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Alt 22.09.2011, 00:48
manni manni ist offline
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Standard AW: Stillgelegte Salpeterfabrik in Innsbruck

Ein industriegeschichtlich interessierter guter Bekannter hat bereits in der Vergangenheit Recherchen zu dem Werk angestellt, er hat sich unter anderem auch mit älteren AnwohnerInnen unterhalten (in der Nähe des Geländes gibt es zwei kleine Wohnsiedlungen). Er schreibt:

Zitat:
Im Werk gegenüber den Sillwerken der Stadt Innsbruck wurde Molybdän verarbeitet, Es wurde zuerst nur für die Glühfaden der Lampen benötigt, war aber später ein wichtiger Bestandteil für die Herstellung von Röhren, welche das deutsche Heer in den Funkanlagen benötigte.
Auch Zwangsarbeiter aus Innsbruck wurden dabei eingesetzt.
Ein geplanter Anschlag wurde in der Kriegszeit verhindert (ob dies nun gegen das Sillwerk oder gegen das Molybdänwerk geplant war, ist nicht ganz sicher), dies steht in irgendeinem Polizeibericht.
Das Werk wurde von den Planseewerken betrieben, vielleicht gibt es dort noch Unterlagen. Ursprünglich wurde das Werk schon als Glühfadenhersteller betrieben (Molybdändrahtzieherei), da man von den Sillwerken einen günstigen Tarif für die reichlich vorhandene Energie bekam.
Der Abtransport erfolgte wie schon erwähnt mittels der Verladung auf Eisenbahnwaggons, welche auf einem Schrägaufzug zur Brennerbahn
transportiert wurde.
Dort gab es nördlich des Tunnels zwei Abstellgleise und eine Ladeanlage.
Wenn man die Trasse emporgeht, erkannt man oben das etwas größere freie Gelände der ehemaligen Verladestätte.
Ich fasse zusammen: es wurde anfangs Stickstoff und Salpetersäure hergestellt, nach der Übernahme durch die Planseewerke AG (oder sogar schon eher?) wurde der Standort zur Molybdändrahtzieherei. Du hattest also auch Recht, Wolfgang.

Aus meiner Sicht besonders interessant ist die Standseilbahn, da sie ganze Normalspurwagen aufnahm und von der Talstation am Werksgelände ein Normalspurgleis ins Werk weiterführte. Es handelte sich also um eine eisenbahntechnisch bemerkenswerte Industrie-Anschlussbahnanlage.
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