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Alt 02.06.2011, 13:42
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Andromeda Andromeda ist offline
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Standard AW: SAGEN.at-Fotowettbewerb - Gerüche - Mai 2011

Sehr schöne, bewegende Geschichten! Es fällt mir schwer, mich zu entscheiden! Ich entdecke in allen Beiträgen etwas, woran ich mich auch persönlich gerne, oder weniger gerne, oder überhaupt nicht gerne erinnere. Da ist Omas Rosengarten, der betörend duftete und an den ich mich zum Beispiel sehr, sehr gerne erinnere, da es heute selten Rosen gibt, die noch duften - meine im Garten tun es auch nicht!

Und dann, Barus rührende Geschichte ...die mich, an eine Begebenheit aus meiner Kindheit erinnerte, als ich bei der Oma war und unbedingt eine verstorbene Nachbarin, die im Haus aufbewahrt war, sehen musste. Ich erinnere mich an den Duft von Kerzen, Lilien, Nelken und anderen süßduftenden Blumen, die um den Sarg herum platziert waren. Bis heute gelten diese Blumen für mich als "Totenblumen", und ich kann sie bis heute einfach nicht riechen. Ich erinnere mich auch an die alten Frauen in ihren schwarzen Kleidern und mit schwarzen Kopftüchern, die um den Sarg saßen, mit Rosenkränzen in der Händen, betend. Sie sangen oder jammerten Wehklagelieder. Gruselig war ganze Anblick, aber die Neugierde war stärker - ich musste die Tote sehen! Dazu musste ich mich durch die schwarzgekleideten Frauen und all die nach Mottenkugeln duftenden Kleider "durchboxen"... An dem Tag ist viel passiert, und all die vielen Eindrücke haben bei mir wochenlang, Nacht für Nacht, „Einschlafszenen“ verursacht.

Und dann der Geruch von Gummireifen. Auch bei mir eine schöne Erinnerung an meinen Großonkel (Omas Bruder), er hatte eine Vulkanisierungswerkstatt... dort stapelten sich bis zur Decke Autoreifen und ihn selbst habe ich ungefähr so in Erinnerung wie Wolfgang den Mann aus der Fahrradwerkstatt beschrieben hat: als grauhaarigen alten Mann mit schmutzigen Händen.

Überhaupt keine schöne Erinnerung habe ich an Schlangen. Als Kind bin ich von einer gebissen worden(habe sie nicht gerochen). Friedlich bin ich beim Lesen auf einer Decke eingeschlummert und plötzlich wurde ich aufgeweckt von einem Stich im Mittelfinger. Die Schlange ist an meinem Finger eine Sekunde lang hängen geblieben, lang genug, um sich gegenseitig Auge in Auge anzusehen... Iiiiii... diese Augen! Nein, nein, niemals werde ich das vergessen, und niemals werde ich verstehen, wie man jemanden beruhigen kann, indem man sagt: "Brauchst keine Angst zu haben, die machen doch nichts, die beißen nur wenn sie sich bedroht fühlen ..." Aber wann fühlen die sich eigentlich nicht bedroht?

Als Kind guckte ich unwahrscheinlich gerne „Daktari“ und spielte oft bei Oma im Garten Safari... Die Katze war die Schimpansin Judy und Clarence war ein Dackel. Ein Aprikosenbaum war mein Haus und der restliche Garten mit all seinen Sträuchern, durch die ich rumgekrochen bin, war die afrikanische Savanne. Nach dem Schlangenbiss war es mit dem Spiel und mit der Sehnsucht, einmal so zu leben wie in „Daktari“, vorbei.
Immer noch schaue ich mir sehr gerne Tier-Dokus an. Es faszinieren mich alle Geschichten aus der Tierwelt, und dazu gehören natürlich auch Schlangen aller Art. Das Foto und die Geschichte von Norbert ist umwerfend zum Gruseln - Klasse!

... aber Elfis Foto ist einfach zuuuuuuu nett und deswegen ist sie meine Favoritin!
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