Einzelnen Beitrag anzeigen
  #8  
Alt 30.06.2012, 10:13
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 29.635
Standard AW: Stillgelegter S-Bahnhof im Süden Innsbrucks

Man muss sich diese Worte erst einmal auf der Zunge zergehen lassen:

- dass die Erhaltung des Gebäudes „nicht realisierbar“ sei.
Warum soll das Gebäude denn nicht erhaltbar sein? Da ist überhaupt nichts gesagt?
Die Gebäude bestehen seit 1867 und plötzlich seien sie nicht erhaltbar?

- ein Gutachten erstellen lassen, wonach die Gefahr für Leib und Leben durch herunterstürzende Dachteile bei Föhnstürmen nicht zu unterschätzen sei.
Diesen Gutachter würde ich gerne kennen lernen...!
Das Dach des Bahnhofs Patsch ist aus den 1980er Jahren und sicher nicht gefährlicher als jedes weitere Dach jedes beliebigen Gebäudes im ganzen Wipptal. Dem zufolge müsste man wohl alle Gebäude im Wipptal abreißen, da die möglicherweise herabstürzenden Dachteile eine "Gefahr für Leib und Leben" sind.
Man hat also irgendeinen Gutachter gesucht, der für ein schönes Gutachterhonorar irgendetwas schreibt. Völlig egal ob der Zettel einen Sinn ergibt, es brauchte offenkundig nur 2 Seiten Text.

- Das BDA erkläre in dem Schreiben auch, dass die Architektur an der Brennerbahn durch die verbleibenden Objekte „ausreichend dokumentiert“ sei.
Bei solcher Argumentation vom Bundesdenkmalamt zweifle ich an der kulturellen Kompetenz dieser Einrichtung.

- „Wir sind froh, dass wir eine gemeinsame Lösung im Sinne aller Beteiligten erreicht haben“
Wer sind denn bitte hier "alle Beteiligte"?
Die Bevölkerung - die ich hier als Hauptbeteiligte sehe - will sicher keinen Abriss der Gebäude!

Meine konstruktiven Vorschläge zur Erhaltung wären:

- die Gebäude vermieten. Es gäbe genug interessierte Mieter, die die Gebäude sofort mieten würden!

oder:
- eine Langzeitkonservierung der Gebäude, bis man eine andere Lösung findet oder wieder Interesse an kulturgeschichtlicher Architektur erkennt.
Solche Langzeitkonservierungen sind selbst an der Brennerbahn schon ein paar Kilometer weiter südlich des Brenners durchaus üblich. Dabei werden die Fenster und Türen vermauert und die Gebäude absolut unzugänglich gemacht. Damit können Gebäude ohne weiteres weitere 50 Jahre erhalten bleiben, eine Zeitspanne, in der Zeit für neue Lösungen ist.

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten