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Alt 12.01.2016, 13:02
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Welttoilettentag

Zitat:
Zitat von Joa Beitrag anzeigen
Eine Begegnung von damals habe ich noch bildlich in Erinnerung, als Hr. Bischitzky mit einem weiß emaillierten Lavoir um die Ecke kam, das voll von Urin war, um es in einem der Klos, welche sich außerhalb der Wohnungen befanden, zu entleeren. Klos mussten wir damals teilen und das Wasser von der Bassena am Gang holen. Tja so waren damals die Zeiten.
Ich habe diesen Bericht aus einem anderen Thread nach hier übernommen, weil eine Antwort darauf dort wäre.
Wie es der Zufall wollte, hatten mein Schwager und ich uns, während der zitierte Eintrag gemacht wurde, gerade über solche Einrichtungen unterhalten. Mein Schwager schilderte die Verhältnisse in den ersten beiden Adressen in Kempten, wo er nach dem Krieg bis in die 50er Jahre wohnte, so wie sie hier beschrieben sind. Ich habe es so oder ähnlich noch Anfang der 70er Jahre in Miethäusern der Arbeiterviertel in Aachen und Heidelberg gesehen. Mein Schwager hat in Kempten sogar noch die "Seichgässle" (hochdeutsch: Ehgräben, siehe auch hier) "in Betrieb" erlebt, die üblicherweise als "mittelalterlich" angesehen werden.

Meine Schwester hörte dieser Unterhaltung ratlos zu: „Wieso, das hat man doch alles im Bad?" Ihr ist nie bewußt geworden, daß wir als Kinder privilegiert aufgewachsen sind – nie ohne schönes, gekacheltes Badezimmer mit Toilette, Spülung auf Knopfdruck, Waschbecken, Badewanne und Warmwasser aus dem Badeofen.
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