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Alt 12.09.2014, 10:56
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Im Haus, wo wir wohnten gab es keine Waschküche, meine Mutter stand das ganze Jahr im Hof beim Holztrog, gekocht wurde im "Waschhäfen" auf dem Küchenherd. Auch getrocknet wurde draußen, oft fror die Wäsche schon beim Aufhängen, aber wenn sie ausgefroren wird, trocknet sie schneller, sagte die Mutter. Drinnen wäre ohnehin kein Platz gewesen, bei Regen kam sie auf die "Auslage", das war ein gedeckter Gang vorm Heuboden, so breit wie die Stiege dort hin. Die Waschrumpel (Waschbrett) war ein wichtiges Requisit.
Meine Freundin, obwohl 11 Jahre jünger, erzählte, sie hätten einmal die Woche gebadet (Eltern und 4 Geschwister auf einem Bauernhof), der Rangordnung nach - Eltern zuerst - und dann war das reines (Hirsch-)Seifenwasser, darin wurde die Wäche eingeweicht.
Die Sonntagskleider waren eine lästige Angelegenheit, aber wenn man die Umstände bedenkt, kein Wunder. Man konnte manche Stoffe auch gar nicht gut waschen, ich erinnere mich an die Männerhosen, die mit Salmiakgeist ausgebürstet wurden, ein beißender Gestank hat sich da verbreitet. Ich glaube, Putzerei gab es nicht im Ort oder eine Annahmestelle, außerdem hätte das gekostet.
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