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  #1  
Alt 02.12.2015, 13:51
Babel Babel ist offline
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Standard Buchsbaum auf dem Friedhof

Auf ein ordentliches katholisches Grab gehört neben Grabstein oder -kreuz und dem Gehäuse für das Grablicht ein Weihwasserkesselchen, und in dieses ein Gerät, mit dem man das Wasser übers Grab sprengen kann. Dieses Gerät hat entweder das Aussehen einer kleinen Flaschenbürste, oder es ist ein kleiner Buchsbaumzweig. Auf Gräbern in meiner Region (östliches Bayerisch Schwaben) sieht man den Buchsbaumzweig sehr oft, auf manchen Friedhöfen ist er häufiger als der Weihwasserpinsel. Als Begründung habe ich bisher nur zu hören bekommen: "Es ist halt so üblich." Mich interessiert, ob es auch in Österreich üblich ist?
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  #2  
Alt 02.12.2015, 18:34
ulli292 ulli292 ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass Buchsbäume immergrüne Pflanzen sind? Außerdem sind sie oft auf Gräbern zu finden, man hat die Zweige also "griffbereit ".
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  #3  
Alt 02.12.2015, 19:21
klarad klarad ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

In meinen mir bekannten Teilen von Österreich ist das nicht üblich, aber soo gut kenne ich mich mit Friedhofsbräuchen auch nicht aus.
__________________
K.D.
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  #4  
Alt 02.12.2015, 19:38
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Zitat:
Zitat von ulli292 Beitrag anzeigen
Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass Buchsbäume immergrüne Pflanzen sind? Außerdem sind sie oft auf Gräbern zu finden, man hat die Zweige also "griffbereit ".
Danke für deine Antwort! Man kann hier und da lesen, daß der Buchsbaum als Symbol für das ewige Leben (o. ä.) galt bzw. gilt, und dafür ist ganz sicher verantwortlich, daß er eine immergrüne Pflanze ist (es gibt aber auch andere immergrüne Pflanzen ). Daß man Buchsbaum auf Gräber pflanzt, kann mit dieser Symbolik zu tun haben oder auch nur "üblich" sein – es sieht halt besser aus, wenn die Grabbepflanzung nicht über den Winter völlig verdorrt.

In einem Katalog zu einer volkskundlichen Ausstellung zum Thema "Die Lebenden und ihre Toten" (Les vivants et leurs morts, Bastogne (B) 1989) heißt es: "Am Palmsonntag kommen viele Pfarrkinder in die Kirche, und am Ende der Messe nehmen sie geweihte Buchsbaumzweige mit*), die sie an verschiedene Orte bringen. Meist steckt man ein Zweiglein ans Kruzifix im Haus, manchmal an die Wegekreuze. Manche Leute legen etwas davon in den Dachboden, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen. Andere werfen während des Gewitters Buchsbaum ins Feuer. Früher war es auch Sitte, ein Zweiglein am Geschirr der Pferde anzubringen; dieser Brauch ist verschwunden, dafür steckt man den Zweig heute ins Auto. Nur noch selten trägt man den Buchsbaumzweig am Hut oder an der Mütze. Noch sehr lebendig ist dagegen der Brauch, den Buchsbaumzweig, das Symbol der Ewigkeit, auf die Gräber zu bringen, auch wenn diese Sitte nicht mehr so in Blüte steht wie früher. Noch erhält auf manchen Friedhöfen jedes Grab seinen Buchsbaum. Interessant waren die vielen Varianten des Worts, die die Zeugen der Untersuchung von 1988 und auch der Atlas linguistique gebrauchten, um diese Handlung – den Buchsbaumzweig aufs Grab zu legen – zu bezeichnen."[/COLOR]
*) Die Verwendung von Buchs in Palmbuschen ist hier überall zu beobachten.

Mich interessiert vor allem, wie verbreitet das Buchszweiglein als Weihwasserwedel auf den Gräbern (noch?) ist.
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  #5  
Alt 02.12.2015, 22:59
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Es gibt hier so gut wie keine Weihwasserbehälter auf Gräbern. In manchen Friedhöfen sieht man sie in den (alten) Mauern beim Eingangstor.

Buchsbaum ist dagegen sehr häufig, an großen Grabanlagen vor allem und in Form geschnitten. Aber das war nicht deine Frage, auch wenn sie schon beantwortet wurde .
Übrigens hat ihm der Buchsbaumzünsler zuletzt den Garaus gemacht (Bild).
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  #6  
Alt 03.12.2015, 00:53
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Es gibt hier so gut wie keine Weihwasserbehälter auf Gräbern.

Buchsbaum ist dagegen sehr häufig...

Übrigens hat ihm der Buchsbaumzünsler zuletzt den Garaus gemacht (Bild).
Das erledigt meine Frage auf einfache Weise. Ich hatte Weihwasserbehälter auf etlichen meiner Fotos aus Kärnten und Tirol in Erinnerung. Aber nachdem ich jetzt nachgeschaut habe, sehe ich, daß das ein Irrtum war: Es sind immer Lampen (und oft sehr schöne!).

Das sind ja monströse Gebilde auf deinem Foto! Mir scheint, Buchsbaumsträucher sind hier nicht sehr häufig. Ich habe allerdings schon Friedhöfe gesehen, auf denen die Gräber mit so kleinen Buchsbaumhecken eingefaßt sind, wie man wie als Beeteinfassungen von sogenannten Bauerngärten kennt.

Von dem Viech wußte ich noch gar nichts. Das kratzt ja den Symbolgehalt des Buchsbaums – "ewiges Leben" und so – doch ziemlich an ...
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  #7  
Alt 03.12.2015, 05:07
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Beeteinfassungen von sogenannten Bauerngärten
Das sind eure Bauerngärten? Bei uns gibts sowas in Schönbrunn
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  #8  
Alt 31.07.2016, 10:39
Zwenti Zwenti ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Auf Gräbern in meiner Region (östliches Bayerisch Schwaben) sieht man den Buchsbaumzweig sehr oft, auf manchen Friedhöfen ist er häufiger als der Weihwasserpinsel.
Hier in Baden sieht man diese Zweige auch oft in einem Weihwasserkesselchen.
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  #9  
Alt 31.07.2016, 10:50
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Zum Zusammenhang von Tod und Buchsbaum habe ich einen unerwarteten Beleg gefunden: Einer der "Erfinder" des Kriminalromans, Emile Gaboriau, schildert in "Die Affäre Lerouge" (1863), was eine Nonne, die eine Kranke betreut hat, nach deren Sterben tut: "Sie ... breitete eine weiße Decke auf den Tisch, stellte Kerzen darauf und zündete sie an. In die Mitte setzte sie das Kruzifix mit der Weihwasserschale und legte den geweihten Buchsbaumzweig davor."
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  #10  
Alt 23.08.2016, 16:28
Laumesfeld Laumesfeld ist offline
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Standard AW: Buchsbaum auf dem Friedhof

Ja, das kennen wir auch.
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