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Alt 24.01.2011, 18:12
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Die Sächsische Zeitung veröffentlichte am heutigen Tag einen Beitrag zum Thema - hier die Wiedergabe der Onlineversion:

Zitat:
Hobby-Drohnen erkunden Dresden

Mit einer Kamera machen die Modellflieger imposante Landschaftsbilder von oben. Damit lassen sich aber auch die Nachbarn ausspähen.
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Der 31-jährige Sebastian Böhm lässt auf einer Wiese vor dem Dresdner Kongresszentrum seinen selbst gebauten Hexacopter steigen. Der Mini- Flieger kann mittels Satellitennavigation automatisch die Höhe halten und liefert ganz nebenbei noch malerische Videoaufnahmen. Foto: André Wirsig
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Winzig klein ist die Elbe in der winterlichen Stadt. Am Horizont ist die Molenbrücke in Pieschen sichtbar. Die Leipziger Straße schlängelt sich entlang des Flusses. Das Bild ist nicht aus einem echten Hubschrauber entstanden. Eine Kamera fängt es ein, die an einem Mini-Flieger hängt. Am Steuer sitzt kein Pilot. Der Flieger, der dieses Bild eingefangen hat, wird von einem Modellsportler gesteuert. Experten würden das Flugobjekt als Drohne bezeichnen. Bei Sportereignissen und Demonstrationen setzt die Polizei die Geräte ein. Immer mehr Dresdner nutzen sie aber in der Freizeit.

Das bestätigt René Müller. Sein Modellbauladen „Race Center Munzig“ ist auf der Könneritzstraße zu Hause. Hier verkauft er ferngelenkte Modellflugzeuge. In letzter Zeit immer mehr davon. Auch Zubehör ist gefragt – wie zum Beispiel Trägerteile, an denen Kameras an die Flieger montiert werden können. „Wir betreuen im Raum Dresden etwa 2.500 Kunden“, sagt der 29-jährige Ladeninhaber. Seit 2002 kennt er die Branche. Erst seit einem halben Jahr hat er sein Geschäft in Dresden. Und doch kommen um die 30 Hobbybastler täglich zu ihm. Das ist es kein billiger Spaß. „Selbst Einstiegsmodelle kosten 500 Euro“, sagt René Müller.

Datenschützer schlagen Alarm

Einer seiner Kunden ist der Neustädter Sebastian Böhm. Seit zwei Jahren ist der 31-Jährige von den Mini-Fliegern begeistert. Wenn er mit seinem Flugobjekt an der Elbe steht, sieht das futuristisch aus. In der Hand die Fernsteuerung. Eine große Brille auf der Nase. Damit sieht er live die Bilder, die die Kamera am Flugzeug einfängt. So kann er seinen Flieger steuern, sagt der Softwareentwickler. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er die Bilder in HD-Qualität auch speichern kann. Filme dreht er auch in der Sächsischen Schweiz, sagt er.

In der Vergangenheit sorgten die kleinen Spaß-Flieger allerdings für Wirbel. Datenschützer schlugen Alarm. Denn unbemannte Flieger könnten – mit einer Kamera ausgestattet – problemlos die Privatsphäre anderer ausspionieren (SZ berichtete). Dass sich der eine oder andere daran stören könnte, wenn er von dem Mini-Flieger gefilmt wird, ist für Böhm kein Problem. Er nutze den Flieger ohnehin nur für Landschaftsaufnahmen, sagt er.

Ladeninhaber René Müller weiß, wann der Einsatz der Hobby-Drohnen illegal wird. Wenn beispielsweise die Flugroute vorher mit einem Sender programmiert wird. „Ab einem Gewicht von fünf Kilogramm oder wenn ein Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt, ist eine Aufstiegserlaubnis erforderlich“, sagt er. Anderthalb Kilometer um Flughäfen dürfen die Mini-Flieger gar nicht kreisen. Holm Felber von der Landesdirektion verweist auf die Luftverkehrsordnung. Verstöße dagegen sind bisher weder der Polizeidirektion noch dem Flughafen Dresden bekannt.

Etwas gelassener sieht Verkäufer René Müller die Kritik. „Vorrangig dienen die Modellflieger meiner kunterbunt gemischten Kundschaft als Spaßgerät“, sagt er. Er räumt allerdings ein, dass Kunden die Flieger durchaus auch zum Filmen nutzen. Circa 30 Mini-Flieger monatlich werden für diesen Zweck gekauft. (Bernhard Schulz)
Textquelle: sz-online

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