Thema: Der Speik
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Alt 17.06.2007, 14:34
siegi siegi ist offline
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Standard AW: Der Speik

Der echte Speik


In alten Büchern auch mit ck geschrieben.
Vorkommen in Kärnten vor allem in den Nockbergen. Ich pflücke ihn ab und zu am Rinnsennock. Zahlreiche Berg und Flurnamen zeugen von seiner Existenz.
Speikkogel, Speikbichel, Speikboden, Speikleiten, den Großen und Kleinen Speikkofel.

500 v. Chr. War schon der Handel im Orient bekannt
1460 Verlieh Friedrich der Dritte der Stadt Judenburg das Monopol, mit dem Speik weltweit Handel zu betreiben. Das Monopol dauerte fast 100 Jahre an.
1787 Das alleinige Recht zum Speikgraben für Grundbesitzer und Adel endete und wurde unter Einhaltung der Waldordnung frei.
Säumer transportierten Speik mit Pferden Jahrhunderte über die Berge und weiter zu den großen Häfen der damaligen Zeit, wie Triest und Venedig.
1936 wurde die Speikanwendung verboten (Reichsnaturschutzgesetz)

Alpenbaldrian, wie der Speik auch genannt wird, verbreitet seinen Geruch nicht von den Blüten, sondern aus den Wurzeln und verfügt über wertvolle Stoffe, die ihn zur Heil- und Duftpflanze machen. Extraktion führt zum ätherischen Nardenlöl, und ist bis heute synthetisch nicht herstellbar. Der Speik wird auch Maria Magdalenen Blume genannt, weil in der Überlieferung Maria Magdalena, Jesus die Füße mit Nardenöl salbte

Im August, werden die Blätter des Speiks gelb, dann ist Erntezeit.„Gespeikt” wird zwischen dem großen und dem kleinen Frauentag, zwischen dem 15. August und dem 8. September. Geerntet wird von Speikbauern, die nur ungefähr die Hälfte entnehmen um ein Vermehren zu gewährleisten.Im Rahmen eines Nationalparkprojektes Nockberge ernten zwei Bauern aus Saureggen den Speik. Für ein Kilo getrockneten Speik müssen ungefähr sechs Kilo Speikpflanzen ausgegraben werden. Mit dem Speikkramperl wird er ausgegraben und zum Trocknen in Büscheln aufgehängt. Dabei werden allein für ein Liter Nardenöl rund 70 Kilo getrockneter Speik benötigt.

Neben der Kosmetik ist Speik in der Medizin als Baldrianart Valeriana celtica subspezies norica bekannt und in alten Schriften aufgezeichnet.
Er wirkt Magen stärkend und Harn treibend, gegen Fieber und Zahnschmerzen, Herz- und Nerven stärkend, Kreislauf fördernd.
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mfG siegi
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