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Alt 28.10.2009, 00:09
Dachstein Dachstein ist offline
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Standard AW: seilbahngeschichte.de - Updateinfos

Seit wann ist ein DMC oder ein DLM ein Funitel? Hier ist meines Erachtens auch ein weit verbreiterer Irrtum vor:

Das DMC (Double Loop Cable), also 2 unabhängige Seilschleifen wurde in den 1980er Jahren von Denis Creissels zum Patent angemeldet. Leider hatte diese Konstruktion mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen (gleiche Längung der Seile unmöglich, Probelme bei der Synchronisation der Seilschleifen). Alle DMCs laborieren an diesen Problemen mehr oder weniger. Auch war die Seilspur der beiden Seilschleifen eher eng im Vergleich zum Funitel.
In den späten 1980er Jahren kommt der Entwicklungssprung zum DLM (Double Loop Monocable), welches viele Probleme aus der Welt schafft. Erste Anlage, müsste die Gaislachkogelbahn gewesen sein, die kämpft dafür mit anderen anlagenspezifischen Problemen (Seilprobleme, bedingt durch die vielen Seilablenkungen). Ich sage mal, das ist der Vorläufer des heutigen Funitels. Aber, aufgrund der eben noch engen Förderseilführung noch kein Funitel.
Der Meidel'sche Seiltrick von Sölden wird nun wiederum vom DMC Erfinder Creissels aufgegriffen und zum Funitel weiterentwickelt, die letzte DLM geht 1989 in Arabba (Bahnnahme Europa) in Betrieb. Beim Funitel handelt es sich nun um eine Bahn mit DLM Seilführung, aber breitere Seilführung.

Auch die Amerikanische Firma Yan experimentierte mit einer doppelten Seilführung herum, heraus kam eine Anlage mit 4 unabhängigen Seilschleifen, die sich als komplette Fehlkonstruktion erwies, das System wurde, nicht zuletzt durch Probleme mit der Yan Kuppelklemme und dem daraus resultierenden Abgang von Yan vom Seilbahnmarkt nicht mehr weiter verfolgt.

Man kann also sagen, dass sich das Funitel aus der DLM und das DLM aus der DMC heraus entwickelt hat, dennoch hat jede Anlagentype ihre anlagenspezifischen Eigenheiten und müssen daher getrennt werden.

Zu Dresden: ist und wird immer ein strittiger Punkt sein und bleiben. Standseilbahn ist sie mich für eigentlich keine, sie steht ja nicht, sie hängt. Standseilbahn müste ja vom Wort stehen kommen. Ich würde die Anlage eher in eine ganz eigene Sparte wie die Tunnelbahn Fleißalm einordnen, sagen wir meinetwegen Hängebahn zu ihr.

Artverwandt ist die Dresdner Hängebahn imo. noch am ehesten mit der Wuppertaler Schwebebahn. Und die ist als "Einschienige Hängebahn - System Eugen Langen" geführt. Diese beiden Bahnen würden zumindest von der Fahrbahn her artverwandt sein. Der Antrieb ist wiederum eine andere Geschicht'. Daher bin ich einfach für eine Sondergruppe: artverwandte Seilbahnkonstruktionen - Hängebahnen.

MFG Dachstein

Geändert von Dachstein (28.10.2009 um 11:12 Uhr)
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