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Alt 19.11.2013, 00:03
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Mein erstes und mein zweites Radio

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
... die Sendung "Autofahrer unterwegs" eingeschaltet hat. Das war damals eine in Österreich unglaublich populäre Radiosendung ...

Das eigentlich interessante war aber an diesem Röhrenradio das "Magische Auge", das habe ich vermutlich stundenlang beobachtet.

... Vietnam-Krieg ...

Das Stimmengewirr der italienischen, spanischen, russischen Sprachen war total faszinierend ...

... wenn ich das Radio auf das schmiedeeiserne Stiegengeländer hielt, dann gingen die Mittelwellensender so gut ...
Wolfgang (SAGEN.at)
Daran kommt mir manches unerwartet bekannt vor. "Autofahrer unterwegs" - der Titel der Sendung ist mir so unglaublich geläufig, daß ich mit großem Erstaunen erfahre, daß es eine österreichische Sendung war. Ich habe mir eben bei youtube die Erkennungsmelodie angehört, und sie ist mir so vertraut, als hätte ich sie unzählige Male gehört. Aber wann und wie? Es gab die Sendung ab 1957. Empfangen konnten wir sie in Süddeutschland sicher. Aber um die Mittagszeit hatte ich kaum je Gelegenheit zum Radiohören. Und ein Auto hatten wir sowieso nicht. Rätselhaft.

Unser bevorzugter Sender in den 50er Jahren war AFN (American Forces Network). Da wurde nicht der deutsche Käse gespielt ("Die Fischerin vom Bodensee / ist eine schöne Maid, juchhe!" u. ä.), sondern da kam Boogie Woogie, Rock'n Roll, da kam Elvis ... In den meisten Elternhäusern gab es ständig Krach deswegen, weil die Teens ja auf das Familiengerät angewiesen waren und diese Musik den Eltern der totale Greuel war. Da ich mein eigenes Gerät hatte und mich damit ins Kinderzimmer zurückziehen konnte, hielt sich der Krach bei uns in Grenzen.

An das "Magische Auge" erinnere ich mich, aber ich habe es immer nur bei andern Leuten gesehen. Wir hatten – von meinem Koffergerät abgesehen – nie ein normales (d. h. käufliches) Gerät, sondern immer nur einen Eigenbau meines Vaters, der so kompliziert war, daß die übrige Familie ihn gar nicht bedienen konnte.

Meine allerfrühesten Radio-Erinnerungen betreffen natürlich nicht mein eigenes kleines Kopfhörer-Gerät, sondern die allabendlichen Kriegsdurchsagen: "Feindliche Bomberverbände im Anflug auf ..."

Das Stimmengewirr in fremden Sprachen hat mich auch fasziniert, sowas hörte ich mit meinem ersten (Kopfhörer-)Gerät. Auf Langwelle war tagsüber nur akustischer Brei zu hören, in dem man nichts unterscheiden konnte, aber abends ging es.

Statt mit einem schmiedeeisernen Gitter ging es auch mit der Drahtfederung eines Bettbodens. Mein Vater gab mir einen langen Draht, dessen eines Ende mit einem Stecker ans Radio angeschlossen wurde, das andere klemmte ich mit einem "Krokodilmaul" (eine Metallklemme mit Zähnen, einer Wäscheklammer ähnlich, nur kleiner) an diese Bettfederung, und der Empfang war plötzlich super!
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