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Alt 10.10.2013, 20:43
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Standard AW: Gefangenenlager Fürstenfeldbruck

Es gibt einiges zur Kosakentragödie von Lienz im Web zu finden, sowie auf Youtube ein paar Dokumentationen. Vielleicht ist die Webseite des "Vereins zum Gedenken an die Lienzer Kosakentragödie vom 1. Juni 1945" ein guter Ausgangspunkt.

Bemerkenswert finde ich persönlich, dass es ein paar einzelne Kosaken geschafft haben, in der Nacht aus dem sonst sehr gut bewachten Lager zu fliehen. Diese wurden dann von den englischen Suchtrupps gejagt und mussten sich unter schrecklichen Umständen in den Bergen in Höhlen etc verstecken. Der Innsbrucker Archäologe Harald Stadler hat mit einem Fernsehteam vom ZDF in der sehenswerten Dokumentation "Der Todesritt der Kosaken": [ame="http://www.youtube.com/watch?v=EE-q7CwiE_g"]Der Todesritt der Kosaken[/ame] einen solchen Überlebenden getroffen und mit diesem seine ehemalige Fluchthöhle (in Osttirol bis heute "Kosakenlöcher" genannt) besucht. Die Schwierigkeit die diese einzelnen Überlebenden hatten, war ja, wem sie trauen konnten und wem nicht? Es gab da auch ganz besondere Heldenleistungen von einheimischen Bauern, die geflohene Kosaken versteckt haben.
Wir sprechen übrigens vom Frühsommer 1945, also der Zeit NACH dem 2. Weltkrieg in Österreich!

Der Terekkosak Nikolaj Presnikov, Vater von Nikolaus Presnik besser bekannt als "Nik P." (Ein Stern (… der deinen Namen trägt...)) war übrigens auch einer der wenigen Überlebenden.

Besonders tragisch muss für die Kosaken die Erschießung ihrer 5.000 mitgebrachten Pferde gewesen sein. Für einen Kosaken bedeutete das Pferd extrem viel und die brutale Erschießung der Pferde war für sie ein deutliches Signal dass sie in den Tod geschickt werden. Es gab daraufhin auch eine schreckliche Suizid-Welle, die auch von der Lienzer Bevölkerung in der Drau mehr als deutlich wahrgenommen wurde.

Bei ganz speziellen Fragen zur Kosakentragödie von Lienz kann ich evt bei den forschenden Wissenschaftlern bei mir im Haus nachfragen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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