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Alt 10.02.2021, 21:30
Arenas Arenas ist offline
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Standard AW: Friedhof Skulpturen

Mahlknecht, Josef

Der Priestermaler Josef Mahlknecht wurde am 21. September 1886 als Sohn
des Besitzers des Oswalderhofes zu St. Oswald und Landesgerichtsrates
Johann Nepomuk Mahlknecht und der Maria Baur geboren. 1896 verlor er seinen
Vater, dieser starb an den Folgen eines Wundstarrkrampfes. Er besuchte das
Franziskanergymnasium zu Bozen von 1897 bis 1906. Im Herbst 1906 begann er
das Theologiestudium in Trient und Brixen und wurde 1910 zum Priester geweiht.
Seine Primiz feierte er am 9. Juli in Sarnthein. Bis 1922 bekleidete Josef
Mahlknecht verschiedene Kooperatorenstellen, so in Lajen, Gummer, Nals,
Kurtatsch und Naturns. 1922 bekam Mahlknecht wegen seines Ohrenleidens das
10-Uhr-Meßbenefizium in Meran, wo er am 25. Februar 1953 an Kehlkopfkrebs starb.

In der Theologenzeit in Brixen schlossen sich mit Josef Mahlknecht mehrere
kunst-begeisterte Theologiestudenten zur „Lukasgilde" zusammen. Die musischen
Begabungen zeigten sich auf verschiedenen Gebieten, so auch in der Musik. Lange
Zeit war Josef Mahlknecht Erster Geiger am Meraner Pfarrkirchenchor. Aber auch
mit der Malerei hatte er sich schon frühzeitig angefreundet. Um sich Klarheit
zu verschaffen, ob seine malerischen Erzeugnisse vor der Ôffentlichkeit bestehen
kônnen, sandte er mehrere Aquarelle an die Kunstzeitschrift "Kunstschule"
(Westermann-Verlag, Braunschweig), Maiheft 1925. Zu seiner Überraschung wurden
die Aquarelle anerkannt, was Mahlknecht ermunterte, endgültig den Weg als Maler
einzuschlagen. Zu den frühesten Werken Mahlknechts zâhlen zwei Ôlgemàlde, die
1907 im Sarntal in der Sommerfrische entstanden sind. Dann wandte sich Mahlknecht
der Technik der aquarellierten Federzeichnung zu. Dabei pflegte er aber auch das
Ôlbild mit den kennzeichnenden Farbzusammenhàngen von Rot, Blau und Grün. Josef
Mahlknecht steigerte sich in den vierziger Jahren noch mehr in der Farbintensitât.
Der Kontrast zwischen hell und dunkel, zwischen warm und kalt verleiht den spâten
Werken Mahlknechts eine ungeheure Spannungskraft. Eine besondere Beziehung hatt
Josef Mahlknecht zum Meraner Künstlerbund, wobei ihm dessen Präsident, der Bildhauer
Toni Tscharf, ein lebenslanger Freund war. Tscharf war es auch, der die Begabung
Mahlknechts auf dem Gebiet der Malerei erkannte und ihn daher förderte, indem er
ihn veranlaBte, 1932 bei der Biennale von Bozen mitzumachen. Auch Dr. Richard
Staffler gehört zu denen, die Mahlknechts Bedeutung erkannten. Doch den stärksten
EinfluB auf das Schaffen Mahlknechts hatte sein Priesterbruder Alfred und die
Malerin Anni Ègôsi, mit der Josef Mahlknecht enge Freundschaft schloß. 1952
stellten die beiden zusammen in Bruneck aus. Während Josef Mahlknecht mit dem
Tode rang, wurden seine Werke im gröBeren Umfange in der Bozner Dominikanergalerie
gezeigt, die die Größte des künstlerischen Schaffens offenbarten. Schon um 1940
herum tauchte der Gedanke auf, ein kleines Buch mit Zeichnungen und Bildern
des Priestermalers herauszubringen. Verwirklicht wurde es aber erst, bedingt
durch Zeitumstände, durch das vom Südtiroler Künstlerbund als Band 9 der Reihe
"Monographien Südtiroler Künstler" herausgegebene Werk "Josef Mahlknecht 1886- 1953",
Bozen (Athesia) 1982, in der Dr. Josef Unterer Person und Werk des Künstlers
schildert und Dr. Oswald Sailer über den Meraner Künstlerbund berichtet. Im
selben Jahr fand auch eine Ausstellung in der Galerie Prielhof in Eppan statt.

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