SAGEN.at  FORUM

SAGEN.at FORUM (http://www.sagen.at/forum/index.php)
-   ERZÄHLEN (http://www.sagen.at/forum/forumdisplay.php?f=29)
-   -   Dinge des Verschwindens? (http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=1132)

mina 16.08.2007 14:39

AW: Dinge des Verschwindens?
 
1 Anhang/Anhänge
etwas spät aber doch ... hier ist die schwarzbeerriffel ...

SAGEN.at 16.08.2007 18:33

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Hallo Mina,

wow - ziemlich nützlich! Da kannst Du bei Deinem WauWau auch die Flöhe rauskämmen und zählen :D

Wolfgang (SAGEN.at)

mina 16.08.2007 18:38

AW: Dinge des Verschwindens?
 
:nono: wo is der große nudelwalker aus omas küche nochmal hinverschwunden?

SAGEN.at 16.08.2007 18:53

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Vorsicht - bin heute mit Kochlöffel und Fleischklopfer unterwegs... Ätsch!

Wolfgang (SAGEN.at)

harry 17.08.2007 00:29

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von mina
:nono: wo is der große nudelwalker aus omas küche nochmal hinverschwunden?

Der wird noch fleißig verwendet!
Schau doch einmal in dieses Dokument aus einem anderen Thread (Seite 1, zweites Bild);)

mina 17.08.2007 14:05

AW: Dinge des Verschwindens?
 
nagut wenn ihr mir den nudelwalker nicht lässt dann hat wolfgang diesesmal ausnahmsweise gewonnen ... ;)

alterego 17.08.2007 14:22

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Die gute alte Erbswurstsuppe ist auch schon sehr selten.

SAGEN.at 17.08.2007 14:29

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Die gute alte Erbswurstsuppe ist auch schon sehr selten.
Daher bitten wir Dich gleich höflich um das Rezept!

Wolfgang (SAGEN.at)

mina 17.08.2007 14:43

AW: Dinge des Verschwindens?
 
ja alte rezepte sind immer toll ... :smi_klats

Roger 17.08.2007 15:02

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Hallo Leute,

bezüglich "Dinge des Vergessens" fällt mir als alten Schoki-Fan natürlich das gute alte "Negerbrot" ein, das leider der Political Correctness zum Opfer fiel - meiner Meinung nach war das die beste Schokolade von allen.
Und wenn man schon bei Süßem sind - wer kann sich noch an die leckeren Fanfare-Röllchen erinnern? Als Kind gab es des weiteren noch eigenartige Kinderzigaretten, wo vorne Popeye drauf war und die irgendwie süß-mehlig schmeckten. Oder so Röllchen mit schokoüberzogenen Minzinhalt, schmeckten ähnlich wie After-Eight, waren aber besser...

cu

baru 17.08.2007 19:04

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at
Daher bitten wir Dich gleich höflich um das Rezept!

Wolfgang (SAGEN.at)

Die Erbswurstsuppe ist keine Erbsen-Wurst-Suppe, sondern eines der ersten Instantgerichte, das wegen des Aussehens zu diesem Namen gekommen war - der Einfachheit halber möchte ich doch (Wolfgang möge mir verzeihen) auf Wikipedia verweisen, da gibt's auch noch ein Foto dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Erbswurst

Ich erinnere mich an meine Kindheit auf einer Schutzhütte, da gehörte die Erbswurst zum absoluten Muss, sie war lange lagerbar, leicht zu transportieren und ergiebig. Und wenn in der Suppe dann noch ein paar Stückerl Geselchtes schwammen, war es das perfekte "Bergsteigeressen".
Mancher Bergsteiger hatte die Erbswurst selber mit. Und wenn sein Rucksack nicht schon sehr schwer war, trug er auch noch ein Brennholzscheit vom Talboden zur Hütte.

alterego 24.08.2007 10:04

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Danke baru, wegen Urlaubs konnte ich leider nicht reagieren, aber du hast das ja wunderbar erkärt.

Ulrike Berkenhoff 24.08.2007 19:55

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Erbswurst war mir unbekannt. Nun steht in unserer neuen Wochenbeilage
der Tageszeitung (Ruhrnachrichten) sogar ein großer Artikel darüber.
Mir ist nach dem Lesen nicht ganz klar: 100 oder 120jähriges Jubiläum,
allgemein bezw. Firma Knorr (ist hier hoffentlich keine Schleichwerbung).
Gab es diesen Artikel von mehreren Firmen? Vielleicht weiß hier noch jemand
näheres? Grüße von Ulrike

harry 07.09.2007 23:40

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von mina
... die schwarzbeerriffel ist auch fast nicht mehr zu sehen ...

Heute habe ich wieder in einem großen Interspar-Supermarkt in der Grinzingerstraße in Wien Schwarzbeer-Riffeln zum Verkauf entdeckt - und das in der Großstadt!

http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/Beerenraffel.jpg
Beerenriffeln in einem großen wiener Supermarkt
Fotografiert mit nach Rückfrage und mit ausdrücklicher Genehmigung der Filialleitung

mina 08.09.2007 09:59

AW: Dinge des Verschwindens?
 
:smi_klats super fund ...

harry 08.09.2007 23:57

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Der Applaus gebührt eigentlich der Filialleitung des Supermarktes, die mir erlaubte, im Geschäft zu fotografieren.

Sagensammler 13.08.2008 19:05

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von volker333 (Beitrag 5297)
Hallo Wolfgang,
zu dem Thema fällt mir spontan meine alte Super-8 Kamera ein, die im Schrank verstaubt. Filme und Entwicklung gibt es wohl gar nicht mehr.

Eigentlich ist es fast das Gegenteil. Neue Super-8-Filme mit Entwicklungsmöglichkeiten gibt es im Internet (z.B. Lumiére-Shop, Wittner-Kinotechnik oder Foma) fast überall. Ich selber filme mit dem noch älteren Normal-8mm-Format. In Europa werden die nur noch von einer tschechischen Firma (Foma) hergestellt.

morgensonne 15.11.2008 20:24

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Das Thema gefällt mir.

Bin eigentlich noch nicht so alt, aber in manchen Bereichen doch recht altmodisch. Es gibt so viele, mittlerweile bereits in Vergessenheit geratene Utensilien, die ich einfach noch heute gerne verwende. Werde deshalb immer wieder mal belächelt - aber manches ist recht praktisch ;)

Gerne sammle ich dann alles Mögliche, was Freunde bereits entsorgen wollten ... ;)


Unter anderem fällt mir da die Wäscheschleuder ein. Ich weiß, dass man sie im Elektrohandel noch erwerben kann, aber ehrlich: in meinem Bekanntenkreis bin ich die Einzige, die sie tatsächlich nutzt.
Da könnte ich ein längere Liste machen.

Mir gefällt an den älteren Produkten so gut, dass sie qualitativ einmalig waren. Die Artikel hielten Jahrzehnte und es lohnt sich immer wieder etwas davon zu reparieren. Kaufe ich heute ein adäquates Produkt, löst es sich oft nach 2 Jahren in Nullkommanichts auf. Es ärgert mich dann immer.
Jene Haushaltsartikel, welche meine Großmutter mind. 20 Jahre verwendete, verwende ich noch heute.

Kein Wunder, dass wir uns bei den heutigen Produkten zur Wegwerfgesellschaft entwickeln!

SAGEN.at 15.11.2008 23:17

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Hallo Morgensonne,

Zitat:

Da könnte ich ein längere Liste machen.
Nur drauf los! :rolleyes:

Wolfgang (SAGEN.at)

settenheimer 29.11.2009 21:20

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von harry (Beitrag 5286)
Wer verwendet noch eine mechanische Schreibmaschine? - Ich habe jedenfalls schon lange keine mehr gesehen.

Einen Nudelwalker aus Holz zu kaufen war mir unlängst nicht möglich. Alles Plastikware in Zwergerlgröße für den "Single-Haushalt". Ein Bekannter erbarmte sich meiner und drechselte mir einen.

...oder versuch mal einen Tepichklopfer zu kaufen-nur noch antiquar zu erstehen-Gott sei dank hab ich noch Omas alten....

settenheimer 29.11.2009 21:32

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Roger (Beitrag 5565)
Hallo Leute,

bezüglich "Dinge des Vergessens" fällt mir als alten Schoki-Fan natürlich das gute alte "Negerbrot" ein, das leider der Political Correctness zum Opfer fiel - meiner Meinung nach war das die beste Schokolade von allen.
Und wenn man schon bei Süßem sind - wer kann sich noch an die leckeren Fanfare-Röllchen erinnern? Als Kind gab es des weiteren noch eigenartige Kinderzigaretten, wo vorne Popeye drauf war und die irgendwie süß-mehlig schmeckten. Oder so Röllchen mit schokoüberzogenen Minzinhalt, schmeckten ähnlich wie After-Eight, waren aber besser...

cu

mir fallen da auch noch alte Eissorten wie "Brauner Bär" und "Dolomiti" ein-alles weg wg.neuer Verordnungen im Lebensmittelbereich....bei mir gabs noch Asbest im Klassenzimmer und ich leb immer noch....

settenheimer 29.11.2009 21:35

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von settenheimer (Beitrag 13955)
mir fallen da auch noch alte Eissorten wie "Brauner Bär" und "Dolomiti" ein-alles weg wg.neuer Verordnungen im Lebensmittelbereich....bei mir gabs noch Asbest im Klassenzimmer und ich leb immer noch....

Jetzt zitier ich mich schon selbst....
Im übrigen fällt mir da auch die Eternit-Platte für Bedachungen(zumeist für Garagen und Stadl)ein,die ebenfalls ihrem Asbestgehalt zum Opfer fiel....hüstel....letztes Opfer des Verschwindens,gerade live zu verfolgen, ist die Glühbirne.....
VHS- Cassetten,Audiocassetten ,aber auch andere Dinge dieser Art wie Mini-Disc oder Dat-Cassette.....heute habe ich den Eindruck,es verschwindet alles viel schneller wieder vom Markt als früher....könnte aber auch daran liegen das heute mehr unnützer Mist als früher produziert wird....

Babel 27.06.2014 18:42

AW: Dinge des Verschwindens?
 
1 Anhang/Anhänge
Eben habe ich diesen seit Jahren vergessenen Thread gefunden. Zu dem Thema fällt mir als erstes die Agfa-Belichtungsscheibe ein; meine eigene suche ich seit langem, irgendwo muß sie noch sein ... :kopfkratz Aber im Internet sind noch viele Bilder von ihr, z. B. hier. Als ich als etwa Dreizehnjährige von meinem Vater das Fotografieren beigebracht bekam, wurde sie verwendet; mit der Zeit konnte ich es "auswendig". Dann kamen die Belichtungsmesser, die man sich an einer Schnur um den Hals hängte, vor der Aufnahme aufs Motiv richtete und nach der Anzeige die Kameraeinstellungen vornahm – so etwas habe ich nie besessen und auch nie aus der Nähe gesehen.

Aber eigentlich wollte ich was fragen: Als ich in einem Freilichtmuseum so ein Waschgeschirr fotografierte, fiel mir ein, daß ich nicht weiß, wie lange man so etwas gebraucht hat. Als ich 1949, mit zehn Jahren, bei Verwandten auf dem Land zu Besuch war, fand ich zu meinem Erstaunen in dem mir zugewiesenen Zimmer so etwas vor. An das Waschbecken im häuslichen Badezimmer gewöhnt, begriff ich gar nicht, was ich damit tun sollte. Wer hat sowas auch noch benutzt oder in Benutzung gesehen?

(Es gab noch ein anderes Teil in dem Zimmer, dessen Zweck mir unverständlich war und bis heute ist: Es war eine kleine Truhe auf vier niedrigen Beinchen, wie ein Korb geflochten, mit zwei Henkeln, und der Deckel war mit geblümtem Stoff gepolstert. Natürlich war ich viel zu verschüchtert oder zu gut erzogen ;), um reinzuschauen.)

Elfie 27.06.2014 19:08

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Ich glaube, das war zeitlich/örtlich sehr verschieden, so lange es eben kein Fließwasser gab oder nur irgendwo am Gang (Bassena in Mietshäusern). Mein erstes eigenes Zimmer war so bestückt und in der Villa gab es noch 2 Gästezimmer, die ebenso. Ich fand das recht nett von der Hausfrau, weil ich auch Möbel verwenden durfte, bis ich nach und nach eigene hatte. Ich hatte eben dann meine eigene Waschschüssel und die Wasserkanne, weiß emailiert mit Deckel. Mit der ging es 2 (hohe, weil Villa) Etagen nach unten raus und dann noch etwa 15 Meter zum Brunnen. Das war 1965.

Was die Truhe angeht, da lob ich mir die Vergeblichkeit der mütterlichen Erziehungsversuche: mich würden heute solche Fragen nicht mehr plagen :D.
Könnte es vielleicht der Größe nach eine Truhe für frische Handtücher gewesen sein?

Babel 27.06.2014 21:09

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 44076)
Ich glaube, das war zeitlich/örtlich sehr verschieden, so lange es eben kein Fließwasser gab oder nur irgendwo am Gang (Bassena in Mietshäusern). Mein erstes eigenes Zimmer war so bestückt und in der Villa gab es noch 2 Gästezimmer, die ebenso. Ich fand das recht nett von der Hausfrau, weil ich auch Möbel verwenden durfte, bis ich nach und nach eigene hatte. Ich hatte eben dann meine eigene Waschschüssel und die Wasserkanne, weiß emailiert mit Deckel. Mit der ging es 2 (hohe, weil Villa) Etagen nach unten raus und dann noch etwa 15 Meter zum Brunnen. Das war 1965.

Was die Truhe angeht ...Könnte es vielleicht der Größe nach eine Truhe für frische Handtücher gewesen sein?

Mitte der 60er Jahre hatte noch fast jede(r) Student(in) ein möbliertes Zimmer ohne Wasseranschluß, aber man hatte dann üblicherweise "Badbenutzung". Ich hatte das einige Zeit auch, aber auch (1960) schon eine WG, d. h. mit zwei anderen Mädchen eine Altbauwohnung mit Küche und Toilette, Waschbecken gab es nur in der Küche.

So eine Wasserkanne wie auf deinem Foto habe ich noch nie gesehen. Dafür habe ich so einen Sparherd noch um 1980 in Gebrauch erlebt. Zu dieser Zeit zogen Aachener Studenten und andere, die wenig Geld hatten, in mehr oder weniger baufällige (Bauern-)häuser im benachbarten Belgien. Ein Freund hatte dort noch so einen Herd (und kochte wunderbar darauf).

In meinem Elternhaus (bis 1951) hatten wir einen kombinierten Elektro-/Kohleherd. Das hatte in unserer 1937 gebauten Siedlung sonst niemand mehr, aber in den Nachkriegsjahren mit ihren dauernden Stromsperren war meine Mutter froh, ersatzweise mit irgendwas feuern zu können.

Zu dieser Mini-Truhe: Handtücher hätten schon reingepaßt. Ich habe später daran gedacht, ob es eine Art Nähkasten gewesen sein könnte (groß genug für Material und zu flickende Wäsche).

Ulrike Berkenhoff 28.06.2014 09:53

AW: Dinge des Verschwindens?
 
So ein Waschgeschirr (Schüssel und Krug) stand bei meiner Uroma
auf der Kommode im Schlafzimmer. Der Korb war sicherlich ein
Nähkörbchen. -Ulrike

Babel 28.06.2014 10:09

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Ulrike Berkenhoff (Beitrag 44086)
So ein Waschgeschirr (Schüssel und Krug) stand bei meiner Uroma
auf der Kommode im Schlafzimmer. Der Korb war sicherlich ein
Nähkörbchen. -Ulrike

Ich sehe eben, daß bei Ebay ein sehr ähnliches Ding angeboten wird als "Wäschetruhe-Wäschekorb-Nähkorb-Handarbeit", siehe hier (der Link wird natürlich bald nicht mehr funktionieren ;)).

althea 28.06.2014 10:39

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Der Korb war für Schmutzwäsche vorgesehen - luftig gelagert bis zum nächsten Waschtag konnte sie da drin nicht schimmlig werden.

althea 28.06.2014 10:45

AW: Dinge des Verschwindens?@harry
 
Zitat:

Zitat von harry (Beitrag 5560)
Der wird noch fleißig verwendet!
Schau doch einmal in dieses Dokument aus einem anderen Thread (Seite 1, zweites Bild);)

Hallo Harald,

vielen Dank für das Reinling-Rezept!!

Unser Opa war vor seiner Erkrankung begnadeter Freizeit-Bäcker u.a. hat er auch Reinling gebacken.... aber leider kein Rezept aufbehalten.

LG
althea

Babel 28.06.2014 10:56

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von althea (Beitrag 44088)
Der Korb war für Schmutzwäsche vorgesehen - luftig gelagert bis zum nächsten Waschtag konnte sie da drin nicht schimmlig werden.

Ich weiß nicht – viel paßte da aber nicht rein. Da die "Waschtage" früher seltener waren als heute das Befüllen der Waschmaschine, kam da immer viel "große Wäsche" zusammen. So ein Korb reichte höchstens für etwas Kleinkram – etwas Unterwäsche, die man ja früher auch nicht täglich wechselte, und ein, zwei Handtücher.

Elfie 28.06.2014 13:56

AW: Dinge des Verschwindens?
 
1 Anhang/Anhänge
Dies hier ist die Wasserkanne, die von 1965 bis 1973 in der Gagern-Villa (Volksmund - offiziell "Haus Geigenberg") zum Brunnen ging, ohne zu zerbrechen, naja, war ja kein Krug.

Also mit Jagd hab ich nichts am Hut, es ist da nur ein so schönes Foto von dem Haus: links ganz oben hate ich das Zimmer, links ganz unten war der Kellerausgang und etwa beim Standort des Fotografen der Brunnen.
Auch im Winter :(.

Babel 10.08.2014 19:57

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Ich komme eben von einer sehr schönen Ausstellung: "Addiator, Hüftgürtel und Goggomobil. Verschwundene Dinge von A bis Z", zu sehen im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld. Abgesehen von dieser Ausstellung – es ist ein so schönes Museum, daß ihr mir alle sehr leid tut, weil ihr zu weit weg wohnt, um es zu besuchen.

Da dort niemand etwas dagegen hat, daß man/frau fotografiert, werde ich in den nächsten Tagen hier ein paar der dort gesehenen "verschwundenen Dinge" einstellen.

Dresdner 11.08.2014 20:48

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Auch die Geräte für analoge Photographie sind für Otto Normalverbraucher weitgehend ausgestorben.
Ich erinnere mich an einen Profiphotographen, den ich bei der BSB Dresden begleiten durfte.
Eine mehrere tausend Euro teure digitale Spiegelreflexkamera nutze er auf Nachfrage nur zum Ausmessen der Lichtverhältnisse.
Die Bilder wurden mit einer Plattenkamera gemacht - wie zu Uropas Zeiten.
Übrigens: ein super Thema!
Dresdner

Ulrike Berkenhoff 11.08.2014 21:20

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Nochmal zu dem "Nähkorb": Dort wurde zu flickende und zu stopfende
Wäsche hineingetan. Man besserte ja alles schadhafte aus, nichts wurde
weggeworfen, manche sagten auch Stopfkörbchen, dort kamen die
löcherigen handgestrickten überwiegend Männerarbeitssocken hinein,
in jeder freien Minute mußten die Frauen ausbessern usw. Dieser Korb
wurde mitgenommen, z.B. auch in den Garten (wenn man dort saß),
in die Wohnstube usw. Manchmal fanden sich die Frauen zusammen,
man unterhielt sich, aber die Hände arbeiteten dabei fleißig: stricken,
nähen, sticken ... Das waren noch Zeiten!
Ich kenne dies noch
von Oma/Uroma! Nicht wie ich heute mit Freundinnen: Kaffeeklatsch -
einfach nur geniessen und quatschen, dafür war kaum Zeit. In meinem
heutigen Nähkorb habe ich nur Garne, Nadeln usw. -Ulrike

Jackdaw 31.08.2014 22:08

verschwundene Dinge
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 5279)
Welche Dinge des Alltags fallen Euch ein, die verschwinden oder schon verschwunden sind?

Einer meiner Lieblingsschriftsteller begann einst eines seiner Bücher mit den Worten: "Je me souviens…" - und genau beginnt zumeist ja der Anlass, zu erzählen. Also ich erinnere mich, dass bis in die 1960er Jahre hinein der frühabendliche Schaufensterbummel noch als die übliche Form des "Ausgleichssports" gutbürgerlicher Zeitgenossen galt. Mittlerweile scheint jedoch die Schaufensterdekoration der vorhandenen Läden kaum noch in der Lage zu sein, Blicke auf sich zu ziehen - die einen Fachmärkte sind zu groß, als dass ihre Fensterfront geeignet wäre, Konsumfreude zu generieren, viele Läden dienen mittlerweile "Jobvermittlern" oder "Zeitarbeitsagenturen" als Büro, so dass ohnehin keine Ware auszustellen wäre. Unter den Läden, die buchstäblich vom Erdboden verschwunden zu sein scheinen, wären etwa Spielwaren- aber auch Schallplattengeschäfte zu nennen. Und wie viele Stunden habe ich noch während meiner Lehrjahre dort verbracht, um in den LP-Hüllen zu blättern, in einzelne Alben kurz hineinzuhorchen…*auch Antiquariate sind überaus selten geworden, Mützenmacher, Eisenwarenhändler. Mittlerweile schließen mangels Nachfolger auch Briefmarkenhändler. Und die einstigen Flaniermeilen der Stadtzentren veröden unterdessen.

Jackdaw 31.08.2014 22:21

…*es gibt sie noch, die guten Dinge
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 5291)
Da habe ich vor 2 Jahren in Hamburg ein witziges Geschäft entdeckt. Das ist eigentlich eine große Kette, die es zwischenzeitlich auch in Österreich und der Schweiz gibt, die sozusagen die besten Produkte des 19. und 20. Jahrhunderts nachbaut.

Sag doch gleich, dass Du Manufactum meinst…
Für Nostalgiker gibt's in Hamburg aber weit mehr Adressen - beispielsweise in Uhlenhorst. Zeitgenössischeren Schnickschnack findet man indessen eher dort.

Babel 31.08.2014 23:46

AW: verschwundene Dinge
 
Zitat:

Zitat von Jackdaw (Beitrag 45591)
... ich erinnere mich, dass bis in die 1960er Jahre hinein der frühabendliche Schaufensterbummel noch als die übliche Form des "Ausgleichssports" gutbürgerlicher Zeitgenossen galt.

Der Schaufensterbummel gehört tatsächlich zu den Dingen (naja, ein Ding ist er ja nicht gerade), bei denen mir nie aufgefallen ist, daß es sie mal gab und später nicht mehr ... Ich glaube, dafür gibt es noch weitere Gründe:

Erstens: Die Ladenschlußzeiten. Die Läden schlossen früh (während die tägliche Arbeitszeit Berufstätiger später endete). Am Abend war man auf die Schaufenster angewiesen, wenn man sehen wollte, was die Läden zu bieten hatten – heute geht man rein. Bis 20 Uhr ist in den Fußgängerzonen jedes Geschäft offen.

Zweitens: Die Ladentüren waren früher geschlossen. Die "Schwellenangst" war entsprechend hoch; man ging nur rein, wenn man was brauchte. Schließlich wurde man in fast jedem Laden gleich gefragt, was man denn wünsche – nur Lebensmittel-Supermärkte und Kaufhäuser ließen einem die Möglichkeit, unbehelligt herumzugehen, Sachen anzuschauen und anzufassen. Inzwischen haben die Geschäfte diese Hemmnisse längst abgebaut.

Drittens: Die "gutbürgerlichen Zeitgenossen" haben heute mehr Geld als früher. Schaufenstergebummelt wurde auch, um Dinge anzuschauen, an deren Kauf man nicht mal denken konnte. Es war mehr wie im Museum, wo alles nur zu sehen und nicht zu haben ist. So bin ich als Schülerin und Studentin mit den Freundinnen "schaufenstergucken" gegangen.

Ich erinnere mich, daß ich Ende der 80er Jahre an einem Sonntag in einer mir fremden Stadt (Dortmund) herumgegangen bin: Mir schienen die Hauptstraßen voller Ehepaare auf Schaufensterbummel zu sein. Ich fand das sehr eigenartig; in meiner Stadt (damals Aachen) waren die Einkaufsstraßen sonntags menschenleer. Offenbar hat die Einkaufsbummel-Ära in manchen Städten/Regionen früher geendet als in anderen.

Jackdaw 01.09.2014 00:19

AW: verschwundene Dinge
 
Zitat:

Zitat von Babel (Beitrag 45600)
[…] Die Läden schlossen früh (während die tägliche Arbeitszeit Berufstätiger später endete). Am Abend war man auf die Schaufenster angewiesen, wenn man sehen wollte, was die Läden zu bieten hatten – heute geht man rein. […]

Vielen Dank für's Antworten - die Ladenschlusszeiten waren früher nach recht streng gesetzlich geregelt, und irgendwie haben die Verbraucher (auch wegen der seinerzeit rollenspezifischen "Arbeitsteilung") also bedachtsamer haushalten müssen. Der abendliche Schaufensterbummel war also insgeheim "ein Blick in die Zukunft", nämlich welche Anschaffungen in absehbarer Zeit für nötig und realisierbar gehalten wurden.

In den Auslagen war zu sehen, was dem eigenen Haushalt zur Komplettierung noch zu fehlen schien. Die Funktion hat sicher zum großen Teil die Werbung (ob Plakat, ob Beilagenprospekt, ob TV-Spot) übernommen. Insofern gilt aber auch zu bedenken, dass die Werbung wirksamer geworden ist - obwohl die meisten Menschen deren psychologische Tricks zu durchschauen glauben.

Nein, die geschlossene Ladentür dürfte wohl nicht als abweisend empfunden worden sein, zumal damals das Innere eines Gebäudes "Geborgenheit" versprach, während heute selbst die optische Schranke zwischen Verkäufer und Kunde fast überall fortgefallen ist, um "Offenheit" zu signalisieren. Und eine "Begegnung auf Augenhöhe".

Jackdaw 01.09.2014 18:12

Zitat:

Zitat von volker333 (Beitrag 5297)
Super-8-Filme und Entwicklung gibt es wohl gar nicht mehr.

Die Schmalfilmerei wird vielleicht nur noch von wenigen Enthusiasten betrieben, aber gerade deswegen können einzelne, hoch spezialisierte Versorgungsquellen vorerst überleben.

Jackdaw 01.09.2014 18:20

AW: "Henkelmann"
 
Zitat:

Zitat von Ulrike Berkenhoff (Beitrag 5330)
Sind solche Gefäße noch bekannt?

Aber sicher. Während der Bundeswehr-Grundausbildung wurde bei Geländeübungen das Essen in der Weise verteilt, dass jeder Rekrut seine Portion in sein mitgeführtes Kochgeschirr füllen lassen musste. Mit vergleichbarer Gerätschaft präpariert war bis in die 1970er Jahre praktisch jeder Bauhandwerker am Arbeitsplatz anzutreffen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:49 Uhr.

Array
©2000 - 2020 www.SAGEN.at