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Alt 12.09.2014, 10:40
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Harte Arbeit, vor allem die großen Teile (Bettwäsche).

Man mußte auch sparsam sein und auf die Kleidung achten: Sonntagskleid, Schulkleid, Alltagskleid.
Alles wurde geändert, ausgebessert usw. -Ulrike
Die Arbeit in der Waschküche habe ich wohl nie gesehen, weil ich immer gleich rausgeschickt wurde, außerdem habe ich mich vor den dort unausrottbaren Asseln geekelt. An die vor Wasserdampf fast undurchsichtige Luft erinnere ich mich allerdings, und an das Waschbrett – ja, das war damals noch ein Gebrauchsgegenstand und kein Bauch ...

Als das größte Problem habe ich in Erinnerung, daß wir Kinder ja wuchsen und eigentlich dauernd neue Kleidung gebraucht hätten. Nun gab es weder Kleidung noch Stoff zu kaufen, von den letzten Kriegsjahren an bis 1951, als wir die DDR verließen. Also mußte ständig etwas aus alten Sachen gemacht werden. Kleider machte man weiter, indem man sie senkrecht aufschnitt und Streifen aus anderem Stoff zwischensetzte. Verlängern war einfacher: Unten einen Stoffstreifen ansetzen. Man verwendete auch Stoff, den man in besseren Zeiten weggeworfen hätte; so hatte ich ein Röckchen aus einem Stoff voller Mottenlöcher, die meine Mutter mit farbigen Blümchen in Langettenstich umhäkelt hatte – es sah sehr niedlich aus. Es wurde viel gestrickt und gehäkelt, da konnten ja alle Garnreste verwendet werden. Meine Mutter hat alte Strümpfe in dünne Streifen geschnitten und daraus eine Weste für mich gehäkelt. Da alle diese Handarbeitstechniken so nötig waren, habe auch ich sie früh und gründlich gelernt.

Die sogenannten Sonntagskleider hatten wir, aber sie wurden auch sonntags nur stundenweise angezogen: Nicht zum Essen, denn wir hätten sie ja bekleckern können; nicht zum Spielen, denn da hätten sie ja schmutzig werden können; schon gar nicht zum Spazierengehen, denn ich hatte die Neigung, ständig wegen irgendwelcher Steinchen oder Pflänzchen am Boden zu hocken ...

Geändert von Babel (12.09.2014 um 12:48 Uhr)
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