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Alt 06.04.2010, 16:48
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Flucht aus Russland und Erzählungen von Flucht bis heute

Eine mongolische Frau die als Flüchtling in Österreich gelandet ist, erzählte mir, daß sie in der Mongolei "Ärzte ohne Grenzen" gesehen hätte. Und das waren in ihrem Fall Österreicher. Und da wusste sie, daß wir Österreicher eine gute medizinische Versorgung haben müssen.
Sie hatte damals einen 8-Jährigen Sohn. Der hatte einen Herzfehler und es gab in der Mongolei Komplikationen bei der Geburt.
Nun war sie wieder schwanger und befürchtete, daß ihr zweites Kind wieder einen Herzfehler haben könnte und daß es in der Mongolei nicht die notwendige medizinische Versorgung gäbe.
Deshalb hat sie einem Schlepper 300 Doller bezahlt, der sie dann nach Österreich gebracht hat, samt ihrem 8-Jährigen Sohn und schwanger zu ihrem zweiten Kind.
In Österreich hat sie dann zuerst im Auffanglager Traiskichen gelebt und wurde von dort zu uns ins Dorf gebracht.
Hier lebte sie dann, brachte 2005 einen Jungen zur Welt, er hatte die Nabelschnur mehrmals um den Hals gewickelt, sie wurde damals mit der Rettung nach Waidhofen gebracht.
Im Krankenhaus hab ich sie mehrmals besucht und ihr Erstlings-Sachen gebracht, während sie im Krankenhaus lag habe ich 3 Wochen ihren anderen Sohn in Pflege gehabt.
Einige Wochen nach der Geburt stand sie vor meiner Haustür, sie bräuchte Geld um nach Traiskirchen zurück zu fahren. Sie wollte zurück in die Mongolei.
Ich habe ihr damals das Geld gegeben, es war ein tränenreicher Abschied und ich habe danach auch nie wieder von ihr gehört, obwohl sie versprochen hatte, sie würde mir eine Postkarte schicken, wenn sie zurück in der Mongolei wäre...
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