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Alt 06.10.2008, 22:35
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Standard AW: Adolf Bleichert & Co - Seilbahnen

Hallo Dresdner,

herzlichen Dank für Deine kompetente Rückmeldung!
Deine Datenbank www.seilbahngeschichte.de ist wohl für jeden an der Technikgeschichte bzw am Kapitel Seilbahngeschichte interessierten die erste Anlaufstelle. Ich schätze diese sehr.

Etwas überrascht bin ich über Deine Feststellung, die Predigtstuhlbahn sei die "älteste, im Originalzustand erhaltene Seilschwebebahn der Welt."
Und diese Feststellung ausgerechnet von Dir aus Dresden...

In allen mir bekannten Lexika wird die "Dresdner Bergbahn" als die älteste Bergseilbahn der Welt geführt. Wenn ich das richtig sehe, läuft ja auch dort noch Deine Ausstellung zu den Seilbahnen von "Adolf Bleichert & Co."

Ich weiß, das Gerangel um die älteste Seilbahn der Welt liegt an kleinen Definitionen und unterschiedlichen Auffassungen. Es wäre hier wirklich mal an der Zeit, eine ordentliche Systematik zu veröffentlichen.

Etwas gar bunt treibt es in dieser Hinsicht Bozen (Südtirol), deren Kohler Bahn (Kohlerer Bahn) am 29. Juni 2008 das Hundert-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, allerdings bei dieser und anderen Gelegenheiten nicht müde wird, ständig die Unwahrheit zu verbreiten, die älteste Seilbahn der Welt zu sein.....


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Dein Zitat:
Zitat:
Alle ehemaligen Bleichertbahnen für Personentransport in Österreich wurden erneuert bzw. "vermodernisiert".
ist natürlich zweifellos richtig.
Allerdings möchte ich bemerken, dass manche Hinweise auf "Adolf Bleichert & Co." erhalten sind, vgl etwa das Foto von Berit am Hafelekar in Innsbruck, ein weiteres geschnitztes Beispiel von der Nordkettenbahn in Innsbruck hier im Anhang.

Die Marmorbahn in Laas ist die einzige vollständig erhaltene Seilbahn der Firma Bleichert im Originalzustand!
Zur Marmorbahn kann man nur sagen, dass sich Südtirol leider bisher gar nicht bewusst ist, welches Technikjuwel dieses Land hat.
Die Laaser Marmorbahn wäre übrigens gar nicht so einfach zu definieren, denn diese hatte früher noch eine ganze Reihe weiterer Aufgaben. Lediglich die fünfte Etappe ist 1973 untergegangen, aber im selben Jahr noch veröffentlicht Prof. Dr. Werner Rutz in der Zeitschrift "Technikgeschichte" (des VDI - Verein Deutscher Ingenieure) den energischen Appell "das einmalige Zeugnis der Seilbahn- und Bremsbergbau-Technik" unter allen Umständen zu erhalten.

Das ist jetzt 35 Jahre her und im Augenblick fährt die Marmorbahn täglich im normalen Produktionsbetrieb. Es ist sehr zu hoffen, dass dieser Zustand erhalten bleiben kann...

In der Hoffnung auf Diskussion

Wolfgang (SAGEN.at)
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Nordkettenbahn_Innsbruck_Bleichert.jpg  
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