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Alt 16.11.2008, 10:48
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Da hab ich was für Euch:

s`Zeisele

In an kloan’ Häusele sitzt a kloans s’Zeisele,
dem geht sei Schnabele, tagaus tagein
tu’ ihm des Türl auf, fliegts auf mein Finger drauf.
Aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein
aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein

Jodeln

Bauat a Häusele für mei kloans Zeisele
drin gang sei Schnabele, tagaus tagein
Singet ihm Liadl’n vir, i man di gfall’n dir
Aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein
aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein

Jodeln

Und wenn der Tag vergeht, wenns draußen finster werd,
tu ihm des Türl zu, ganz still und leis.
Daß niemand eina kimmt der uns den Frieden nimmt
Aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein
aber Dirndl magst nit a so a Zeisele sein

Jodeln

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... Naja, der Vergleich mit dem Fall Kampusch ist meiner Meinung nach ziemlich gewagt: Wir sollten uns dringend hüten, ausschließlich mit dem heutigen Wissen, dem heutigen Überfluß, dem heutigen Gedankengut, der heutigen Ausgangslage die Inhalte der alten Lieder so zu interpretieren!

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um ein schlichtes Werbelied, das eine gebotene Sicherheit in einem gemeinsamen Heim zum Inhalt hat - die Metapher zum "Zeisig im Vogelbauer", der über den Winter in der sicheren, weil warmen Stube verbrachte, entstand aus der damaligen Gepflogenheit, Singvögel mit Leimruten zu fangen, um sie vor dem strengen Winter zu retten - und gleichzeitig Gesang, zumindest Gezwitscher während der dunklen Zeit in der Stube zu haben! (Mit heutigen Leimruten = Werbung hat man keine Probleme?)

Daß weder Leimrute noch Käfig im Einklang zum jetzigen Naturschutz stehen, ist wohl allen klar! Wie der aktuelle Stand ist weiß ich nicht, aber in Ebensee haben sich die Einheimischen bis vor kurzem immer noch gegen den Naturschutz gewehrt, weil sie den Fang der Singvögel zwecks "Überwinterung" (Gimpel, Kreuzschnäbel, ...) aus "Tradition" betrieben haben. Was letztlich in Wettbewerben und Ausstellungen gipfelte ....

Ein anderer (nicht ganz ernster) Vergleich: Wenn ich als alter Volkstänzer den Schuhplattler "Der Auerhahn" plattle, der ein eindeutiger Werbetanz war/ist, wo sich der "Mann" als aktiver, sportlicher Naturbursch präsentiert und dabei die Figuren der Auerhahnbalz stilisiert wiedergibt, könnte man mir ja auch unterstellen, daß ich anschließend alle anwesenden Hennen decken möchte .....

Na, da tanz ich zukünftig doch lieber nur den "Mollner Figurentanz" der ist harmloser, weil da gehts unter anderem ums Fensterln ... ;-)

Euer schuhplattelnder und tanzender
Norbert
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unterwegs mit allen Sinnen ...
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