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Alt 08.07.2007, 22:00
volker333 volker333 ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Wolfgang,
zu dem Thema fällt mir spontan meine alte Super-8 Kamera ein, die im Schrank verstaubt. Filme und Entwicklung gibt es wohl gar nicht mehr. So wird es wohl auch mit den alten Tonbändern und irgendwann auch mal mit den mechnanischen Kameras sein.
Im untertägigen Bergbau darf zulassungsbedingt (schlagende Wetter) nur mit mechanischen Instrumenten gemessen werden. Über Tage wird natürlich mit elektronischen Instrumenten gemessen. Stirbt der u.T. Bergbau stirbt auch diese Art der Vermessung und die speziellen Kenntnisse darüber.
Selbst alte Darstellungen (Risse) lassen sich heutzutage nur noch schwer deuten, weil mit uns fremden Maßen gemessen wurde. (Lachter, Klafter,Rute)
Gerade wenn ich an den Bergbau denke, fallen mir etliche Dinge ein, die für immer in Vergessenheit geraten werden. Vor einigen Jahren wurde bei uns ein Schacht verfüllt, der eine der wenigen noch erhalten alten Fahrkünste enthalten hat. Hab leider zu spät davon erfahren, sonst hätt ich was dagegen getan. Aber zu ist zu.
Früher sprach man noch von Künsten. (Wasserkunst, Fahrkunst)
Wer heute von Kunst spricht, denkt an Malerei und Musik aber meist nicht an alte Handwerkskunst. Viele Berufe sind weggefallen. Ich denke da auch an die alten Explorateure, die über Land zogen und Kenntnisse hatten und auf Dinge achteten, die vollkommen in Vergessenheit geraten sind. Wer sieht schon einem kleinen Bachlauf an, dass das Gebirge in der Umgebung Kupfer enthält? Wer weiß noch von der Möglichkeit Pflanzen als Anzeiger für Bodenschätze zu nutzen? Ich glaube viele Sagen sind auch aus Nichtwissen bzw. Halbwissen entstanden.
Ein alter Bergmann hat mir erzählt, dass er als junger Mann einmal fast von einem herabbrechenden Fels erschlagen worden wäre. Er konnte sich nur noch mit einem beherzten Sprung hinter den Holzausbau retten. Die alten Bergleute fingen an zu lachen und sagten: " Eh Kleiner, hast wohl Angst zu sterben?" "Das war der Grubenkarl."-->Sage
Dann zeigten sie ihm, wie man das Gebirge mit einem Stock abklopft und die losen Steine am Klang erkennt und fachmännisch löst. Zum Glück nicht zu spät.
Übrigens, wer kennt den sogenannten "Klanghammer"? Kenne ihn nur vom Erzählen.
Sorry, war vielleicht etwas zuviel auf einmal aber das Thema ist sehr gut.
Gruß Volker

Geändert von volker333 (08.07.2007 um 23:50 Uhr)
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