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Alt 04.12.2006, 12:18
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floriaro floriaro ist offline
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Beitrag AW: Magische Orte im Waldviertel

ein Hallo an die Runde

Dieses Thema wurde schon lange nicht mehr bearbeitet also möchte ich es wieder aktivieren.
Ich bin beim Stöbern in diesem Forum auf dieses Thema gestoßen, da ich mich recht intensiv mit dem Waldviertel beschäftige und neben vielen selbstgemachten Fotos auch einige Bücher, Broschüren, Folder und sonstiges Infomaterial über dieses Gebiet besitze und immer wieder ergänze, sobald ich neue Objekte im Waldviertel aufsuche. So bin ich unter anderem auf die Sage vom Teufelsbett in der Gmünder Blockheide gestoßen. Hier auf sagen.at wird davon berichtet, das die Steine dadurch entstanden, daß der Teufel Maria keine Bettstaat für die Nacht überlassen wollte. Ich habe jedoch auch noch andere Fassungen dieser Geschichte gefunden. In der Infobroschüre der Blockheide wird folgende Variante der Erzählung angeführt welche der Bildhauer Carl Hermann vorzutragen pflegte:

Quelle

Zitat: Die Sage zum Teufelsbett

Vor vielen, vielen Jahren trug es sich zu, dass der Teufel wieder einmal auf Seelenfang ging. Es verschlug ihn auch in die Blockheide, wo er die Seelen der Leute verderben wollte. Aber, so sehr er sich auch mühte, täuschte, die Menschen belog und betrog, es sollte ihm nicht gelingen Seelen zu fangen. Müde und erschöpft, gab er sein Vorhaben vorerst auf und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachtlager. Auch dieses Ansinnen sollte vergeblich sein, überall wurde er abgewiesen und man gewährte ihm kein Nachtlager in Grillenstein. „Scher dich fort, mit dir wollen wir nichts zu tun haben! Mach, dass du fort kommst, bei uns kannst du nicht bleiben!“, solche und ähnliche, auch unflätige Worte bekam der Teufel zu hören, als er um Quartier nachfragte. Wütend verließ er in den Abendstunden den Ort. Am Ortsende entdeckte er, auf einer Wäscheleine, eine Tuchent und einen Kopfpolster. „Ei, wie gewunschen, diese Dinge kann ich gut gebrauchen“, sagte er, nahm die Tuchent unter den rechten Arm und den Polster unter den linken. Der Teufel ahnte nicht, dass ihm die Grillensteiner eine Falle gestellt hatten. Sie hatten ihn überlistet, denn das Federbett und der Polster waren nicht nur mit Daunen gefüllt, sondern auch mit vielen, vielen Flöhen.

Die Bewohner von Grillenstein hatten sich vorher besprochen, obwohl einige von ihnen große Bedenken und Angst vor der Rache des Teufels gehabt hatten. Doch die Mehrheit hatte sich durchgesetzt und die Ängstlichen überstimmt. Der Teufel hatte Bedenken, nach dieser unfreundlichen Behandlung, die er durch die Grillensteiner erfahren hatte, sein Nachtlager in der Nähe der Häuser aufzuschlagen. Da er sehr müde war und ruhig und ungestört schlafen wollte, begab er sich hinaus in die Blockheide um dort seine Bettstatt zu errichten. Bald fand er, mitten unter all den Steinblöcken, einen Heuhaufen. „Oh, wie fein! Dieser Haufen Heu scheint wie für mich gemacht“, sagte der Höllenfürst zu sich selbst und richtete sich mit dem Polster und der Tuchent ein feines Lager für die Nacht. Da er sehr müde war, schlief er sogleich ein.

Durch die Wärme angeregt, die des Teufels Körper im Federbett verbreitete, erwachten nun jedoch die Flöhe zwischen den Daunen. Sie verließen das zerschlissene Federbett und verschanzten sich im dicken Fell des Teufels. Das Ungeziefer begann Luzifer mit allen Kräften zu beißen und zu zwicken. Vorerst noch im Schlafe begann sich der Teufel zu kratzen, wo es ihn juckte. Nach kurzer Zeit murmelte er im Halbschlaf: „ Wer wagt es mich, den Herrscher der Finsternis, im Schlafe zu stören? Der wird es bitter bereuen!“ Doch es nützte nichts. Bald darauf war es aus mit seinem Schlaf, die Qualen waren bald nicht mehr zu ertragen. Erzürnt und wütend, weil er geweckt wurde, sprang der Teufel auf, bereit den Störenfried zu vernichten. Er kratzte sich mit seinen langen Nägeln, kochte vor Wut und musste erkennen, dass er gegen diese Unruhestifter nichts ausrichten konnte. Denn würde er den Flöhen etwas zu Leide tun, würde er sich selbst verletzen, da sie ja in seinem Pelze hausten. Alles half nichts und so schrie der Höllenfürst, vor Wut schäumend: „Zu Stein soll dieses Bett werden!“ Ein furchtbar lautes Krachen erfüllte mit einem Male die Blockheide und ließ die Grillensteiner, die wussten, dass es sich nicht um ein Donnergrollen handelte, erzittern. Eine riesige Rauchwolke hüllte die Bettstatt, die zuvor dem Teufel Zuflucht gewährt hatte, ein. Darauf war der Teufel plötzlich verschwunden.

Seit dieser Begebenheit gibt es in der Blockheide das „Teufelsbett“. Der Teufel aber habe sich, der Legende nach, nie wieder in dieser Gegend blicken lassen und die Grillensteiner freuten sich sehr, dass sie es geschafft hatten Luzifer hinters Licht zu führen.

Ich habe mir soeben diesen Beitrag in der Vorschau angesehen und muß feststellen: Besser als das Original ! ... aber weiter, ich habe noch eine Alternative zur Entstehung dieses Steines gefunden:

Im Büchlein "das Blockheidemännlein erzählt" von Editha Pöschko-Laub wird folgende Variante erzählt:

Zitat: Über ein paar Zeilen Kartoffelkraut gebeugt, stand eine hagere Bäuerin und bearbeitete mit einer Harke den sandigen Boden um das Wachstum der Pflanzen anzuregen. Ordentlich wachsen sollten die Erdäpfel um ihre fünf Kinder, welche immer mit hungrigen Magen nach essbarem Ausschau hielten, zu sättigen. Die Kinder spielten auf den Felsen, welche sich neben dem Acker befanden als die Bäuerin plötzlich einen lauten Schrei vernahm. Wird doch wohl kein Kind von den Felsen gefallen sein, dachte sich die Frau und lief, so schnell sie konnte, in die Richtung des Schrei's. Schon von weitem riefen ihr die Kinder zu: " Mutter, Mutter, der Teufel hat unsere kleine Bertha geholt". Kreidebleich rief die Mutter auf:" Satan, Teufelsgezücht, gib sofort meine Tochter heraus." Eine meckernde, krächzende Stimme antwortete ihr: "Dieses Kind behalte ich, du hast deren genug und bist ohnehin kaum in der Lage sie ordentlich zu ernähren. Trotzdem tut es dir weh, das ich dein jüngstes genommen habe, aber weh tun soll es ja!"
Außer sich vor Wut versuchten es die Kinder und die Bäuerin mit Bitten und Flehen, den Teufel umzustimmen:"Laß bitte unsere Bertha frei, sie hat dir ja nichts getan und wir anderen miteinand doch auch nicht!"
"Das ist es ja gerade", zetterte der Teufel, "ihr kümmert euch viel zu wenig um mich. Und so ein kleines Menschenkind habe ich mir schon lange gewünscht - jetzt hab' ich es und ich werde es auch behalten.
Die arme Mutter und ihre Kinder wagten kaum zu atmen, knieten nieder und beteten den lieben Gott um Hilfe an. Plötzlich, aus fast heiterem Himmel ein ohrenbetäubender Krach und eine zuvor noch nie gehörte Stimme schallte weithin: "Du Teufelsknecht, warum mußt du diese armen Menschen so quälen? Sie taten dir nichts böses. Begnüge dich doch mit denen, welche mir aus dem Weg gehen, den Lügnern, Gaunern, Boshaftigen und allem sonstigen Gesindel. Gib sofort die kleine Bertha her!"
So grollte der liebe Gott in Richtung des Teufels welcher murrte:" ich will auch ein bisschen Freude und einmal etwas Liebes um mich haben." Dies erzürnte den lieben Gott noch mehr und er brauste zum Teufel hin, wollte ihn packen und ihn in die Hölle zurückjagen. Der Teufel aber ließ die kleine Bertha los und versteckte sich voller Angst in einer Felsspalte der umliegenden Steine. Dies war dem lieben Gott nur recht und er sprach: "Gut so, fortan sollst du in diesem Fels gebannt sein, ein Glück das ich gerade in der Gegend war und dich erwischte, so ist wieder ein Teufel weniger auf der Erde und die Welt wird eines Tages vielleicht doch besser."
So liegt also der Teufel schon viele Jahre in der Blockheide im Teufelsbett.

floriaro
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