Thema: Riesengasse
Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 27.04.2020, 21:43
Arenas Arenas ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 25.04.2020
Ort: Frankreich
Beiträge: 91
Standard AW: Riesengasse

Zitat:
Zitat von Arenas Beitrag anzeigen
Danke für Ihre Rückmeldung

Riß's marginalen Daten sind *9. Mai 1737 + 6. Juli 1814. Unteranderen war Theodor Frank ein Weggefährter. Der auch sein Geschäftslokal, damals am oberer Statdtplatz hieß, nach seinen Tode übernommen hat [Herzog Friedrich Straße Nr 29, seit 1883 mit der neuen Hausnummer. Eine Initiative von Herrn Dannhauer als Stadtrat von Innsbruck seinerzeit]. Auch diese Herren waren als Garden vom "Andreas Hofer" tätig = Die Schutzdeputanten

Siehe:
http://www.sagen.at/doku/Andreas_Hof..._1809_429.html

Danke
@r
Die Riß, ein Alt-Innsbrucker Geschlecht

Die Riß (Ryß, Rieß) sollen aus der Gegend von Augsburg nach Tirol eingewandert sein. Schon im 15. und 16. Jahrhundert sind die Riß in Tirol, deren familiären Zusammenhang das von allen geführten gleichen Wappen (ein Wilder mit geschultertem Baumstrunk) beweist. dieses Wappen erhielt schon der Seelsorger von Flauerling, Sigmund Riß (geboren in Sterzing), am 20. Februar 1496, am 24 Juni 1510 erhielten es die Gebrüder Sigmund und Christian, und die Vettern Konrad und Johann Riß, letzterer Eigentümer des Hauses Risengasse 11 (1533). Am 20. 1577 wurde der Bürger Sterzing Georg Riß in den Adelsstand erhoben. Von Sterzing zogen die Riß nach Innsbruck, wo Johann Riß und sein Sohn Geoeg 1581 als Wirte und Bürger gennant werden und wo sie auch am 22. September 1582 das gleiche Wappen wie die vorgenannten Riß erlangten. Am 12. September 1591 wurde Christian Riß in den Adelsstand erhoben, am 7 März 1609 Daniel Riß miteinen Wappenbrief ausgezeichnet.

Um 1637 tauchte Stefan Riß mit dem gleichen Wappen als landesfürstlicher Waldaufseher in Deutschnofen auf. In Innsbruck hatten die Riß großen Hausbesitz, so Hans Riß 1564 das Haus Mariahilferstraße 12, der Faßmaler Georg Riß war seit 1614 mi Maria Schmidmann verehelicht und übernahm 1618 das Wirtshaus Herzog Friederich Straße 8, wo er im Jahre 1655 starb. Sein Bruder Heinrich war 1600 Goldschied in Innsbruck. Der Bäcker Michael Riß erwarb 1695 die Häuser Risengasse 3 und Innstraße 77. Magdalena Riß, geboren um 1580 in Hall, gestorben 19. April 1641, in Hötting, war seit 26 Juni 1607 dieGattin des Hofbaumeisters Johann Baptist von Coleto-Hofingott-Sperandio (geboren 1570 in Mantua, gestorben 11 August 1629 in Hötting).

Im 18. Jahrhundert wird Johann (Georg, Stefan) Riß, vermutlich ein Sohn des Baltasar Riß, als Melbler (Mehlhändler) und Krämer, sowie als Eigentümer (1775) der ererbten Häuser Risengasse 3 und 11 verzeichnet. Er war mit Maria Rosa Dialer vermählt: sein Sohn Joseph brachte es zur Bütgermeisterwürde in Innsbruck.
Josph Johann Riß, geboren am 9. Mai 1937 in Innsbruck, trat in den städtischen Verwaltungsdienst ein, wurde Stadtgerichtsbeamter, kaufte 1761 das Haus Herzog Friedrich Straße 29 am Oberen Stadtplatz, unter den Lauben 61. Dort befand sich die Firma Thodor Frank das Rißsche Wappen im Firmenschild. Am 29 Juli 1765 paradierte Joseph Riß in Innsbruck als Unterleutnant der Stadtmiliz vor der Kaiserin Maria Theresia, die ihm am 5. Oktober 1765 ein Wappen verlieh, für, wie es im Diplom (Adelsarchive Wien) heißt, die "mit bewiesenen Eifer erfolgte Errichtung einer wohlmontierten bürgerlichen Stadtmilizkompagnie auf eigene, vielen Kösten". Um 1775 ehelichte Riß die Margarete Spahn. Auf dem offenen Landtag am 29 Juli 1790 verlangte Riß die Beibehaltung der städtischen Rechte. Im Jahre 1793 beaufsichtigte Riß die Stadtbauten und errichtete am 15 Jänner 1793 eine neue Fischhalle am Innrain. Nach dem Rücktritte des Bürgermeisters Franz Villod im Jahre 1795 wurde Riß zum Stadtoberhaupt gewählt und führte als solcher das Steuer der Stadt in den Kriegsjahren 1796 bis 1800. Für seine hiebei an den Tag gelegten ersprießlichen Dienste und Anstrengungen wurde ihm am 14. August 1802 im Landhause die große Ehrenmedaille feierlich umgehängt.

Sein Sohn Anton erhielt als Fährich der Innsbrucker Scharfschützenkompagie am 26. Mai 1801 die große landschaftliche Medaille (für 1796). Joseph Riß ist es auch zu Danken, daß Dr. Philipp von Wörndle im März 1797 die siegreiche Führung des tiroler Landsturms übernahm. Im Jahre 1801 ließ Riß den Joachimbrunnen am innsbrucker Pfarrplatz abbrechen und in die untere Innstraße verlegen. Seine jüngere Tochter Katharina vermählte sich um diese Zeit mit dem aus einer Regensburger Familie stammenden Buchhändler Felizian Rauch (geboren am 19. Dezember 1797, gestorben am 22. August 1832 in Innsbruck), weshalb sich Riß anfangs vergeblich, später mit Erfolg bemühte, seinem Schiegersohne die Errichtung einer innsbrucker Stadt-Buchdruckerei zu ermöglichen.

Im Jahre 1805 ertönte in Innsbruck neuerlich Waffenlärm; Riß wurde am 13. Oktober 1805 Mitglied der nördliche Schutzdeputation und verhinderte als solcher am 3. November 1805, im letzten Augenblick, die schon anbefohlene Sprengung der innsbrucker Innbrücke. Am 5. November ging er dem gegen Innsbruck aneückenden französischen General Michael Ray entgegen, erwirkte Schonung der Stadt, unterzeichnete am 14. Dezember als Bürgermeister und Verordneter des Bürgerstandes eine Vortstellung der Stände an Kaiser Franz gegen die geplante Teilung des Landes. Nach Ablauf seiner Amtszeit wurde Riß zwar am 1. Mai 1807 zum Bürgermeister wiedergewählt, verzichtete aber, verärgert über die Ablehnung eines von ihm vorgeschlagenen Moratoriums für die geleerten Kassen der Stadt, zugunsten des Buchhändlers Kasimir Schumacher auf den Bürgermeisterstuhl und zog sich auf seine Spezereiwarengeschäft zurück.

Im Jahre 1809 trat Riß wieder auf den Plan. In seinem Hause, Herzog Friedrich Straße 29, fand am 13. April 1809 die denkwürdige Kapitulation der napoleonischen Truppen nach vorausgegegangener Besprechung des eben angekommenen französischen General Peter Grafen Bisson mit dem von den Bauern breits gefangenen General Georg Freiherr von Kinkel statt. Riß wurde anfangs Mai Mitglied der permanenten landschaftlichen Schutzdeputation, entschuldigt sich aber mit Krankheit und hohem Alter (72 Jahre), wurde aber genötigt den Beratungen beizuwohnen und unterzeichnete als Vetreter der Stände am 18.Mai 1809 um 1 Uhr Nachts den Abwiegelungsbefehl an den Vorpostenkommandanten von Weer, Major Josef Ignaz Straub. Am Abend des 19. Mai begrüßte er den in die innsbrucker Hofburg eingezogenen Marschall Levebre, am 23. August wurde er Auskulant der General-Landes-Administration.

Der traurige November 1809 machte auch der Schaffensfreude des alten Riß ein Ende. Am 6. Juni 1814 starb Altbürgermeister Joseph Riß in Innsbruck. Zu seiner Erinnerung benannten die Innsbrucker die alte J.-gasse in Riß Gasse um, aus welchem Namen später Rissen.- Risen.- Riesengasse ** wurde. Seine beiden Söhne Anton und Ferdinand Riß wurden als Handlungs-Kommis am 29. September 1814 als Bürger von Innsbruck aufgenommen und führten die väterliche Firma weiter…

** Vermutlich nach dem Wiener Kongress (18. September 1814 bis 11. Juni 1815)

Danke

@r
Mit Zitat antworten