Einzelnen Beitrag anzeigen
  #16  
Alt 20.09.2006, 11:50
Huber Huber ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 31.01.2006
Ort: Wien
Beiträge: 168
Standard AW: KAUFMANN - Wer erinnert sich?

Wien 5 (Margareten) - die 70er- bis frühen 80er-Jahre.

Greißler (oft auch Feinkostladen genannt - die hatten nur ein bißchen mehr, waren aber dafür kräftig teurer) waren bei uns ja auch bereits große Läden. Denn Milch und Käse hat man bei der Milchfrau geholt.
Das Brot beim Bäcker.
Obst und Gemüse beim gleichnamigen Händler (besonders beliebt Salzgurken und/oder Sauerkraut aus dem Fass -obwohl das ist ja wieder im Kommen, sogar bei Supermärkten)
Fleisch und Wurst beim Fleischhauer (natürlich mit Zuwage und bitte einmal Morchknochen - Markknochen für unsere deutschen Freunde)
Die seltenen Süßigkeiten beim Zuckerlgeschäft. (1 Stollwerk für 5 Groschen)
Kuchen und Torten, die besonders schön aussehen mussten, in der kleinen Konditorei bzw. beim Tortenbäcker (pah, was war ich fasziniert, wenn der Mann mit einer Spritztüte Buchstaben gemalt hat)
Supermärkte - waren im Kommen. Die Favoriten: Konsum, Jura - ganz zaghaft schon Billa (und da war es nur mehr einer); Löwa für die Mittelklasse (gibt es auch schon lange nicht mehr in dieser Form); Gebrüder Kunz und Julius Meinl für die Reichen (auch sie ruhen in Frieden).
Wer ist Spar? - Heute neben Billa der Platzhirsch, früher schlichtweg nicht vorhanden. Adeg und/oder A&O haben sich im Wiener Raum schon fast schamhaft von Greißlern verkaufen lassen.
Einkaufszentren - Noch lang vorm Donauzentrum das Generali-Center auf der Mariahilfer Straße - heute bestenfalls ein origineller Zeitzeuge.
Und Kaufhäuser: Stafa, Steffl, Gerngroß, Herzmansky, Tyrolia später Interspar - heute alle nur mehr dem Namen nach vorhanden - dort kaufte der Mittelständler nicht ein, dort ging man hin zum Schauen.
Gewand hat man übrigens meist bei Kleiderfabriken direkt gekauft, da waren sie billiger, oder man ging zum Second-Hand oder zum "xxxxx" (niemand wußte, ob diese Betreiber tatsächlich xxxxx waren, aber genannt hat man sie so)
Und Schnittblumen in Zinnkübeln, echte sogar - waren durchaus üblich bei den Blumenläden im 5. Bezirk.

So, jetzt höre ich auf und gehe weinen!
LG
Erich

Admin: ein Wort wird hier zensiert um keine weitere Verbreitung dieser, in diesem Zusammenhang diskriminierenden Bezeichnung zu fördern.

Geändert von SAGEN.at (20.09.2006 um 23:36 Uhr)
Mit Zitat antworten