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Alt 27.11.2011, 23:21
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Standard AW: Impressionen aus dem BBT-Begleitstollen

Wie die Sicherheitstechnik dann für den BBT aussehen wird, ist zweifellos derzeit unklar. Ich wage aber die Prognose, dass der BBT und auch einige andere zum Teil schon ältere Großbauwerke (die ich hier nicht anführen möchte, die aber jeweils regional bekannt sind) in Zukunft sicherheitstechnisch enorm aufrüsten müssen...

Zitat:
denn die Unterinntaltrasse ist als Vorleistung zum BBT zu verstehen. Und ich persönlich halte diese Trasse für sehr zukunftsträchtig.
Nur dass hier dummerweise die Österreicher das selbe Problem wie die Schweizer mit ihrem Gotthard Basistunnel (GBT) haben. Ohne Zulaufstrecken nutzen beiden Ländern ihre verzweifelten Versuche nichts, mit dem längsten Tunnel in das Guinness Buch der Rekorde zu kommen.

Nach derzeitigem Stand ist es so gut wie sicher, dass die Zulaufstrecken sowohl für die Schweiz als auch für Österreich NICHT gebaut werden. Die neue Strecke von München nach Kiefersfelden ist nach derzeitigem Stand gar nicht mehr realisierbar und es gibt auch keinerlei Anzeichen mehr, dass sie von deutscher Seite überhaupt noch weitergeplant wird. Die neue Strecke von Franzensfeste nach Verona ist wohl ebenso nur noch Utopie.

Zitat:
es sind bis zu 1700 - 1800 Meter Gestein über den Röhren
Im Grunde ist es egal, wieviele Meter Gestein über der spannenden Tunnelkreuzung liegen.
Nach meiner einfachen Rechnung liegt Innsbruck auf 574 m, Franzensfeste auf 749 m und Brennero 1.098 m. Demzufolge sollte der BBT nur 500 m unter der Erde sein. Wenn der BBT allerdings nicht dem Wipptal folgt sondern er noch durch Berge (vermutlich anstelle von Sterzing) geht, dann dürfte Deine Rechnung stimmen.

Zitat:
Auch die Tatsache, dass nicht weniger Züge auf der alten Brennerbahn fahren werden, ist falsch
Diese Tatsche ist ganz sicher nicht falsch!
Was soll ein Regionalzug denn im Tunnel machen? Baut man dann aus den von Dir vorgerechneten 1700 Metern Tiefe Treppen, Lifte und Seilbahnen in die Dörfer und Städte des Wipptales?

Wie ich eingangs schon gesagt habe, befahren derzeit (2011) laut Fahrplan ganze 12 Schnellzüge (!) täglich die Brennerstrecke.
Damit fallen für die Anrainer im Wipptal täglich 12 Züge weg, die mit Sicherheit sofort durch private Post- und Güterzüge (wie DHL usw) ersetzt werden. Und private Bahnbetreiber werden mit Sicherheit dem BBT den Vogel zeigen, weil es keine Möglichkeit gibt, sie in den Tunnel zu zwingen. Und DHL kann ohne weiteres dem Wipptal mit dem LKW drohen...

Ich habe neulich einen ganzen Containerzug mit DHL-Containern und Privatlokomotive über durch den Bahnhof Brennero rauschen gesehen, während unser Regionalzug deshalb verspätet abfahren musste - darum liegt mir dieses Beispiel so nahe.
Gibt es schon Vermutungen, wieviel so ein Privatzug für eine BBT-Durchfahrt wird ablegen müssen? 5.000 Euro oder 10.000 Euro? Da wird es schwierig werden, private Frächter die gleichzeitig mit 100 LKW-Fahrten drohen können zu einer freiwilligen Benutzung des BBT zu überzeugen...

Wolfgang (SAGEN.at)
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