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Alt 09.09.2014, 22:56
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Leider habe ich auch nicht richtig Schreibmaschine u. Steno gelernt! -

Es gibt aber auch noch Henriette Davidis ...

Meine Oma hatte noch einen Kohleherd, darauf wurde auch gekocht. Ich erinnere mich an so herausnehmbare Eisenringe ...

Danach gab es ...

Nähmaschine hatten wir immer (mechanisch/elektrisch).
Ich schon, aber das gehört eher unter "Dinge des Verschwindens", dazu schreibe ich noch was.

Das Davidis-Kochbuch gab es in so unzähligen Auflagen, daß ich es immer wieder gesehen habe – in Antiquariaten, auf dem Flohmarkt, in Ausstellungen ... Ich hatte mal das Davidis-Haushaltsbuch, eine Ausgabe von ca. 1900, aber das habe ich eingetauscht gegen ein anderes antiquarisches Buch, das mir wichtiger war. (Ein zweibändiges Haushaltsbuch von 1904 hatte ich schon).

Wir hatten einen kombinierten Elektro-Kohle-Herd. In unserer 1937 neugebauten Siedlung hatte niemand mehr sowas Altmodisches wie einen Kohleherd, aber nach dem Krieg war meine Mutter sehr froh über das Ding wegen der dauernden Stromsperren (obwohl auch Heizmaterial nicht in erforderlicher Menge zu bekommen war). An die Eisenringe erinnere ich mich auch.

Es ist nicht ganz einfach, sich zu erinnern, was wann durch was abgelöst wurde. Ich habe allerdings als Anhaltspunkte unsere Umzüge in eine andere Stadt, d. h. in ein anderes Haus.
– Bis 1951 wohnten wir in einer Doppelhaushälfte mit Waschküche und gemauertem Waschkessel darin; der Raum wurde nie richtig trocken, und entsprechend wohl fühlten sich die Asseln ...
– Bis 1957 hatten wir keinen Kühlschrank, aber eine Speisekammer (zur Nordseite, daher vergleichsweise kühl). 1951-57 mußten wir die Wäsche "rausgeben", abgesehen natürlich von der "kleinen Wäsche", die sich im Waschkessel (auf dem Herd) oder Waschbecken waschen ließ.
– Dann zogen wir um und hatten eine Einbauküche mit Kühlschrank. Es gab im Haus auch einen Raum mit drei Waschmaschinen (für 70 Hochhaus-Mietparteien!); für einen Waschtermin trug man sich in einen Terminkalender ein, dann kam man etwa alle zwei Wochen mal dran ... Wäschetrockner gab es natürlich noch nicht, nur eine Schleuder.

Nähen gelernt habe ich an einer alten Singer mit Handkurbel. 1957/58 kaufte meine Mutter eine hochmoderne elektrische Nähmaschine mit Kniehebel – das war wunderbar, weil man plötzlich eine Hand mehr zur Verfügung hatte. In der Haushaltsschule (1958) hatten wir altmodische Maschinen zum Treten – ich hatte Mühe, mich vom Kniehebel aufs Pedal umzugewöhnen, und die Maschinen waren auch alle nicht mehr in Ordnung, so daß die Lehrerin ständig von einer Maschine zur andern unterwegs war, um Blockaden zu lösen, verwirrtes Garn zu entwirren, krause Nähte aufzutrennen etc.
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