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Alt 25.04.2020, 22:32
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Standard AW: "Corona-Gedächtnis" - die Coronakrise als Gegenstand volkskundlicher Betrachtunge

Die aktuelle Corona-Pandemie oder Corona-Krise ist aus kulturwissenschaftlicher oder volkskundlicher Sicht natürlich ein wunderbarer Idealfall zur Forschung. Dies vor allem, weil das Forschungsziel in unmittelbarer Umgebung liegt, es sich um ein in Aspekten höchst weitreichenden Bereich handelt und es sich auch um einen zeitlich nicht zu knappen Bereich handelt.

Leider sind wir als Beobachter in der zweifellos zwar ebenso faszinierenden wie aber auch ungünstigen Situation, dass wir zwar wissen, Zeugen eines historischen Ereignisses das in die Geschichtsbücher eingehen wird, zu sein. Andererseits wissen wir ebenso mit Sicherheit derzeit (April 2020) nicht, wie die Geschichte einmal dieses Ereignis bewerten wird.

Ich habe zum Beispiel die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl noch sehr gut in Erinnerung und kann mich an die ersten Meldungen in den Medien noch sehr gut erinnern. Erst viele Jahre später habe ich die wahren Ausmasse und die historische Dimension erkannt. Bei der Corona-Krise sind schon aus medientechnischen Gründen die Informationen wesentlich rascher zugänglich als 1986, aber die spätere Einordnung können wir derzeit nicht einmal im Ansatz erahnen. Ein kulturelles Phänomen, das sich auch bei vielen anderen historischen Ereignissen so abspielt.

Die Museen haben natürlich die kulturelle Dimension der Corona-Krise sehr flink erkannt und sammeln zum Glück alle für sie erreichbaren Aspekte. Das ist mehr als erfreulich und das werden für Forscher jetzt und irgendwann wunderbare Quellen.

Ein klein wenig können wir aber auch sammeln. Daher habe ich in der SAGEN.at-Fotogalerie ein eigenes Kapitel "Corona-Krise 2020" eingerichtet, wo wir uns freuen, wenn Beiträge aller Art gebracht werden. Vielleicht hilft dieses Kapitel auch mit, die eigenen kulturellen Beobachtungen zu schärfen?

Wolfgang (SAGEN.at)
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