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Alt 17.09.2006, 11:41
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Lächeln AW: KAUFMANN - Wer erinnert sich?

Hallo Norbert, da hast Du ein schönes Thema ins Forum gestellt auf das ich
gleich reagieren möchte! Auch in meiner Kindheit gab es einen "Tante Emma
Laden". Die freundliche Kauffrau schenkte mir die "Knäppchen" von
den großen dicken Aufschnittwürsten. Das war immer ein Fest! Sie
führte ein Anschreibbuch, denn viele Leute mußten auf Vorschuß leben.
Kinder wurden oft ohne Geld zum Einkaufen geschickt! Geheimnisvoll
war es früher mit Damenbinden. Die Mutter schrieb auf einen Zettel das
Gewünschte, hinter der Theke wurde ein Paket in eine alte
Zeitung eingewickelt und diskret in die große Einkaufstasche gesteckt. Im
Laden gab es "Bündchen" Brennholz zum Ofenanmachen. Die Leute waren
hinter alten Holzkisten (Stiegen) her. "Klümpchen" (Bonbons) gab es schon
für 1 Pf., aber den mußte man erst mal haben. Pergament (Ölpapier,
Butterbrotpapier) wurde mehrfach verwendet, die Pausenbrote kamen zudem
noch in einen Bogen Zeitungspapier. Den Männern wurde oft in der
Mittagspause ans Werkstor ein "Henkelmann" (Warmhaltegefäß) mit Essen
gebracht. - Ich kenne noch Klopapier aus Zeitungen und Plumsklos
(Herzhäuschen). - Vieles wurde ja noch lose eingeholt: Milch vor allem.
Da wir (zum Glück) einen großen Garten hatten gab es viel Selbst-
versorgung. Es kamen noch sog. "Hausierer" an die Türen (z.B. mit
Kurzwaren), oft waren es kriegsversehrte Männer. Bei uns bekamen sie
etwas zu Essen u. die Frauen der Familie kauften Wäscheknöpfe u.a. ab.
- Nun schließe ich mit vielen Grüßen und hoffe auf noch mehr
Berichte dieser Art! Ulrike

Geändert von Ulrike Berkenhoff (17.09.2006 um 11:46 Uhr)
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