr3.jpg   EhingenFr4.jpg  

EhingenFr5.jpg   EhingenFr6.jpg   EhingenLampen.jpg  
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