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Alt 09.11.2008, 11:13
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur

Ruhrbergbau (Steinkohle)-Krise begann vor 50 Jahren
Vor 50 Jahren begann die Kohlenkrise. 16000 Berglaute hatten ihre erste
"Feierschicht". Im Sept. 1958 schloß die erste Zeche: Lieselotte in Bochum.
Nach den 10 "Goldenen Jahren" hatte zunächst niemand mit dieser Flaute
gerechnet. Nach der Währungsreform wurden zunächst 800 000 Bergleute
angeworben, stillgelegte Kleinzechen reaktiviert, Überschichten gefahren.
Das "Schwarze Gold" fuhr Gewinne ein. -Weihnachten 1950 gab es einen
Energieengpass, in Deutschland gingen im wahrsten Sinne des Wortes:
die Lichter aus. Der Staat investierte: 50 neue Tagesschächte wurden
abgeteuft, tausende Stellen für Untertagearbeit waren noch 1957 frei.-
Nun kamen aber billigere Kohleimporte u. Erdöl, die Halden wuchsen schon 1958
"bis in den Himmel". Die Kumpel an der Ruhr fuhren über drei Millionen
unbezahlte Feierschichten!-Zwischen 1958 u. 69 verschwanden dann
62 Schachtanlagen u. gleichzeitig 280 000 Arbeitsplätze. -
1962 dann das sog. 7Punkte Programm d. Regierung. Es wurden Prämien
gezahlt f. Stillegungen (u.a.). -1958 forderte die Gewerkschaft eine
Einheitsgesellschaft u. Verstaatlichung. Unter Bundeswirtschaftsminister
Schiller kam es 1968 zur Gründung der Ruhrkohle AG, "Konzertierte Aktion"
war das Schlagwort. 52 Schachtanlagen u. 29 Kokereien wurden nun
privatwirtschaftl. einheitlich verwaltet. - Früh schon trugen wütende
Bergleute ihre Anliegen vor (Verbesserung der Arbeitsverhältnisse u.a.):
"Marsch auf Bonn" war bereits 1959 angesagt (60.000 Kumpel marschierten).
1960 wurde die Stimmung radikaler, der Arbeitsmarkt war leergefegt.-
1975 begann die zweite Krise für die region: der Niedergang der Stahlindustrie.
-Nun versucht das Ruhrgebiet, den Dienstleistungssektor weiter aufzubauen
(Technologiezenztren entstehen u.a.). - Dies mal ein kurzer Abriß
zur hiesigen Geschichte mit Grüßen von Ulrike!
Als Quelle diente auch: Unsere Zeitung, Unna 2008
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