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Alt 25.04.2014, 12:37
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Die Brunnenfrau

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Es geht hier um einen verschollenen Brunnen in unserer Altstadt, der eine
Pumpe mit einem großen Schwengel besaß:
Eines abends kam eine Nachbarsfrau ,um einen Eimer Wasser zu holen ,zu
besagtem Brunnen. Sie erschrak, als sie unerwartet jemanden in ihrer Nähe
niesen hörte. Als höflicher Mensch sagte sie gewohnheitsgemäß: Gott helm di!
Als sie mit dem Pumpen beginnen wollte, schaute sie zur Schwangrauge
(Pumpenschwengel-westfälisches Plattdeutsch) hoch und sah darauf zu ihrem
Entsetzen eine zierliche Frauengestalt sitzen. Diese
antwortete nun mit einer freundlichen Miene der staunenden Wasserholerin:
Gott lauhn di - Vergelt``s Gott! Dann erzählte sie, daß sie seit Jahrhunderten
verzweifelt auf dieses Wort gewartet habe. Nun sei sie erlöst und könne Ruhe im
Grabe finden. Sodann verschwand sie und niemand hat die Brunnenfrau je
wieder gesehen.
Finde ich doch eine nette Geschichte!?
(Seit dem Erscheinen meiner kleinen Sagensammlung vor 10 Jahren habe ich
tatsächlich noch 4 mir damals noch nicht bekannte Geschichten gefunden.)
Es grüßt herzlich Ulrike!
Diese Geschichte erstaunt mich - nein, nicht die Geschichte, sondern sie von dir zu hören. Solche Geschichten, daß arme Seelen durchs "Vergelts Gott" erlöst werden, gibt es in Bayern und wohl ebenso in Österreich massenhaft. Aber sie sind an den katholischen Arme-Seelen-Glauben gebunden, und bei euch ist man doch evangelisch? Sagt man bei euch überhaupt (noch) "Vergelt's Gott"? Ich habe das nördlich der Main-Linie noch nie gehört, auch nicht im katholischen Rheinland. Jedenfalls ist es interessant, daß solche Geschichten die Jahrhunderte nach der Reformation überlebt haben.
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