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Alt 11.01.2016, 11:54
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Schulausflüge, Betriebsausflüge – wer erinnert sich?

Unsere Schulausflüge hießen schon so, als sie noch Wandertage waren.
In den ersten Klassen ging es auf und rund um den Hiesberg, den "Hausberg" des Ortes. So auch zum Eisernen Bild.
Für die Eltern war das sicher gut, denn außer der Tochter des Schuldirektors und des Bahnvorstandes waren alle Arbeiterkinder. Die "Auswärtigen" - Kinder von Bauern, waren in einer anderen Klasse. Geld war also knapp, wir sparten Buskosten und das Jausenbrot hatten wir natürlich dabei.
Im letzten Jahr flogen wir tatsächlich aus.
Von Melk mit dem Schiff nach Aggstein und von dort per Pedes auf die Ruine, danach wieder ins Tal und mit dem Bus heim.

In der Hauptschule fuhren wir im ersten Jahr ins SOS-Kinderdorf Hinterbrühl, ein Mädchen war während des Schuljahres dorthin gekommen, nachdem ihre Mutter gestorben war.
Wir holten sie ab und besichtigten die Seegrotte.
Im letzten Jahr fuhren wir auf 2 Tage fort Richtung Hallstatt. Dort besichtigten wir das Salzbergwerk und fuhren dann zur Dachstein-Eishöhle.
Danach weiter mit der Gondel auf die Gjaidalm. Während es unten in Hallstatt regnete, schneite es oben natürlich. Und das seit Tagen, außerdem war Nebel und absolut nichts zum sehen. Plötzlich ein Ruck, eine flog hin und die Gondel stand. Es war grad mal vorne und hinten ca. 3 Meter Seil zu sehen, sonst nichts.
Irgendwie brachte der Gondelführer dann in Erfahrung, dass wir in eine Schneewächte gefahren waren. Das Gefährt wurde zurückgeholt und wir mussten umsteigen. Als wir an der Stelle vorbei kamen, sahen wir die Ecke, die die Gondel in den Schnee gedrückt hatte. Sehr weit weg war also die 2. Spur nicht.
Oben war alles tief verschneit und als die Schulklasse samt Wettersturz auf der Hütte ankam, wurde natürlich gleich wieder vom schweren Unglück 8 Jahre zuvor gesprochen.
Dann wurde es aber doch noch ein heißer Hüttenabend mit einer ziemlich schlaflosen Nacht.

Natürlich wurden im Spital jährliche Betriebsausflüge organisiert. Im ersten Jahr nach Salzburg war ich noch dabei, obwohl ich Auto- und Busfahren nicht gut vertrug. Naja, Auto war kein Problem - wir hatten keines und im Bus musste ich immer vorne sitzen.
Aber diese Fahrt blieb unvergessen. Einer brachte schon zur Abfahrt einen Doppler mit. In Salzburg, wo wir ausstiegen und zur Altstadtbesichtigung uns aufstellten, war zum Glück der Männer auch ein Stadtkeller (Ort und Namen weg ), dort fielen die gleich hinein und wurden erst wieder bei der Abfahrt nach Hellbrunn gesehen.
Der Heimweg war grauslich, im Bus wurde auch geraucht, mir war urschlecht und meinen Schwur, nie mehr mit zu fahren, hab ich durch die restlichen 36 Jahre gehalten.
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