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Alt 26.09.2006, 00:14
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Standard AW: KAUFMANN - Wer erinnert sich?

Ich erinnere mich zum Thema Kaufmann und Milch an folgendes:

Wir hatten in Oberösterreich in meiner frühesten Erinnerung die Milch nie beim Kaufmann (Greißler, Geschäft etc.) gekauft. Die Milch brachte uns eine Bäurin immer in einer Milchkanne nach Hause. Das war in dieser Gegend auch für die Bauern ein Nebengeschäft, da in unserer Straße eine landwirtschaftliche Versteigerungshalle (im Volksmund: Tierzuchthalle) war, wo sich die Bauern ohnehin jeden Mittwoch vormittag trafen und deren Frauen in der Gegend eben landwirtschaftliche Produkte verkauften.

Manchmal hatten wir auch zuviel Milch, die landete dann in einem Gefäß, wo ein Pilz irgendetwas selbstständig produzierte, das hieß "Kefir".

Irgendwann in den 1970er-Jahren hieß es dann, die Milch von Bauern geliefert sei nicht kontrolliert und gefährlich für Kinder. Ich erinnere mich auch an die "Maul- und Klauenseuche", an allen Orten gab es Teppiche mit Chemikalien getränkt, über die man gehen musste.

Ab dann haben wir die Milch in Geschäften gekauft. Das waren so Milchsackerln, also so flappelige Beutel mit einem Liter Milch. (Ähnlich den Wasserbomben, also den wassergefüllten Luftballons, die wir hin und wieder wo hin geworfen haben...) Die Milchsackerln sollten aber bis zu Hause halten. Dafür gab es eine dunkelblaue Halterung und wenn man das Milchsackerl dort reingab, konnte man mit der Schere ein (oder besser zwei) Ohren abschneiden und daraus die Milch verteilen. So richtig zielsicher war die Angelegenheit aber nie...

Erinnert sich jemand an diese Milchsackerln?

Wolfgang (SAGEN.at)

Geändert von SAGEN.at (26.09.2006 um 00:18 Uhr)
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