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Alt 30.10.2012, 17:20
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Geflickt, Repariert - Oktober 2012

Eines meiner liebsten Fotos zum Thema trägt den Titel "Geflickte Socken". Natürlich hat nicht jeder das Glück die Wäscheleine seiner Mitmenschen zu sehen zu bekommen, aber darum reiche ich es ja auch ein...

Socken werden im Normalfall gestopft, d.h. das störende Loch im Strumpf oder Socken wird mit einem dickeren Baumwoll- oder Wollfaden, je nach Material des Sockens, mittels "webenden Stichen" geschlossen. Um die Form des Sockens zu wahren wird die zerschlissene Stelle im Gewebe über ein "Stopfei", "Stopfpilz" oder "Stopfschwammerl" gezogen, zur Not tut es auch eine Glühbirne...
Das gestopfte Loch wird am Ende mit der flachen Griffseite der Handarbeitsschere geklopft, um das neu entstandene Gewebe zu glätten.

Erst wer selber einmal Socken gestopft hat und diese auch selber tragen musste, weiß davon zu erzählen, dass Socken stopfen eine verkannte Handarbeitskunst ist: wer meint die Arbeit damit verkürzen zu können den Anfangs- und Endfaden einfach zu verknoten, anstatt sachgemäß zu vernähen, der wird mit Blasen an den Füßen belohnt werden.

Die Socken auf diesem Foto - aufgenommen im Jahr 2010, im alpenländischen Raum - zeigen eine gänzlich andere Lösung des Problems:
Da die Löcher bereits so groß waren, sie wurden wohl noch einige Zeit mit Loch getragen, bot der Socken zu wenig eigenes Gewebe um dieses zu stopfen. Aus einem anderen Maschengewebe wurde daher ein großer Flicken aufgesetzt und der Schaden behoben.

Wer genau hinsieht kann beim benachbarten Nylonstrumpf rechts eine ähnliche Lösung des Problems erkennen, hier wurde das oder die störenden Löcher, ganz einfach mittels einer geraden Naht geschlossen.

Berit
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Geflickte_Socken.jpg  
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