Einzelnen Beitrag anzeigen
  #2  
Alt 18.10.2009, 09:45
Benutzerbild von Dresdner
Dresdner Dresdner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.10.2008
Ort: Dresden
Beiträge: 2.307
Standard AW: Eindrücke von Peking

Vielen Dank für deine sehr informativen Ausführungen zu Peking im Jahre 2009.
Es ist interessant und äußerst bemerkenswert, wie China den Spagat zwischen zunehmend westlicher Lebensweise und traditionellen Werten zu bewältigen versucht - und das noch dazu mit der traditionellen chinesischen Gelassenheit und Freundlichkeit (siehe dazu auch die chinesischen Raktionen auf die diesjährige Frankfurter Buchmesse).

Einiges in deinen Ausführungen erinnert mich an meine Reisen in die ehemalige UdSSR, welche schon über 25 Jahre zurückliegen. Auch dort war die Gastfreundschaft gegenüber allen ausländischen Besuchern sprichwörtlich und es wurde alles getan, um deren Wünsche zu erfüllen - selbst wenn eigene Bedürfnisse deshalb weit zurückgeschraubt werden mussten. Unterschiede gab es freilich zwischen uns DDR-Bürgern und Reisenden aus kapitalistischen Staaten - vor allem im Hinblick auf die Konsumtion von Luxusgütern.

Eine kleine Anmerkung zu deiner Ausführung:
Zitat:
Verkehrsregeln werden großteils genau eingehalten, kein Wunder bei dieser enormen Polizeipräsenz,
Die Einhaltung gesellschaftlicher Regeln, nicht nur im Straßenverkehrsbereich, ist nicht primär der Polizeipräsenz zuzuordnen, sondern einem allgemeinen Werteverständnis, welches die ehemaligen sozialistischen Länder und heute auch China auszeichnet. Nicht der Einzelne, sondern die Gemeinschaft steht im Vordergrund, so ordnet sich der Einzelne den gesellschaftlichen Normen unter. Ganz anders in unserer Gesellschaft, wo das Individuum im Vordergrund steht. Diese Entwicklung war für mich, neben den Veränderungen in der Eigentumsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt, eine der sichtbarsten Prozesse in den "neuen deutschen Bundesländern". Notwendige gesellschaftliche Normen haben für immer mehr gesellschaftliche Gruppen bestenfalls Empfehlungscharakter und selbst dort, wo massive staatliche Polizeipräsenz ist, wird munter zur gewaltsamen Auseinandersetzung aufgerufen und diese auch praktiziert, Gewalttourismus ist an der Tagesordnung. Beispiele dafür: "Brisanzfußballspiele" (selbst in unteren Spielklassen); Dresden rund um den 13. Februar; Berlin und Hamburg am 1. Mai; Leipzig am gestrigen 17. Oktober.

Zu deiner Bemerkung
Zitat:
Uniformen scheinen überhaupt sehr beliebt zu sein.
kann ich dir nur bestätigen, dass dies auch in den ehemaligen sozialistischen Ländern so war. Ebenso betrifft dies Orden und andere Ehrenzeichen. Es war Normalität in der damaligen Zeit und man war auch stolz darauf. In der heutigen Rücksicht betrachtet man viele Dinge natürlich differenzierter - aber "hinterher" ist man halt immer klüger.

Nochmals vielen Dank für deine ausführlichen Schilderungen.

Dresdner
__________________
www.bergbahngeschichte.de
Mit Zitat antworten