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Alt 30.04.2006, 12:23
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Oksana Oksana ist offline
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Standard AW: Die Wolke - Katastrophe von Tschernobyl

Noch etwas zum Thema "Atom":

Das einzige russische Atomtestgelände befindet sich auf dem Archipel Nowaja Semlja im Arktischen Ozean zwischen der Barentssee und der Karasee.
Von 1957 bis 1962 wurden da Atomexplosionen in Atmosphäre durchgeführt, darunter auch die größte sowjetische 58-Megatonnen-Bombe wurde da 1961 getestet. Die letzte Atomexplosion erlebte Nowaja Semlja 1990. Seit dieser Zeit besprach man die Möglichkeit, auf Nowaja Semlja ein Endlager für radioaktive Abfälle zu bauen.

2001 wurde ein Bericht auf 200 Seiten veröffentlicht, der von Spezialisten aus Norwegen, den USA, Russland, der Schweiz und Großbritannien vorbereitet wurde. Im Gutachten hieß es, der Bau des Endlagers auf dem Archipel Nowaja Semlja für niedrigaktive und mittelaktive Abfallprodukte sei ökologisch ungefährlich.

Aber nachdem man so viel Zeit und Mühe für die Erarbeitung dieses Projektes gegeben hat, wurde es 2001 für unzweckmäßig erklärt – die Wissenschaftler haben bewiesen, dass es in 150-200 Jahren infolge der globalen Klimaerwärmung auf Nowaja Semlja kein ewiger Frost mehr sein wird. Drum kann niemand eine Garantie geben, dass die radioaktiven Stoffe in diesem Fall nicht in die Umwelt gelangen.

Es wurde beschlossen, das Endlager auf der Halbinsel Kola zu bauen (Murmansk Gebiet), aber man braucht jetzt wieder viel Zeit, um das neue Projekt zu erarbeiten und zu verwirklichen.

Dieser Entschluss war ein Schock für die Einwohner von Sewerodwinsk, der Nachbarstadt von Archangelsk (35 km). In dieser Stadt werden Atom-U-Boote ausgenutzt, 12 km von Sewerodwinsk entfernt befindet sich das Lager für radioaktive Abfälle „Mironow Berg“. Mit dem Bau des Endlagers auf Nowaja Semlja hat man viele Hoffnungen verbunden, und jetzt werden sich die radioaktiven Abfallstoffe weiter in den Lagern im Nord-Westen Russlands anhäufen, die schlecht dazu taugen

Der Vetter meiner Mutter aus Sewerodwinsk hat die Atom-U-Boote getestet und ist mit 43 Jahren am Blutkrebs gestorben, den er sich wegen der radioaktiven Bestrahlung zugezogen hat. Ich bin mit seinem jüngsten Sohn (er hat noch 2 Töchter) befreundet, leider müssen wir Verwandten uns Sorgen um ihn machen, er ist ein guter Mensch, hat aber gewisse Probleme mit Alkohol. Seine Freundin hat ihn mit ihrem kleinen Kind verlassen. Ich bin sicher, es würde anders sein können, hätte er mit 12 Jahren seinen Vater nicht verloren

Lg
Oksana
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