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Alt 12.09.2014, 11:07
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Auch getrocknet wurde draußen, oft fror die Wäsche schon beim Aufhängen, aber wenn sie ausgefroren wird, trocknet sie schneller, sagte die Mutter.

Man konnte manche Stoffe auch gar nicht gut waschen ...

Im Haus, wo wir wohnten gab es keine Waschküche.
Ich habe viel später (70er Jahre) gesehen, daß die Leute bei klirrender Kälte ihre Wäsche im Garten aufhängten. Man belehrte mich, daß sie auf diese Weise sozusagen gefriergetrocknet würde – ein Begriff, den ich nur von Pulverkaffeedosen kannte.

Ja, das vergißt man heute leicht, daß die Stoffe teilweise schlecht oder gar nicht waschbar waren und die Farben nicht licht-, wasch- und schon gar nicht kochecht. Als dann die indanthren-gefärbten Tischtücher oder Bettbezüge in den 50er Jahren aufkamen, schienen sie ein unglaubliches Wunder zu sein.

Zitat aus dem Haushaltsbuch (1904) meiner Großmutter:
"Eine gut ausgestattete Wohnung hat jetzt stets eine Extrawaschküche, die ungesunde und unappetitliche Wascherei in der Küche, die früher allzuoft in Mietwohnungen ganz und gäbe war, ist in der Neuzeit mit Recht abgeschafft. Wo nicht jede Mietwohnung ihre Waschküche hat, ist doch eine solche für alle Hausbewohner zum abwechselnden Gebrauch vorhanden."
Es ist ein Haushaltsbuch für das "gehobene Heim", und die Verfasserin hat wahrscheinlich nie etwas von den Wohnverhältnissen normaler Leute gesehen. Die Fotos zeigen, was für Waschräume sie im Sinn hatte: Räume, in denen etliche dienstbare Geister beschäftigt waren, während die Hausfrau bestensfalls reinkam, um die Arbeitenden zu überwachen.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Waschküche.jpg   Plättstube.jpg  

Geändert von Babel (12.09.2014 um 12:57 Uhr)
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