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Alt 20.10.2005, 19:51
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Standard AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?

Während die Teile 1 bis 3 der Piefke-Saga Filme mit dokumentarischen Charakter über den Tourismus in Tirol darstellen, erregt der Teil 4 ("Die Erfüllung") der Piefke-Saga bis heute die Gemüter.

Die (damals) teilweise futuristisch angehauchte Satire hätte angeblich die Zustände im Tiroler Tourismus übertrieben dargestellt.

Kritisiert wurde unter anderem die Szene, die die Verwendung von Schneekanonen im Sommer darstellt:



Gunnar Sattmann: "Die haben einiges dazugelernt, seit Du ihnen die Schneekanonen verkauft hast."

Karl Friedrich Sattmann: "Ja!"

Elsa Sattmann: "Das! Unser Land Tirol! Immer auf dem letzten Stand der Dinge!"


Alexandra Fusser schreibt in der Tiroler Tageszeitung, 19. Oktober 2005:

Schneefall in der Wüste bei 50 Grad

Apere Abfahrten oder Schneetransporte sollen bald Geschichte sein: Dank neuartiger Schneekanonen vom Persischen Golf, die eine Tiroler Firma vertreibt. Kunstschnee bei allen Temperaturen – bizarres Zukunftsszenario aus der Piefke-Saga oder bahnbrechende Erfindung des 21. Jahrhunderts? Der sehnlichste Wunsch vieler Touristiker könnte mit einer vollkommen neuen Technologie auf dem Sektor der Schneeproduktion in Erfüllung gehen. Einer Technologie, die das Unternehmen Snow Factory von Scheich Manu einem Australier abgekauft und in Dubai entsprechend weiterentwickelt hat.
[...]
Im Gegensatz zu den konventionellen Beschneiungssystemen, die einer Temperatur von mindestens 4 Grad unter Null und entsprechender Luftfeuchtigkeit bedürfen, wird mit den neuen SF 100-Kanonen unabhängig von den klimatischen Bedingungen Schnee gemacht – und zwar ohne Beimengung von Stickstoff oder chemischen Zusätzen. "Der wesentliche Unterschied ist, dass der Schnee nicht mehr vor der Kanone, sondern in der Kanone hergestellt wird", erläutert Rass. "Die SF 100 hat einen Kältekreislauf wie ein Gefrierschrank, in dem durch Kälte und Druckluft Schneekristalle entstehen." Das Endprodukt ist ein konsistenter Schnee. Ihre Feuertaufe haben die High-Tech-Schneekanonen in einem sechs Monate dauernden Testbetrieb in Dubai bei 50 Grad im Schatten bestanden.Obwohl sich die Tiroler Unternehmer bewusst sind, "dass eine Beschneiung bei tropischen Temperaturen keinen Sinn macht", stelle der Wintersport und die globale Klimaerwärmung das Thema Schneesicherheit in ein vollkommen neues Licht. Rass: "Interessant ist diese Beschneiung bei Plusgraden, auf Pisten der unteren Tallagen, aber auch in Skihallen sowie von Skigebieten in Großstädten." Schnee ist zudem zu einem wichtigen Marketinginstrument in der Tourismusbranche geworden. "Für unsere Winteropenings in Städten wurde der Schnee bisher von Gletschern geholt oder mit Stickstoff produziert", schildert Rass. Das Interesse sei bereits enorm: Anfragen aus Russland, Spanien, Frankreich und Deutschland seien ins Haus geflattert. Zwei Prototypen der SF 100 werden schon nächste Woche auf der Skiwiese der Bergbahn Hopfgarten für den ersehnten weißen Segen sorgen.


Wolfgang (SAGEN.at)

Geändert von SAGEN.at (20.10.2005 um 19:54 Uhr)
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