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Alt 15.11.2012, 20:00
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Arme-Leute-Essen

Brotsuppe gabs bei uns auch, war aber mit klarer Suppe. Wir hatten eine Milchsuppe, heißt Stosuppe, mit Kümmel – und mir waren Erdäpfel hinein lieber als Brot. Im Krankenhaus gabs die manchmal zum Nachtmahl, die älteren Patienten waren immer ganz glücklich drüber.

Da wäre noch ein Bericht aus der Region Weststeiermark/Koralm über Arme-Leute Essen am Land:
„Ziegenmilch (die armen Keuschler hatten keine Kühe sondern Ziegen); Mehlsuppe; Kartoffel und Sterz. Sterz aus Maisgrieß war bei uns eine zentrale Nahrung: in der Früh Sterz, zu Mittag Sterz und am Abend wieder Sterz. In der Südweststeiermark hat man daher die Sterzesser auch als "Gelbfüßler" bezeichnet.
Kraut war ein wichtiges Nahrungsmittel, weil im Kraut alle notwendigen Inhaltstoffe sind die der Mensch braucht damit es keine Mangelerscheinungen gibt. Fleisch gab es nie oder nur zu den heiligen Zeiten.
Wie haben die armen Familien am Land überlebt? Sie haben mangels eigenem Futter für ein Schwein im Wald Bucheckern und Eichel gesammelt. Für die Ziegen alle "Roan" (Feldränder)abgemäht. Einige haben auch gewildert, nicht mit dem Gewehr sondern sie haben Kupferdrahtschlingen gelegt und damit die Rehe stranguliert. War geräuschlos und hat keiner teueren Gewehre und Munition bedurft, nur etwas Geschick und Können. Warum Kupferdrahtschlingen und nicht Eisendrahtschlingen? Kupfer ist weicher und hat sich nicht wieder geöffnet wenn das Reh mit dem Hals gefangen war. Beim Eisendraht bestand die Gefahr dass er sich geöffnet hat und das Reh frei kam.“
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