Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 13.10.2011, 21:41
silkelmar silkelmar ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 13.10.2011
Ort: Aschaffenburg
Beiträge: 4
Standard AW: Das Birkenbaumgeisterchen

Zitat:
Zitat von silkelmar Beitrag anzeigen
Der Baum des Glücks
von: Sabine Raile

Einmal, als Himmel und Erde zusammenstießen, gab es einen großen Knall
und der Mensch ward geboren.

Einmal, als ein Mann und eine Frau sich von Herzen liebten entstand im Leib der Frau ein Wesen. Als die Frau dies spürte setzte sie sich nieder und sang: "She willi..." Es war als ob das Wesen sie hören würde.
Die Zeit verging und das Wesen im Leib der Frau wuchs heran. Immer wenn die Frau sich niedersetzte und sang, bewegte sich das Wesen im Leib der Frau nach dem Rhythmus der Melodie.

Als nun die Zeit gekommen war da das Kind das Licht der Welt erblicken wollte, ging die Frau vor ihre Hütte.
Dort grub sie eine Vertiefung in die Erde, setzte sich darüber und wiegte sich in der Hocke hin und her. Dabei begann sie zu singen:"She willi kumma..."

Ein Kind wurde geboren.

Ein Vogel flog vorüber, er trug einen Samen im Schnabel. Als der Vogel die Frau singen hörte, da stimmte er in den Gesang mit ein.
Da man aber nicht gut singen kann mit einem Samen im Schnabel, fiel dem Vogel der Samen aus dem Schnabel direkt in die Kuhle, in die das Kind geboren ward.
Die Frau nahm das Kind in ihre Arme, füllte die Kuhle mit Erde und trug das Kind nach Hause.

Die Zeit verging, und als das Kind krabbeln konnte, da krabbelte es vor seine Hütte zu dem Ort wo es geboren worden war. Dort stand ein kleiner Baum. Das Kind krabbelte um den Baum und "sang" es klang so wie: "bbbbb...".
Die Zeit verging und als das Kind laufen konnte, da ging es an den Ort an dem es geboren worden war, dort stand nun ein großer, prächtiger Baum. Das Kind tanzte um den Baum und sang:
"She willi kumma...".
Es war, als würde der Baum sich strecken und seine Äste im Rhythmus des Liedes hin- und herbewegen.

Immer wenn das Kind traurig war, ging es von nun an zu seinem Baum, legte seine Wange an den Stamm des Baumes und erzählte ihm von seinem Kummer.
Es war, als würde der Baum den Kummer des Kindes durch die Rinde aufsaugen bis in sein Herz hinein, weiter hinauf zu den Ästen, den Zweigen und zu den Blättern des Baumes.

Da kam ein Windstoß und löste den Kummer in Luft auf.

von: Sabine Raile

Hallo Sonja,

Ich fand Dein Märchen: Das Birkenbaumgeisterchen einfach toll, und ich habe mir gedacht das das Märchen: Der Baum des Glücks von: Sabine Raile ganz gut dazu past. liebe Grüße Elmar
Mit Zitat antworten