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Alt 09.05.2012, 11:25
manni manni ist offline
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Standard AW: Stillgelegter S-Bahnhof im Süden Innsbrucks

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Hallo Manni,
hier zwei historische Fotos vom Bahnhof Patsch mit der Aussichtskanzel und vor allem mit den Nebenanlagen:
Danke, das sind interessante Bilder.
Es gibt ja heute noch ein "Bahnhofsgleis", ostseitig, auf dem der Löschwagen auf Einsätze wartet.

Zitat:
Es stimmt, mein Zug hat unlängst mal zu meiner Überraschung bei einer Fahrt in den Süden auch in Patsch gehalten!
So gesehen ist die Bezeichnung "S-Bahnhof" ja tatsächlich richtig

Trotzdem finde ich es grundsätzlich recht lustig, wie mit neuen Bezeichnungen sozusagen neue Identitäten geschaffen werden und unzählige Berater daran gut verdienen.
Die paar Haltestellen an der Brennerbahn ohne seit 1867 jemals die Bahnstrecke auf österreichischer Seite zu verbessern, großspurig anstelle Regionalzug als "S-Bahn" zu bezeichnen hätten sich wohl selbst die Erbauer nicht träumen lassen...
Ich bin schon neugierig, was wohl die nächste Beraterfirma kassiert, die dann entweder "S-Bahn" oder "Brennerbahn" auf Englisch übersetzt?
( OT: ) Sehe ich nicht ganz so, mit der S-Bahn wurden in und um Innsbruck Takte verdichtet bzw. überhaupt erst eingeführt. Die Regionalzüge zuvor verkehrten unregelmäßig und das Wagenmaterial war hoffnungslos veraltet, heute haben wir z.B. alle 15 Minuten eine S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Hall und es gibt nur noch moderne Triebwagengarnituren. Es fehlen natürlich noch die geplanten neuen Stationen in der Kernstadt.

Zitat:
Ich habe zum Bahnhof Patsch leider kein Material, aber der Ansatz hinter meiner Aussage ist ein ganz anderer:

Es gibt gute Bücher zur Brennerbahn, aber diese wurden in der Regel von Technikern oder Bahnexperten geschrieben. Als Beispiele der jüngsten Veröffentlichungen und im Buchhandel noch lieferbaren Bücher seien etwa genannt:

- Helmut Petrovitsch, Schienentransit Brenner, Betrieb und Technik Kufstein - Bozen, Alba-Verlag 2008, Düsseldorf

- Angela Jursitzka, Helmut Pawelka, Tirols Schienenweg in den Süden, Alba-Verlag 2007, Düsseldorf

So sehr ich diese beiden Bücher schätze, es sind doch recht techniklastige Bücher, die sich nur um die Technik der Brennerbahn handeln.

Der volkskundliche Ansatz wäre aus meiner Sicht in heutiger Zeit sowohl wissenschaftlich wesentlich wichtiger, auch populär mehr gefragt und würde zum einen mehr Menschen interessieren und vermutlich auch bedeutend mehr wirkliches Interesse für die Brennerbahn bringen.

Allerdings scheint mir leider im Fall der Brennerbahn heute eine historisch-volkskundliche Erforschung relativ schwierig zu sein, wenn sich keine Leser mit Erzählungen, Tagebüchern, alten Fotos oder Anekdoten melden...
Ja, sehe ich auch so. Die technischen Aspekte sind nur für eine Minderheit interessant. Gerade Eisenbahnen sind aber viel mehr, mit ihnen entwickeln sich Städte und Regionen und mit ihrer Stilllegung, was heute ja leider zumindest in Ostösterreich immer noch passiert, gehen sie unter oder werden bedeutungslos.

Ich glaube, Winfried Werner Linde, der auch gegen die Aufhebung des Denkmalschutzes auftritt (s. oben verlinkte Facebook-Seite) sieht das ähnlich.
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