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Alt 07.10.2015, 12:37
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Sütterlin-Schrift

Ich besitze von meiner Oma eine Kladde mit Gedichten aus dem 1. Weltkrieg,
gestochen schön mit dem Federhalter geschrieben. Ich nehme an, dass sie
diese aus Zeitungen u. dgl. abgeschrieben hat, denn später wurden Seiten
mit herausgeschnittenen Gedichten (Ev. Sonntagszeitung u.a.) beklebt.
Mein Vater mußte dann "umlernen", seine Schrift konnte ich kaum lesen.
In Frakturschrift standen in meiner Grundschulzeit auch noch einige
Geschichten im Lesebuch. Wir hatten Schönschreiben (lateinisch) auf dem Stundenplan, habe noch zuerst Druckschrift (ganze Wörter) mit Griffel und
Schiefertafel gelernt, dann kam der sog. Kolbenfüller und Hefte mit diesen
3Linien, dann Doppellinie u. zuletzt nur noch eine Lin ie. Leider keine Fotos!
Patronenfüller u. Tintenkiller kamen später, wir durften auch nur mit Füller
schreiben. In der 9. Klasse waren Aufsätze von 7 Seiten in Schönschrift
u. möglichst fehlerfrei abzuliefern. Es wurde wahnsinnig viel mit der Hand
geschrieben u. abgeschrieben (z.B. Liedtexte), eine Menge auswendig
gelernt (Gedichte, Lieder) usw. Keine kopierten Blätter zum Ankreuzen
oder Lücken füllen, alles wurde cplt. geschrieben. -Ich bin eigentlich gerne
zur Schule gegangen, in Kunst haben wir auch mit Tuschefeder verschiedene
schöne Schriften geübt u. Schwarz/Weiß "Kunstwerke" gezeichnet. -Ulrike
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