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Alt 22.03.2018, 17:45
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Standard AW: Fotografen-Familie Largajolli; Südtirol - O.Ö.

Hallo Helmut,

ich muss mich für die späte Antwort entschuldigen, ich hatte diese Suchanfrage leider übersehen.

Zur Antwort zitiere ich aus Florian Pichler, Südtirol in alten Lichtbildern, Die Anfänge der Photographie in Südtirol und die ältesten Photographen, Bozen 1979:
"Franz Largajolli und Söhne
Bozen - Meran - Brixen - Bad Ischl (1838 - 1898)

Eine stadtbekannte Erscheinung war der Photograph Franz Largajolli in Bozen und später in Meran. Auch er zählt zu den Pionieren der damals noch „neuen Kunst".

Der 1838 geborene Largajolli scheint bereits 1860 in Bozen, Dreifaltigkeitsplatz Nr. 291, erstmals auf. Im Jahre 1865 übersiedelt Franz Largajolli nach Meran und eröffnete seine „photographische artistische Anstalt" zuerst am Rennweg Nr. 34 und später in der Nähe der alten Spitalbrücke (heute Postbrücke). Im Jahre 1873 wurde er anlässlich der Weltausstellung in Wien für seine Leistungen auf dem Gebiete der Photographie ausgezeichnet, desgleichen von der Photographischen Gesellschaft in Wien. Drei Jahre später veranstaltete er eine erste Ausstellung seiner Bilder, die er für die Weltausstellung in Philadelphia ausgewählt hatte. Auch hier wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Im Jahre 1893 übersiedelte Largajolli wieder nach Bozen und betrieb sein Atelier in der Bozner Neustadt im Gesellenvereinshaus. Bis zu seinem Tode am 6. April 1898 war er als tüchtiger Portraitist tätig. Bekannt ist sein gelungenes Portrait des großen Naturforschers P. Vinzenz Gredler.

Von seinen fünf Kindern ergriffen vier Söhne den Beruf des Vaters.

Der Sohn Ernst führte das väterliche Atelier weiter, muss aber schon. 1896 ein eigenes sogenanntes „fliegendes Atelier" betrieben haben. Es stand an der Ecke der heutigen Museumstraße-Sparkassenstraße.

Der zweite Sohn Rudolf wurde 1872 geboren und betätigte sich ab dem Jahre 1914 in Brixen als Photograph. Er war ein ausgezeichneter Portraitist und hatte sein Atelier in der Adlerbrückengasse Nr. 5. Seine Spezialität war u. a. die Vergrößerung. Er beteiligte sich als einer der wenigen Südtiroler Photographen an der mit internationalen bekannten Namen aus ganz Europa beschickten Ausstellung der Photographie in Bozen im Jahre 1904. Rudolf Largajolli starb 1952 in Brixen.

Ein weiterer Sohn, Fritz Largajolli, arbeitete auch in diesem Fach in Meran, Tappeinerweg Nr. 11 - Saxifraga, sowie zeitweise in Bad Ischl, wo er als besondere Attraktion in seinem Freigelände ein ausgestopftes Pferd für Reiteraufnahmen aufgestellt hatte.

Auch der vierte Sohn, Karl Largajolli, erlernte das Handwerk des Vaters und kam um 1920 nach Bad Ischl. Nachdem sein Name dort nicht leicht aussprechbar war, änderte er diesen auf Karl Römer."
Wir würden uns freuen, wenn Du Bilder des Nachlasses in der SAGEN.at-Fotogalerie herzeigen möchtest.

Wolfgang (SAGEN.at)
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