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Alt 26.01.2013, 10:08
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Dresdner Dresdner ist offline
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Standard AW: Tirol bereitet sich auf Wolf und Bär vor!

Dass es keine Massenproteste in der Lausitz gegeben hat, ist schon richtig.
Nicht nur von den Naturschutzorganisationen, auch von den Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen wurde alles getan, die Leute zu beruhigen.
Dazu zählt auch die oben schon angeführte Entschädigung für die Tierhalter bei gerissenen Wirtschaftstieren (welch eigenartiger Begriff), Einzelheiten dazu unter http://www.wolfsregion-lausitz.de/rissbegutachtung.

Noch hat es auch keine Angriffe auf Menschen gegeben; noch ist die Population der Wölfe überschaubar. Interessant auch, wie schnell Polizei und Justiz agieren, wenn es um den Wolfsschutz geht. Da wird sofort gehandelt, während schwere Straftaten gegen Menschen liegen bleiben da die Behörden ja so überlastet sind.

Hier die Meinung des brandenburgischen Bauernverbandes zum Thema: http://www.epd.de/landesdienst/lande...er-um-den-wolf.

Nachdenkenswert auch ein Leserbrief an die Sächsische Zeitung:

Zitat:
Eine fragwürdige wissenschaftliche Logik
Prof. Dr. E. Garbe, ... 02694 Großdubrau, schreibt zur Diskussion um die Wölfe:

Es ist nicht der erste Bericht dieser Art über die Wölfe, die sich zumindest in der Sächsischen Zeitung einen der vorderen Plätze erobert hat. Wenn gesagt wird „Nur langsam gewinnt die Wissenschaft an Boden“, dann kann man daraus die Ungeduld entnehmen, dass in Fragen der Wolfsansiedlung die Wissenschaft noch immer nicht gesiegt habe. Aber ganz so einfach ist das wohl nicht, denn auch die Wissenschaft, hier vertreten durch die Biologinnen eines Wolfsbüros, das man sich in diesem Falle leistet, kann sich irren und sollte sich vor Dogmen hüten.

Zumindest gleich großes Gewicht dürfte die Erfahrung vor Ort und die daraus abgeleitete Auffassung der in der Lausitz seit Jahrhunderten angesiedelten Landbevölkerung haben, die sich recht eindeutig äußert und die zu Recht solche offenkundigen Fragen stellt, wie erstens: Welche Vorteile bringt der in die Lausitz zurückkehrende Wolf? Wenn dazu Holm Große anführt, Außergewöhnliches ziehe Touristen an, dann sei auf den im vorliegenden Artikel hervorgehobenen Fakt verwiesen, dass der Wolf den Menschen ausweicht, ihn also gar niemand zu Gesicht bekommt.

Zweitens fragt sich der heimatverbundene Bürger, wo denn eigentlich die Mufflons geblieben sind, die hier Fuß gefasst hatten, die aber mittlerweile verschwunden sind. Sie hätten unsere Lausitz durchaus bereichert – ebenso wie die einmal eingewandert gewesenen Elche.

Und die dritte Frage bezieht sich auf die nunmehr plötzlich aus wirtschaftlichen (!) Gründen zum Abschuss freigegebenen Kormorane. Bei dieser dritten Frage zeigt sich die Ungereimtheit der Wolfsdiskussion. Die das Sagen haben, kennen offenbar nur Schwarz und Weiß. Von den Wölfen darf, im Gegensatz zum Beispiel zum Rotwild, kein einziger geschossen werden – mit der Begründung: „Die Wolfspopulation regelt Nahrungsangebot und Sozialverhalten der Tiere“.

Aber eben gerade diese dem Leser vorgetragene Erkenntnis soll interessanterweise für Kormorane und alle anderen zum Abschuss bzw. zum Bejagen freigegebenen Wildarten nicht zutreffend sein. Fürwahr eine seltsame „wissenschaftliche“ Logik. Verstehe sie, wer will – ich nicht.
Dresdner
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