Thema: Hexenprozesse
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Alt 15.02.2008, 20:10
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Frage AW: Hexenprozesse

Fortsetzung:

Am 23. Juni desselben Jahres wurde Wessel Kipp wegen Zauberei überzwerch
gebunden, auf den Teich geworfen und hat dreimal geschwommen. Am 14.
Juli ist er vor dem Westentore an der Richtstätte enthauptet und daselbst
begraben worden.
Bei seiner Vernehmung vor Gericht bezichtigte er folgende Personen, die er bei
den nächtlichen Zaubertänzen auf Kreuzwegen gesehen haben wollte, der
Zauberei:
1. die Korte Enne, des Boten Jobsten Potters Weib,
2. die Tribbel Enne, Henrich Tribbelmanns Weib,
3. Drud Krumme, des Tagelöhners Johan Krummes Weib,
4. Enne Kurlemann
und 5. die Witwe Reinhold Diffhausen
Am 26. Juli wurden von dem Scharfrichter in den Kuckelke-Mühlenteich zur
Hexenprobe geworfen: Drude Krumme, Enne Kurlemann und die Tribbel Enne.
Diese haben alle drei geschwommen.
Am 13. Juli hat sich die Kurlemannsche in dem Turm an dem Windmühlen-
berge mit ihrem Schürzentuch, das sie sich in den Mund gestopft, und
einem Schnürriemen, den sie sich um den Hals gebunden, selbst erstickt.
Sie wurde auf der Rachergrube begraben.
Am 2. August wurden die Korte Enne und die Witwe Dieffhausen auf den
Teich geworfen und haben beide geschwommen. Am 4. August ist vor dem
Westentore die Korte Enne auf der Rachergrube wegen ihrer Zauberei an
einem Pfahl geheftet und zu Pulver verbrannt worden.
Denselben Tag morgens um 10 Uhr ist die Witwe Dieffenhausen im Diebskeller
plötzlich tot zur Erde gefallen, als schon die Richtglocken dreimal geläutet
waren und ein wohlachtbarer Rat gleich vom Rathaus nach dem Richthause
abging, die Dieffhausen zum Tode zu verurteilen. So ist deswegen der
Leichnam auf einer Karre vor das Richthaus gebracht und dann auf der
Rachergrube begraben.
Als letzte der 5 Hexen fand die Tribbel Enne den Tod. Sie wurde an einen Pfahl
gebunden und lebendig verbrannt.
Diß gantze Jahr seyn also wegen Zauberei viel hingesetzt und nach
Bekenntniß gebrennet und hingerichtet - so der gen. Chronist.

Diese Beispiele stehen für viele - auch "Namenlose" - ungeheuerlich und
schrecklich, was den Menschen angetan wurde zur Zeit des "Hexenwahns".

Sicherlich haben viele Orte solche "dunklen Flecke" in ihrer Geschichte.
Vielleicht gibt es aber auch das Gegenteil: Orte, von denen man weiß, daß
sie dergleichen nicht mitgemacht haben? Wäre interessant zu hören bezw.
hier davon zu lesen! Ulrike
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