Thema: Rosmarin
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Alt 03.09.2008, 23:27
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Rosmarin

Hi Dolasilla,

dein Statement zur Geburtenkontrolle ist wirklich informativ und es gäbe sicher einige Diskussionspunkte. Auf einen Satz möchte ich aber dennoch eingehen
Zitat:
Im Vergleich zum Mittelalter sind Frauen heute viel machtloser...
Das mag nach deiner Auslegung so sein, dafür hat heute das ungeborene Leben mehr Rechte und wahrscheinlich immer noch zu wenig! (Wir könnten bei diesem Thema glatt bis zur Stammzellenforschung oder bis zum Thema "snowflakes" kommen ;-) ).

Um beim Thema Rosmarin in Brautkranz als Abtreibungskraut zu bleiben:

Zitat:
Vermutlich konnte die Kirche den Brauch, einem Mädchen/einer Frau Rosmarin zwecks Geburtenkontrolle zu überreichen, nicht ausrotten und wandelte die Bedeutung von Rosmarin als Abtreibungskraut in ein Fruchtbarkeitssymbol um.
Ich glaube bevor wir keine Fakten haben, also wo die Kirche Rosmarin als Fruchtbarkeitssymbol eingesetzt hat und in welchem Gebiet es solche Rosmarinbrautkränze gab, bleibt es bei einer These.
Auch wenn man auf einigen Kräuterseiten im Internet lesen kann, dass "ros marinus" im alten Griechenland und Äpypten mit dem Tod assoziiert wurde und später (18. Jh.) in England Rosmarinkränze auf Beerdigungen getragen wurden, die Pflanze aber auch sinnbildlich die Liebe darstellt und zur Liebesgabe avancierte und dann endlich: "In Deutschland wurde der Rosmarinkranz über lange Zeit von Bräuten getragen."

Rosmarin wächst in freier Natur im Mittelmeerraum, aber in Deutschland? Spinnen wir den Faden weiter, auch ohne Belegquelle, und nehmen an, dass die Bräute ab dem 18. Jh. in Deutschland wirklich Rosmarin getragen haben...
...dann geschah dies wohl eher aus einer Modewelle der Romantik heraus, Liebe und Tod bei der Hochzeit vereint, dass kann ich mir gut vorstellen. Aber, wie schon gesagt, ein geläufiges Kraut um eine Schwangerschaft zu unterbinden in Schmuckform bei der Hochzeit zu tragen, nein, das kann ich mir nicht vorstellen!

Und da wir gerade bei Thema sind: Was ist aus dem alten Schleierkraut geworden? Hat das Schleierkraut noch weitere Verwendung als bloße Brautzierde gefunden? Habe erst vor kurzem aufgeschnappt, dass der Vinschgau (Südtirol) für sein Schleierkraut bekannt war (?) und kann dem auch nicht so ganz Glauben schenken.

Beste Grüße

Berit
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