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Alt 20.11.2011, 22:07
krisu krisu ist offline
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Standard AW: U-Verlagerung "Zitteraal"

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Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Hallo Manni,

Es handelt sich hier um einen sehr bedeutenden Ort für die Zeitgeschichte in Tirol - über den leider so gut wie nichts öffentlich bekannt ist.
Das stimmt so nicht ganz, es gibt sehr wohl einige Leute die sich um die Geschichte der Anlage kümmern (nein nicht ich, auch wenn meine historikerketzerische Wenigkeit auf obigen Bildern zu sehen ist :-) ).
Unter anderem wurde das Stollensystem kürzlich durchaus aufwändig und fachmännisch vermessen...hoffentlich von Leuten aus der Region...


Denn es existeiert sehr wohl eine Art informeller Ethikkanon, welcher besagt daß nichtevidente Exporationen medial nicht ausgeschlachtet werden, daß man nicht zur Fernsehen etc. läuft...
Und daran haben sich bzgl. Zitteraal anscheinend beisweilen eigentlich alle gehalten...



Weil dem bisweilen so war, gibt es vielleicht keine Gedenktafel.
Weil dem bisweilen so war, kann der Interessierte(!) jedoch auch noch Anno 2011 selbst alle Anlagenteile besichtigen. Das bisher sich selbst überlassene schauerliche Ambiente geht wesentlich mehr unter die Haut und regt tiefer zum Nachdenken an, als jegliche noch so schön gestaltete bronzene Gedenktafel aus Grassmayrischer Giesskunst...

Stellt sich da jemand wieder dicke in die Medien, gibts vielleicht eine Genktafel und Landesgelder und und und.
Nur wäre dann das Ding zu und richtig feste vergittert, denn der Aufwand das Ganze einer Allgemeinheit zugänglich zu machen, würde Millionen verschlingen...
Zudem wäre das dannn eine lustig bequeme schauerliche Linzer Grottenbahn - ohne Bahn...falls es dann überhaupt noch jemand interessiert...

Also hoffe ich mal dass sich am Zitteraal weiterhin Zurückhaltgung und Weisheit behaupten können...

NB1: Manni, der Schrägschacht nach Oben mag ein Wasserschloss gewesen sein...am Kreuzungspunkt "Strandbar" hätte ein Schieber Sinn gemacht. Der Stollen "Schrägaufzug" hätte so denke ich die talwärtige Druckleitung mit grossem Durchmesser aufgenommen, der andere kleine mit den Schienen drauf war ja schon da ...

Der grosse Druchmesser der Druckleitung war wohl das, was diese Tunnelanlage von "normalen" Wasserkraftwerken der damaligen Zeit unterschied... diese Konfiguration ermöglichte es für kurze Zeit sehr grosse Wassermassen mit grossen Druck dem Direktantrieb der Windturbinen zuzuführen...
Das damals noch nicht erbaute Staubecken am Tunneleinlass hätte als Zwischenspeicher gedient....

NB2: Ich denke dass hier die Bezeichung "U-Verlagerung" nicht treffend ist, denn im Berg befinden sich so wie ich das sehe nur jene Zuleitungssysteme, die bei Kraftwerken generell unter der Erde zu finden sind. Staumauer und insbesondere die markante Windkanalanlage wären ja leicht angreifbare Luftziele im Freien gewesen...

Geändert von krisu (21.11.2011 um 10:31 Uhr)
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