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Alt 14.10.2020, 09:46
peter peter ist offline
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Standard AW: Chemie Cyanotypie

Lieber Arenas,
ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit den sogenannten "Edeldruckverfahren" wie Cyanotypie, Anthotypie, Chlorophyll-Prints und Lumen Prints.
Zur Cyanotypie gibt es zahlreiche Publikationen und Rezepte. Das Verfahren wurde um 1840 von Sir John Herschel entwickelt und ist ein Negativ-Positiv Verfahren.
Die britische Botanikerin Anna Atkins hat ihr Buch "British Algae: Cyanotype Impressions" 1843 mithilfe dieses Verfahrens verfasst. Dieses Werk wird oft und gerne als erstes Fotobuch der Welt bezeichnet.
So vielfältig die Literatur zu diesem Thema ist, sind es auch die publizierten Rezepte.
Beispiele:

25g Ammoniumeisen(III)citrat
10g Kaliumcyanohexaferrat
in je 100ml Aqua dest. gelöst

100g Ammoniumeisen(III)citrat
40g Kaliumcyanohexaferrat
in je 500ml Aqua dest. gelöst

25g Ammoniumeisen(III)citrat
16g Kaliumcyanohexaferrat
in je 100ml Aqua dest. gelöst

Ich habe diese Rezepte ausprobiert. Die Ergebnisse unterscheiden sich etwas im Farbton, das heißt, die Rezeptauswahl ist eigentlich Geschmacksache.

Als Trägermaterial verwende ich hauptsächlich Aquarellpapier (200g/m2 - 300g/m2), habe aber auch Stoffe, Holz oder Kunststoffplatten ausprobiert.

Zum Fixieren verwende ich anstatt Zitronensäure einfach ein paar Tropfen "Dan-Chlor" aus dem Drogeriemarkt. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.
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